Berlins Mini-Gebirge: Die Müggelberge in Berlin
Die Müggelberge "machen den Eindruck eines Gebirgsmodells, etwa als hab' es die Natur in heiterer Laune versuchen wollen, ob nicht auch eine Urgebirgsform aus märkischem Sande herzustellen sei. Alles en miniature, aber doch nichts vergessen", so beschreibt Theodor Fontane die höchsten natürlichen Erhebungen des Berliner Raums in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg".
Was wir Preußen stolz als Berge bezeichnen, würde einen Bayern wohl nur mit dem Kopf schütteln lassen: Auf 114,7 und 82 Meter über NN bringen es die beiden hervorstechenden Erhebungen, der Große und der Kleine Müggelberg. Aber man muss ja auch nicht unbedingt hoch hinaus, um einen erholsamen Tag in der Natur zu verbringen. Und hierzu bieten die Müggelberge 7,4 Quadratkilometer bewaldeter
Hänge mit ausgedehnten Wanderwegen, umgeben von Flüssen und Seen und mit zahlreichen Ausflugsmöglichkeiten: Berlins größtes zusammenhängendes Waldgebiet.
Zwar tummeln sich auf der Uferpromenade entlang des Müggelsees vor allem am Wochenende viele Leute, doch biegt man in den Wald ein, wird es schnell ruhig. Um sich einen Überblick zu verschaffen, steigt man am besten auf den kleineren der beiden Berge, denn dieser wird vom 30 Meter hohen Müggelturm gekrönt, der zwar nicht gerade ein Schmuckstück ist, aber einen idealen Aussichtspunkt bietet. Der Große Müggelberg kann dagegen nur mit einem Sendemast aufwarten. Früher stand hier ein Bismarckturm, der jedoch den zweiten Weltkrieg nicht überdauerte.
Als Ausgangspunkte für Wanderungen bieten sich Friedrichshagen (von der gleichnamigen S-Bahn-Station
nimmt man die Tram bis zum Ufer des Müggelsees und durchquert den Spreetunnel), die Siedlung Müggelheim, die mitten im Wald liegt, oder das Ausflugsrestaurant Rübezahl an, beide mit dem Bus erreichbar. Beim Rübezahl gibt es außerdem eine Anlegestelle für den Müggelsee-Dampfer, mit dem man auch von oder nach Friedrichshagen übersetzen kann.
Wer beim Rübezahl startet, braucht einfach nur den Wegweisern zum Teufelssee zu folgen und landet
nach Überquerung des Müggelheimer Damms direkt in einer schauerromantischen Idylle. Den stillen See, um den sich viele Sagen ranken, umgeben alte knorrige Bäume und sogar ein kleines Hochmoor. Ein Naturlehrpfad gibt genauere Auskunft über die lokale Pflanzen- und Tierwelt.
Von hier aus kann man sich entscheiden, ob man den Kleinen Müggelberg besteigen, oder lieber abseits der vielbewanderten Wege den Wald durchqueren möchte. Die meisten Menschen trifft man auf der Uferpromenade und auf den beiden Müggelbergen, zwischen denen sich, auf der ehemaligen Rodelbahn, außerdem oft Mountainbiker beim Downhill-Fahren tummeln. Auf den anderen Wegen hat man normalerweise seine Ruhe.