Hoher Krankenstand bei der Berliner Feuerwehr
Meldeten sich bundesweit in den vergangenen Jahren ArbeitnehmerInnen aus Sorge um ihren Arbeitsplatz immer seltener krank, ist bei der Berliner Feuerwehr der Trend gegenläufig. Wie die “Berliner Morgenpost” berichtet, ist jeder zehnte Berliner Feuerwehrmann krank. Dies wirkt sich direkt auf die Rettungseinsätze aus: Die Einsatzwagen sind wesentlich später am Einsatzort.
Waren es von der Alarmierung bis zum Eintreffen im Jahr 2007 durchschnittlich 9,24 Minuten, so beträgt die Zeitspanne derzeit 9,64 Minuten. In Nacht sind es sogar zehn Minuten. Dies bezieht sich auf Rettungseinsätze. Löschfahrzeuge hingegen sind deutlich schneller vor Ort. Jedoch: Der hohe Krankenstand führt dazu, dass Einsatzfahrzeuge nicht mehr besetzt werden können. In den Monaten Februar und März 2008 sind nach Informationen von “morgenpost.de” insgesamt 497 Fahrzeuge unbesetzt geblieben. 317 davon seien Rettungsfahrzeuge gewesen sowie 79 Löschfahrzeuge und 94 Drehleitern.
Grund dafür ist das neue Einsatzkonzept. Die Feuerwehr mußte zum 1. Februar eine EU-Arbeitsrichtlinie umsetzen. Wurden vorher 24-Stunden-Schichten gefahren, sind es seitdem 12-Stunden-Schichten. Was auf den ersten Blick wie eine Entlastung aussieht, erklärt Landesbranddirektor Gräfling als einen tiefen Eingriff in den privaten Bereich. Für die meisten gebe es wegen der fehlenden Nachtzuschläge weniger Geld. Nach Meinung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sei dadurch aber auch eine höhere Belastung der Mitarbeiter durch zusätzliche Rufbereitschaften entstanden. Wer den Kollegen mehr Arbeit aufbürde, muss sich nicht wundern, wenn sie krank werden, wird GdP-Vertreter Krzizanowski zitiert.
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