Hans-Christian Ströbele: das grüne Parteigewissen

"Gebt das Hanf frei, und zwar sofort!" Mit derart plakativen Aussprüchen provoziert der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele,
H.Ströbele auf seinem Fahrrad
Pressefoto © Hans-Christian Ströbele, MdB
der mittlerweile in der zweiten Legislaturperiode das Direktmandat des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg erfolgreich innehat, gerne mal, wenn er seine links-alternativen Ideologien verteidigen will. In diesem Fall ging es um die Freigabe von 63 nahezu THC-freien Faserhanf-Pflanzen, die aus einem staatlich geförderten und somit legalen Anbau in der Uckermark stammten und bei der Hanfparade 2002 von der Polizei konfisziert worden waren. Auch wenn er sich für die Legalisierung von Marihuana einsetzt, lebt Ströbele selbst angeblich komplett drogenfrei, d.h. raucht nicht, trinkt nicht - weder Alkohol noch Kaffee.

In die Schlagzeilen geriet der manchmal umstrittene Politiker jedoch nicht nur aufgrund seines Engagements für die Entkriminalisierung von Cannabis, sondern u.a. anderem auch mit migrationspolitischen Forderungen. So wagte er z.B. einmal den Vorstoß, einen muslimischen Feiertag einzuführen und verwies darauf, dass in 18 vorwiegend islamischen Ländern es christliche Feiertage für die Minderheiten gäbe. Ein anderes Mal meinte er, dass die Deutsche Nationalhymne auch gut in Türkisch gesungen werden könne. Auch innerhalb der eigenen Partei fanden Vorschläge dieser Art allerdings zumeist keine Zustimmung.

Hans-Christian Ströbele in Berlin


Trotz oder vielleicht gerade wegen seiner oftmals provozierenden Auftritte hat Hans-Christian Ströbele in seinem Berliner Wahlbezirk Friedrichshain-Kreuzberg schon lange die Nase ganz weit vorn. Als einziger Grünen-Abgeordneter mit Direktmandat genießt er in diesem Teil der Hauptstadt fast schon bayerische Zustimmungsverhältnisse. Da kam es ihm sicherlich nicht nur zu Gute, dass er
unermüdlich mit dem Fahrrad durch den Bezirk gefahren ist, Flugblätter verteilt und mit den Bürgern gesprochen hat, sondern auch sein Engagement vor allem für Arbeitslose, Rentner und ausländische Mitbürger.

Doch was für eine Biographie steckt eigentlich hinter dieser auch im Alter von weit über 60 immer noch durch und durch unkonventionellen Politikerpersönlichkeit?
Ströbele wurde 1939 in Halle an der Saale geboren. Nach dem Abitur studierte er Rechts- und Politikwissenschaften in Heidelberg und an der Freien Universität Berlin. Sein Rechtsreferendariat absolvierte er schließlich in der Kanzlei des RAF-Verteidigers Horst Mahler in Berlin (West). Nicht nur diese Zeit, auch die kommenden Jahre waren prägend für Ströbele. Denn ab 1969 war er selbstständiger Anwalt, war Mitbegründer des "Sozialistischen Anwaltskollektivs" und verteidigte unter anderem 1972-1975 den RAF-Führer Andreas Baader. Letzteres bescherte Ströbele eine vorübergehende Inhaftierung und 1982 die Verurteilung zu einer Haftstrafe auf Bewährung. Obendrein schloss ihn die SPD, der er 1970 beigetreten war, 1974 wieder aus der Partei aus. In den folgenden Jahren profilierte sich Ströbele als ein Zugpferd der außerparlamentarischen links-alternativen Bewegung, die in erster Linie in Berlin ihr Zentrum hatte und beteiligte sich aktiv an der Gründung "Alternative Liste für Demokratie und Umweltschutz". Außerdem war er damals einer der Gründer des links-gerichteten Blatts "taz". Seit 1990 wurde Ströbele zum Sprecher der Bundespartei "Die Grünen" gewählt, doch dieses Amt blieb für ihn nur ein kurzes Intermezzo. Im Februar 1991 trat Ströbele wieder zurück, nachdem seine Aussagen in einem Interview als Rechtfertigung für irakische Raketenangriffe auf Israel gedeutet worden waren.

Besonders seit 1998 entwickelte sich Ströbele unter Rot-Grün zum personifizierten grünen Parteigewissen. So stellte er sich beispielsweise im Frühjahr 1999 gegen den durch die rot-grüne Regierung aktiv mitgetragenen Kosovo-Krieg. Auch im Kompromiss zum Atomaussteig vertrat er einen radikaleren, d.h. deutlich kürzeren Ausstiegsplan.

Für ein mögliches Rentnerdasein - über eine weitere Kandidatur denkt er noch nach - könne er sich, wie er einmal in einem Zeitungsinterview äußerte, ein einfaches Leben auf dem Lande mit Hund und Esel, dafür ohne Strom und fließendes Wasser vorstellen.
Mehr Infos über Hans-Christian Ströbele im Internet unter: www.stroebele-online.de

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