Regine Hildebrandt: "Mutter Courage des Ostens"

"Wer sich nicht bewegt, hat schon verloren!" sagte Regine Hildebrandt. Bewegt hat sich Hildebrandt als Politikerin mehr als die allermeisten anderen ihrer Berufsgenossen. Verloren hat sie nur ganz zum Schluß - gegen den Krebs, an dem sie 2001 erlag.

Regine Hildebrandt wurde am 26. April 1941 als Berliner Kind geboren. Bis zum Mauerfall arbeitete sie in der naturwissenschaftlichen Forschung. Danach fing sie ihre politische Karriere an und engagierte sich als Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen in Brandenburg an vorderster Front für die Wende-Verlierer. Mit "Herz und Schnauze" kämpfte sie vor allem gegen die Massenarbeitslosigkeit und für eine Verbesserung der Lebenssituation alter, behinderter und psychisch kranker Menschen. Schnell hatte sie sich mit ihrer mutigen, anpackenden Art den Spitznamen "Mutter Courage des Ostens" eingefangen. Sozialministerin Dagmar Ziegler erinnerte anlässlich des 65. Geburtstages von Regine Hildebrandt an die bleibenden Verdienste ihrer Amtsvorgängerin und betonte: "In ihrer unverwechselbaren Art, hartnäckig und voller Leidenschaft hat Regine Hildebrandt vor allem in der Gesundheits- und Sozialpolitik Pflöcke eingeschlagen und Grundsteine gelegt, auf die nicht nur Brandenburg sondern ganz Deutschland aufbauen kann."

Der Initiative Hildebrandts war z.B. zu verdanken, dass bereits 1992 das Landes-Altenpflegeheim-Bauprogramm aufgelegt worden ist. Daraus resultierte ein 10-Jahre-Investitionsprogramm Pflege (IVP) zur Schaffung von Plätzen in Altenpflegeheimen und zur Förderung von Behinderteneinrichtungen und Institutionen für chronisch psychisch Kranke
sowie mehrfach geschädigte Abhängigkeitskranke. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: insgesamt 379 Einrichtungen mit rund 20.000 Plätzen wurden mit einem Volumen von rund 1,1 Millarden Euro zwischen 1995 und 2005 durch das IVP für ältere und behinderte Menschen geschaffen.

Doch damit nicht genug. Auch die 1992 gegründete Landesstiftung "Hilfe für Familien in Not" ging auf Hildebrandts Einsatz zurück. Diese Stiftung, die bis heute Anlaufstelle für Familien ist, wenn zum Beispiel ein Unfall, der Verlust eines Elternteils oder auch Langzeitarbeitslosigkeit zu Notsituationen führen, greift dort ein, wo gesetzliche Hilfe nicht mehr möglich ist. Unzählige Menschen wurden dadurch beispielsweise vor Obdachlosigkeit bewahrt, Energieabschaltungen wurden verhindert oder therapeutische Maßnahmen für Mütter, Väter und Kinder eingeleitet.

Zitate von Regine Hildebrandt


Mit ihrem Leitspruch "Der tiefere Sinn des Lebens liegt im Miteinander" ist Regine Hildebrandt für viele Menschen beispielshaft gewesen. Für ihr Engagement wurde sie mit Preisen und Auszeichnungen geradezu überschüttet. Neben der wohl größten Ehrung, dem Bundesverdienstkreuz, wurde sie - nur um eine kleine Auswahl zu nennen - 1991 vom Verband Deutscher Staatsbürgerinnen zur "Frau des Jahres" gekürt. Auch mit der Hildegard-Hamm-Brücher-Medaille für mutige Politik und der "Goldene Henne" durch den MDR wurde die engagierte Sozialdemokration ausgezeichnet.

Ein Preis allerdings ist ein ganz ebsonderer, Regine-Hildebrandts Vermächtnis sozusagen und trägt daher auch ihren eigenen Namen. Der SPD-Parteivorstand hat den "Regine-Hildebrandt-Preis der deutschen Sozialdemokratie" gestiftet, der erstmals im Jahr 2002 am 26. November, dem Todestag der engagierten Brandenburger Sozialministerin, verliehen wurde. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Er soll an Personen oder gesellschaftliche Gruppen vergeben werden, die im Sinne Regine Hildebrandts für Ostdeutschland und seine Menschen wirken - für die innere Einheit Deutschlands, gegen Rechtsextremismus und Gewalt und für Frieden, Freiheit und soziale Gerechtigkeit.
(Text: ak)

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