Mario Barth: Deutschlands Comedy-Liebling Mit seinem Comedy-Programm "Männer sind Schweine, Frauen aber auch" wurde Mario Barth 2001 berühmt.
Bild von Mario Barth
Pressefoto von Mario Barth
Peu à peu kletterte der gelernte Elektriker die Karriereleiter nach oben: 2003 erhielt er bei ProSieben eine eigene Sendung und war von Beginn an bei dem RTL-Format "Typisch Frau - Typisch Mann" dabei. Als unregelmäßiger Gast plapperte sich Barth außerdem in der Comedysendung Schillerstraße in die Herzen seiner Fans.

2006 schließlich, seine erste DVD ist damals bereits vielfach mit Platin ausgezeichnet worden, gelang es dem Entertainer, den Deutschen Comedypreis in der Kategorie Beste Live-Comedy zu erhaschen. Gepusht durch diesen Erfolg, schaffte es Barth zwei Jahre später sogar, den Weltrekord zu brechen und als "Live-Comedian vor den meisten Zuschauern" das Berliner Olympiastadion mit 70.000 Zuschauern zu füllen. Für seinen Auftritt mussten rund 400 Mitarbeiter eine Woche rund um die Uhr die aufwendigste Tonanlage installieren, die je im Olympiastadion aufgebaut war. Kosten: 1,7 Millionen Euro. Barth liebt es, die Superlative zu sprengen. Im Frühjahr 2009 flimmerte sein erster Kinofilm "Männersache" über die Leinwand. Damit hat Barth sicherlich das Zenit seines Erfolgs erreicht. Barth ist nicht nur Berlins bestverdienendster Komiker sonder auch deutschlandweit kommerziell am erfolgreichsten.

Dass er dennoch "uff dem Teppich" und "janz normal" bleiben will, beteuert der ewig berlinernde Barth
jedoch immer wieder. Berliner Lokalkolorit bleibt trotzdem wesentlicher Bestandteil in Barths Gag-Welt. 1972 im Stadtteil Mariendorf geboren und in Neukölln und Kreuzberg als eines von sechs Kindern in einer katholischen Familie aufgewachsen, lässt der gelernte Telekommunikationsanlagen-Elektroniker nichts auf "sein Berlin" kommen. Schließlich lebt seine Komik von Alltagsklischees, seine Witze sind einfach und nah am Menschen.

Oder der Zielgruppe, wie auch immer man das sehen mag. Denn auch wenn Barth es schafft, sich von einem gefüllten Olympiastadion bejubeln zu lassen, so liebt ihn noch lange nicht jeder. An Barths Humor, der in erster Linie auf das ewige Unverständnis zwischen den Geschlechtern abzielt, scheiden sich die Geister. Männer sind in Barths Gags aufs Saufen und heiße Motorschlitten fixiert, starren Frauen ständig ins Dekolletee und Frauen verbringen den Tag mit Schminken und Shoppen, können nicht einparken und gehen immer zu zweit aufs Klo. Das Bildungsbürgertum ergießt sich gerne in Spott und attestiert Barth "unterstes Stammtischniveau".

Sicherlich: Mario Barths Welt ist simpel. Doch auch Barth weiß, wann der Spaß ein Ende hat und wann er lieber Ernst machen muss. Ein Beispiel: Mit seinem Kinodebüt peilte Barth zunächst einen zweiten Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde an: Er wollte binnen zwölf Stunden an sechs Filmpremieren in verschiedenen deutschen Städten teilnehmen. Doch daraus wurde nichts. Barth sagte aufgrund des Amoklaufs in Winnenden seinen geplanten Premieren-Marathon sowie die am Abend in Berlin geplante Aftershow-Filmparty ab. Vielleicht klappt`s ja beim zweiten Film.
(Text: ak / 25.03.2009)


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