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Viele Schwarzfahrer zahlungsunfähig

Auf 12,7 Millionen Euro beläuft sich die Summe, die die Berliner Verkehrsbetriebe im vergangenen Jahr Schwarzfahrern insgesamt in Rechnung stellte. Nach einem Bericht der “Berliner Zeitung” werden davon aber nur knapp ein Drittel tatsächlich gezahlt. Die BVG bleibt also auf 8,6 Millionen Euro sitzen, meist wegen Zahlungsunfähigkeit der Schwarzfahrer. Die Zahlen stammen aus einem kürzlichen Bericht zum Sanierungsfortschritt der BVG.

Die gibt sich trotzdem nicht entmutigt. Der Abschreckungseffekt sei entscheidend. Das läßt sich auch aus der Senkung der Schwarzfahrerquote ablesen. Sie lag schon mal bei 6 Prozent. 2006 musste nur noch für 3,6 Prozent der Fahrgäste ein erhöhtes Beförderungsentgeld erhoben werden. Bei den Fahrgastzahlen waren es 2007 nur noch 904 Millionen statt 914 Millionen im Jahr zuvor. Jedoch: Der BVG-Fahrgeldertrag stieg um 3,8 Millionen Euro. Die letzte Tariferhöhung vor einem Jahr lässt grüßen.

Volksentscheid - Flugbetrieb oder Freizeitparadies - was wird aus Tempelhof?

27.04.2008 - Volksentscheid über den Flughafen Tempelhof

Sind Sie schon einmal von Tempelhof geflogen? Ich nicht, aber immerhin kenne ich jemanden, der jemanden kennt… Vermutlich hätte dieser Mensch den Flug aber ohne größere Unannehmlichkeiten auch von Tegel oder Schönefeld antreten können.City - Flughafen Tempelhof

Warum also sind angeblich 74 Prozent der Berliner für den Erhalt des Flugbetriebes im Herzen der Stadt? Ist es plötzlich aufkeimendes Geschichts- oder Heimatbewusstsein der zum größten Teil aus Schwaben und anderen Bundesländern Zugezogenen? Ist es die übliche Angst vor Neuem, nach dem Motto “Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht”? Oder ist es vielleicht einfach die Ablehnung des neuen Großflughafens BBI?

Von Schönefeld bin ich schon öfter geflogen und muss sagen, dass ich Tegel jederzeit vorziehen würde. Übersichtlich und sympathischer kommt der kleinere City-Airport daher. Voraussetzung für einen internationalen Großflughafen in Schönefeld ist aber die Schließung der beiden Konkurrenten. Nur so macht das Projekt Sinn, und nur dann darf es, nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, überhaupt realisiert werden.

Daher können beide Parteien noch so viel von historischen Wahrzeichen, Freiheitssymbolik auf der einen, neuen Freizeit-, Wohn- und Standortperspektiven auf der anderen sowie Millionenverlusten und Arbeitsplätzen auf beiden Seiten reden: Die Frage ist letztendlich, ob wir mehrere über die Stadt verteilte kleine Flughäfen zugunsten eines großen zentralen Airports aufgeben wollen, oder nicht.

Die Anwohner in Schönefeld haben dazu eine klare Meinung: Nein zum BBI. Auf ein Wohnen in der Einflugsschneise hat natürlich niemand Lust, der ins Grüne gezogen ist, um Ruhe und frische Landluft zu genießen. Die Anwohner rund um Tempelhof reagieren dagegen selbst dann noch gelassen, wenn einmal ein Sportflieger in ihren Innenhof stürzt.

Andere wieder hoffen auf viele neue Arbeitsplätze im Umfeld des Berlin Brandenburg International - und Berlin soll sogar einen Ersatz für die in Tempelhof wegfallenden Stellen bekommen: immerhin ist auf dem Gelände u.a. auch ein Innovationspark geplant. Und auch in punkto internationale Verbindungen wäre es natürlich von Vorteil, wenn alle zentral an einer Stelle landen und man zum Umsteigen nicht quer durch die Stadt fahren muss.

Und eigentlich wäre ein neuer Freizeit- und Erholungsraum im Herzen Berlins schon allein als Entlastung für den überstrapazierten Tiergarten nicht übel. So der Senat dann auch wirklich zu seinem Wort steht und große Teile der Freifläche erhält, anstatt sie komplett mit Wohn- und Bürokomplexen zuzupflastern. Auch solche sind geplant, aber in Maßen. Wohnen im Grünen, mitten in Berlin lautet die Devise.

Hier könnten z.B. die BBI-Anwohner ein neues Zuhause finden: “Wer will noch ins Brandenburger Umland ziehen, wenn er auf dem Tempelhofer Feld ruhig im Grünen und doch ganz zentral wohnen kann?” - so ist es in der Stellungnahme des Abgeordnetenhauses zum Volksentscheid am 27.04.08 zu lesen.

Damit wäre dann allen geholfen: Schönefeld wird BBI, Tempelhof wird Blankenfelde - und was aus Tegel wird, scheint eh niemanden zu interessieren.

Text: JJ / Foto: Daniel Hohlfeld

Ein Drittel aller Berliner Bäder bald vorübergehend geschlossen

Infolge der Sanierung Berliner Bäder müssen 24 von 63 Einrichtungen sechs Monate oder länger vorübergehend dicht machen. Wie der Berliner “Tagesspiegel” berichtet, sind vor allem die Schwimmhalle Thomas-Mann-Straße in Prenzlauer Berg, die Halle am Sachsendamm in Schöneberg sowie das Stadtbad Schöneberg an der Hauptstraße betroffen. Der Senat stellt 50 Millionen Euro dafür zur Verfügung. Jedoch sagen Schätzungen bereits jetzt 66,1 Millionen Euro voraus, die dafür benötigt werden. [Read more →]

Neues aus Sarrazins Sprüchekiste

Da ist Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) mal wieder gehörig ins Fettnäpfchen getreten. Wie die “BZ Berlin” berichtet, kann er beim Thema Kindergeld nicht verstehen, warum Familien für die ersten beiden Kinder überhaupt Geld bekommen. Die Zeitung zitiert ihn mit dem Satz: „Deswegen bekommen die Deutschen doch nicht mehr Nachwuchs“. [Read more →]

“Flashmob” (Blitzauflauf) -Aktion in Berliner Schuhgeschäft

Wie der Berliner “Tagesspiegel” berichtet, gab es heute eine von Konsumkritik begleitete Demonstration. Rund 20 Menschen, die sich über das Internet verabredet hatten, strömten gegen 15 Uhr in ein Berliner Schuhgeschäft. Dort legten sie sich per Kommando auf den Boden oder stützten sich an Kleiderständern ab. Die Aktion richtete sich gegen die ihrer Meinung nach unmenschlichen Arbeitsbedingungen bei Schuhkonzernen im Vorfeld der Olympischen Spiele in Peking. Nach zwei Minuten war dann alles wieder vorbei: Ein Pfeifsignal der Demonstranten löste die Handlung auf. Verwirrung und Ratlosigkeit bei Kunden und Mitarbeitern gleichermaßen.
“Flashmobbing” bezeichnet eine nach vorheriger telekommunikativer Verabredung blitzartige Bildung von Menschengruppen, die dann alles gemeinsam und gleichzeitig machen, z. B. applaudieren. Die kommandohafte Auflösung nach wenigen Minuten ist ebenso dafür typisch. So sollen beispielsweise in London 300 Leute ein kleines Möbelgeschäft betreten haben. Ihre Handys klingelten. Dann sagten alle gemeinsam: “Wow, was für ein Sofa” – und lösten danach den Schwarm schlagartig auf.

Neues Einkaufscenter in Neukölln

Baukran über dem entstehenden Hermann QuartierAm U- und S-Bahnhof Hermannstraße entsteht der “BZ Berlin” zufolge ein Einkaufszentrum, das Herman Quartier. Auf dem 15.700 Quadratmeter großen Komplex sollen bis Ende des Jahres auf drei Etagen Einkaufsmärkte und Büros entstehen. Im obersten Geschoss soll zudem ein Ärztezentrum Einzug halten.

Als ob nicht der nahegelegene Hermannplatz reichen würde. Auch die am Rand der Hermannstraße bis dorthin gelegenen Geschäfte bieten mit ihrer Mischung aus türkischem und deutschem Warenangebot nahezu alles. Wo soll also die Kundschaft herkommen? Sie soll sich aus dem Umsteigeknotenpunkt der U- und S-Bahn rekrutieren. Ob die allerdings ausreicht, wage ich zu bezweifeln. Die meisten wollen doch umsteigen, vor allem, wenn Sie von der Arbeit kommen. Werden Sie sich anlocken und Geld da lassen? [Read more →]

Neuordnung der Berliner Bäderstruktur

Einem Bericht von “BerlinOnline” zufolge hat sich der Senat für einen Erhalt der 37 öffentlichen Hallenbäder ausgesprochen. Die landeseigenen Berliner Bäder-Betriebe (BBB) seien weiterhin dafür zuständig. Für die 18 Sommerbäder gelte das Gleiche. Die Aussage von Sportstaatsekretär Thomas Härtel ist hierfür jedoch mit einem “in der Regel” versehen. Das kann nur heißen, man hält sich Optionen offen. Schlechter ist es hingegen um die zwölf Freibäder bestellt. [Read more →]