Teueres “Alleinstellungsmerkmal”
Auf dem ehemaligen Krankenhausgelände in Britz sollen laut “Berliner Abendschau” einige der Gebäude in einen Villenpark verwandelt werden. Bis 1988 wurden hier noch Patienten gepflegt. Zur Zeit residieren nur noch Meldestelle und Standesamt. Für das “Vergnügen” dort zu wohnen, darf man tief in die Tasche greifen: 2.200 EUR pro Quadratmeter werden nach Fertigstellung in diesen Gebäuden mit einem “Alleinstellungsmerkmal” fällig. Eine sechser Senioren-WG will hier demnächst einziehen. Mir wäre Wohnen zu diesem Preis unter keinen Umständen wert. Man lebt zwar in überschaubarer Lage zu seinen Nachbarn und nicht wie in einer “Mietskaserne”, wie einer der Interessenten meinte. Aber ich würde mir irgendwie “kaserniert” vorkommen, mit den ganzen Mauern ringsum. In dem Filmbeitrag ist zudem ebenso Wohnung an Wohnung mit einem länglichen Hausflur zu sehen, wie er oft in Berliner Wohnblocks vorzufinden ist. Dieser Preis ist bei weitem nicht der Teuerste. Über “Kaufpreis ab ca. 3.075 EUR /Quadratmeter Wohnfläche im Friedrichshain” bin ich im Berlin-Vergleich ebenso gestolpert. Nein, ich erhebe jetzt nicht den Anspruch, die obere Grenze ausfindig gemacht zu haben. Um Straßenlärm zu entfliehen und gleichzeitig ein Alleinstellungsmerkmal zu haben, würde ich eher mit einer Eigentumswohnung am Stadtrand liebäugeln. Dort gibt es Natur satt. Sowohl per Blick als auch zu Fuß oder mit dem Rad. Schauen wir doch mal online nach, was es sonst noch so gibt: “Fabriketage in Berlin bezugsfertig als Eigentum in Berlin Kreuzberg zum Preis von 1453 EUR pro Quadratmeter”, lese ich da. Das ist billiger als der geplante Villenpark in Britz und seit jeher viel origineller. Vielleicht würde die Senioren-WG hier sogar besser wohnen. Wer weiß?
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