Geteilte Stadt: Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt Berlin als ehemalige Reichshauptstadt eine ganz besondere Situation: es wird in der Mitte zerteilt, in Ost und Westteil. Genauer genommen wird es gevierteilt: in vier Sektoren,
Spuren der geteilten Stadt
Foto © Tobias Thurner
die gemeinsam von den Besatzungsmächten, den Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion verwaltet werden. Das Schicksal der Teilung macht Berlin zu einer ganz besonderen Stadt. Ein anderes Schicksal jedoch hat Berlin zu dieser Zeit mit vielen anderen Städten gemein. Durch den massiven Bombenhagel durch alliierte Streitmächte liegt Berlin größtenteils in Trümmern. Rund 600.000 Wohnungen sind zerstört und von ehemals 4,3 Millionen Einwohnern leben nur noch 2,8 Millionen in der Stadt.

Als die Sowjets nach Streitigkeiten mit den anderen alliierten Mächten eine Blockade ausrufen und somit den Westteil der Stadt in eine Versorgungsfalle zu treiben versuchen, reagiert West-Berlin bzw. die West-Alliierten mit der legendären Luftbrücke, einer bis zu diesem Zeitpunkt historisch beispiellosen Versorgung einer ganzen Stadt aus der Luft. Erst am 12.Mai 1949 kapituliert die Sowjetunion und hebt die Luftblockade wieder auf.
Zwei Tage zuvor hatte der Parlamentarische Rat Bonn ersatzweise zur Hauptstadt des neuen Staates bestimmt. Am 7.Oktober 1949 wird schließlich die Deutsche Demokratische Republik proklamiert.

Immer mehr wird die Trennung zwischen Ost- und Westteil der Stadt reglementiert. So unterbricht die DDR beispielsweise ab 1952 die Telefonverbindungen zwischen Ost- und West-Berlin. West-Berlinern wird die Einreise in das Gebiet der DDR verboten. 1961 schließlich riegelt das DDR-Regime Ostberlin vom "Klassenfeind" mit Mauer und Stacheldraht ab. Damit soll dem massiven Flüchtlingsstrom aus dem Arbeiter- und Bauernstaat gen Westen endgültig ein Riegel vorgeschoben werden. Denn während die westliche Kultur wieder langsam blüht und gedeiht, machten sich im Ostteil der Stadt die ökonomischen Probleme der Nachkriegszeit bitter bemerkbar. Bis zum Mauerbau überqueren täglich unzählige Flüchtlinge die Sektorengrenze und melden sich anschließend im Notaufnahmelager Marienfelde. Von dort aus werden sie auf Westberlin verteilt oder nach Westdeutschland ausgeflogen.

Die Ostpolitik drängt nun stark darauf, West-Berlin in eine selbstständige politische Einheit umzuwandeln, die keine Bindungen mehr zur Bundesrepublik haben soll. Dem treten die Westmächte jedoch stets konsequent entgegen. Demonstrativ kommt US-Präsident Kennedy, kurz nachdem er die UdSSR zum Rückzug ihrer Raketen von Kuba gezwungen hatte, nach Berlin und hält vor dem Rathaus Schöneberg seine berühmte Rede "Ich bin ein Berliner".

Als im Sommer 1989 das DDR-Regime anfängt, in sich zusammenzubrechen, keimt bei vielen Ostberlinern die Hoffnung auf, dass nun bald eine deutlich mildere Ausreisepolitik einsetzen würde. Kaum einer mag zu diesem Zeitpunkt ernsthaft damit gerechnet haben, dass bereits im Herbst, quasi über Nacht, die Mauer durchlässig und anschließend abgerissen werden wird. Der Freudentaumel kennt buchstäblich keine Grenzen. Der Mauer weint kaum jemand eine Träne nach. Dennoch wird vielerorts bedauert, dass von dem mit so vielen Schmerzen verbundenen Betonwall, einem Denkmal der tragischen Teilung Deutschlands, keine sichtbare Erinnerung geblieben ist. Lediglich zwei Mauerstreifen kann man heute noch besichtigen: den 1,3 km langen Wall entlang der Spree, die heute unter Denkmalschutz stehende und von Künstlern bemalte "East Side Gallery" sowie das Mauerzentrum an der Bernauer Straße, eine Gedenkstätte mit 170 m Mauer. Text: ak

Berlin Geschichte :
  • Berlin im Mittelalter
  • Berlin unter den Hohenzollern
  • königlichen Hauptstadt bis zur Märzrevolution
  • Berlin in der Kaiserzeit
  • Berlin in der Weimarer Republik
  • Berlin im Nationalsozialismus
  • Berlin der Gegenwart
  • Lesen Sie auch:
    - Berliner DDR-Motorrad-Museum
    - Wann wurde der Berliner Fernsehturm erbaut?
    - Die Bösebrücke: Als "wind of change" durch Krauses Verkehrsbau blies
    - Das Berliner Ensemble am Schiffbauerdamm: Spargel für Macheath
    - Das Zeughaus Unter den Linden - Berlins imposantester Barockbau
    - Ost- und West-Berlin: Endlich zusammengewachsen?

     
    Wohnen in Berlin Berliner Bezirke Ämter & Behörden Einkaufen in Berlin Ausflugstipps Urlaub in Berlin Ferien & Feiertage Hotels in Berlin Berliner Stadtplan Straßenverzeichnis Locations Restaurants Bars Diskotheken Kneipen Biergärten Strandbars Cafés Grillplätze Clubs Sehenswürdigkeiten in Berlin Plätze Gedenkstätten Brücken Ausstellungen Friedhöfe Berliner Firmenverzeichnis Rechtsanwälte Ärzte Autovermietungen Freizeit Kinos Opern Theater Museen Feiertage, Ferien, Brückentage Verkaufsoffene Sonntage Veranstaltungen Nachtleben Freibäder Schwimmhallen Wellness Partnerschaft & Kontakte Jobs Berlin Wörterbuch Berliner Rezepte Berliner Originale