Prenzlauer Berg - Vom Kohleofen im Hinterhaus zur Fußbodenheizung im Dachgeschoss

Gemeinsam mit dem im Südosten Berlins gelegenen und im Ansatz kulturell vergleichbaren Ortsteil Kreuzberg kann der seit der Verwaltungsreform von 2001 zum Bezirk Pankow zugehörige Ortsteil Prenzlauer Berg
Im Ortsteil Prenzlauer Berg
Blick in den Ortsteil Prenzlauer Berg
Foto © ArTo
mit seinen mittlerweile gut 150 000 Einwohnern sicherlich zu den sowohl überregional als auch international bekanntesten Gegenden der Stadt gezählt werden. Ähnlich wie Kreuzberg galt die Gegend zwischen Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße, Kollwitzplatz und Kastanienallee, Eberswalder Straße und Senefelder Platz, Grellstraße und Stargarder Straße sowie Gleimstraße und Schönhauser Allee schon zu Zeiten der Berliner Mauer als Revier der eher unangepassten Lebens- und anderer Künstler, hier zog es einst tendenziell mit den Lebensbedingungen der früheren DDR Unzufriedene in großer Anzahl hin. Architektonisch ähnlich wie sein westliches Pendant größtenteils von Altbauten der vorletzten Jahrhundertwende geprägt und vor dem Mauerfall als billige und doch zentrale Wohngegend geschätzt, hat sich die Bevölkerungsstruktur in den ca. letzten 20 Jahren radikal geändert.
Soziologen gehen davon aus, dass nur noch etwa 10 bis 20 Prozent derjenigen Bewohner, die dort bereits vor 1989 wohnten, noch heute in dem seitdem teils sehr aufwendig sanierten Gebiet leben, viele Effekte der sog. Gentrifizierung in Berlin zeigen sich nach Ansicht vieler Einheimischer dort am deutlichsten. Der Prenzlauer Berg gilt aber auch schon seit langer Zeit als eine ausgesprochen bunte, lebendige und vielseitige Feiergegend, das Nachtleben in und um die manchmal wegen der angeblichen hohen dortigen Dichte an flanierenden Models zur „Castingallee“ verballhornten Kastanienallee am U-Bahnhof Eberswalder Straße sowie die Straßen um den Helmholtzplatz und den Senefelderplatz genießen in Berlin nach wie vor einen guten Ruf. Eine traditionsreiche diesbezügliche Institution ist zum Beispiel das 8000 m² große Areal der „Kulturbrauerei“ mit Galerie, Theater, Kinos, Musikhalle und verschiedenen Klubs in der Schönhauser Allee, auch der Veranstaltungsort „Pfefferberg“ am Senefelder Platz bietet schon seit 1990 Konzerte, Tanz-, Theater-, Performance-, Varieté- und Kabarettvorführungen sowie Lesungen und Partys aller Art.

Ortsteil Prenzlauer Berg - Kinder, Kinder, Kinder und „die Mütter vom Kollwitzplatz“


Ohne dass die einst durch die Medien geisternden Zahlen vom angeblich geburtenstärksten Berliner Europas sich statistisch belegen ließen, hat der Prenzlauer Berg doch nach wie vor den Ruf eines ausgesprochen an Kindern und Jugendliche reichen Stadtteils. Die sich auf den zahlreichen neuen Spielplätzen vor Ort und speziell am Kollwitzplatz abspielenden Alltagsszenen zwischen Eltern, Kindern und Passanten haben somit den gebürtigen Berliner und mehrfach mit dem „Deutschen Karikaturenpreis“ ausgezeichneten Zeichner und Cartoonisten „OL“ (Olaf Schwarzbach) zu seiner nicht nur in Berlin bekannten, am Ende der Zwischenüberschrift genannten Serie inspiriert. Den großen Stellenwert von Kindern und Familiengründungen im Ortsteil bemerkt man auch an solchen Angeboten wie etwa Kinderkunstgalerien, Yogakursen für Säuglinge, dem Kindermuseum in der Senefelderstraße und zahlreiche Eltern-Kind-Cafés, manch ein eher satirisch veranlagter Beobachter sprach früher mitunter gar vom sog. „Pregnancy Hill“ (Schwangerschaftshügel).

Bötzowviertel, Gethsemanekirche, Wohnstadt Carl Legien und Konnopkes Imbiss im Ortsteil Prenzlauer Berg


Wie auch im restlichen Berlin legen die Bewohner des Prenzlauer Bergs ebenfalls großen Wert darauf, in einem bestimmten Kiez oder Viertel zu leben, zu den bekanntesten dort gehört neben dem Kollwitzkiez,
Schild zum Kollwitzplatz
Der Kollwitzplatz im Ortsteil Prenzlauer Berg
Foto © Friedberg
dem Winsviertel, dem Gleimviertel und dem manchmal humoristisch nach der umliegenden Lychener, Schliemann- und Dunckerstraße genannten „LSD- Viertel“ auch der Bötzowkiez zwischen Arnswalder Platz, Volkspark Friedrichshain sowie Danziger und Greifswalder Straße, der als eine der begehrtesten Wohngegenden weit und breit angesehen wird. Im nicht minder bei Wohnungssuchenden populären und weiter nordwestlich liegenden Helmhloltzkiez befindet sich mit der in den Jahren 1891 bis 1893 erbauten Getsemanekirche ein wegen ihrer Funktion als Sammelbecken der Opposition in der ehemaligen DDR bekanntes Gotteshaus, Schlagzeilen machte die aus roten Backsteinen gefertigte Kirche an der Ecke Stargarder und Greifenhagener Straße noch einmal im Jahr 2003, als dort eine gemeinsame Abendmahlsfeier evangelischer und katholischer Christen für heftig diskutierte und kritisierte Suspendierungen von Geistlichen sorgte. Gar nicht diskutabel ist hingegen der immense städtebauliche Wert der zwischen 1928 und 1930 errichteten gewerkschaftlich-genossenschaftlichen Wohnstadt „Carl Legien“ in der Trachtenbrodtstraße, Sültstraße und Sodtkestraße, als eine von sechs Siedlungen der Berliner Moderne ist die Wohnstadt seit Juli 2008 offiziell Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Diesen Status verdient nach Ansicht mancher Currywurstfans auch die alteingesessene Imbissbude „Konopke`s“ am U-Bahnhof Eberswalder Straße, wo schon seit 1930 die angeblich besten Exemplare des Berliner Nationalgerichts serviert werden.

K(l)eine Berge, aber doch auch grün: Mauerpark, Volkspark und Thälmannpark


Zwischen Schwedter, Eberswalder und Bernauer Straße sowie der Ringbahn liegt mit dem ca. 10 000 m² großen Mauerpark eine der bekanntesten Frei- und Grünflächen des Ortsteils. Flohmarkt, Freiluftkonzerte, Straßentheater, Karaoke und Flaneure jeglichen Alters wollen hier fast jedes Wochenende sehen und gesehen werden, direkt daneben liegt das Sportgelände samt Stadion des Jahnsportparks, der Radweg des Berliner Mauerwegs führt auch durch den Park. Größer und nicht so überlaufen ist der etwa 29 Hektar große Volkspark Prenzlauer Berg nördlich des S-Bahnhofs Landsberger Allee, seine hauptsächlich durch dort gesammelte Trümmer der Kriege entstandene höchste Erhebung kommt immerhin auf 91 Meter, Kulturwege und Kunstskulpturen charakterisieren das Gelände. Ungefähr 16 Hektar messen die reinen Parkanlagen des Ernst-Thälmann-Parks an der Kreuzung Greifswalder und Danziger Straße, auf dem Areal befinden sich auch eine Schule, diverse soziale und gastronomische Einrichtungen, die Schwimmhalle, das Theater unterm Dach und das 1987 eröffnete Zeiss-Großplanetarium an der Prenzlauer Allee.
Lesen Sie auch: Kitsch im Prenzlauer Berg und Carl Legien Wohnstadt in Prenzlauer Berg. Teutoburger Platz in Prenzlauer Berg

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