Neues Autobahn-Teilstück zum Flughafen Schönefeld freigegeben
Das fast 300 Millionen Euro teure und 10,5 Kilometer lange Teilstück der A113 ist am Freitag mit einer Festveranstaltung freigegeben worden. Nun ist es theoretisch möglich, von Wilmersdorf zum Flughafen Schönefeld in nur 25 Minuten zu gelangen. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzek (SPD) bezeichnet in “WELT ONLINE” das Ganze als “hochleistungsfähige Verkehrsader”. Sie zeige, dass es mit dem dem Großflughafen BBI in Schönefeld vorangehe. Auch Flughafen-Chef Dr. Rainer Schwarz ist voll des Lobes: “Unsere Fluggäste biegen jetzt von der Autobahn direkt zum Terminal ab – komfortabler geht es nicht,” wird er in der Zeitung zitiert.
Doch ganz so rosig scheint das Ganze nach Ansicht des ADAC nicht zu sein. Er befürchte mehr Staus und eine Überlastung der Stadtautobahn. Schon jetzt werde die A100 täglich von rund 150.000 Fahrzeugen befahren. Sie sei damit die am stärksten frequentierte Autobahn Deutschlands. Werde der Großflughafen BBI in Betrieb genommen, kämen noch einmal zusätzlich 60.000 Fahrzeuge täglich hinzu.
Hingegen werde es eine attraktive Schienenanbindung erst Jahre nach der Ende 2011 vorgesehen Eröffnung von BBI geben, kritisiert der Berliner Fahrgastverband Igeb. Dieses Desaster lasse sich nun nicht mehr abwenden. Deshalb sollte man sich jetzt auf einen “schnellstmöglichen Wiederaufbau der sogannten Dresdner Bahn” konzentrieren. Über diese Schienen im Süden Berlins soll einmal der Airport-Express rollen.
Kritik auch vom Bahnkunden-Verband Berlin-Brandenburg: Es gebe für die Anbindung über die Dresdner Bahn noch nicht einmal einen rechtswirksamen Planfeststellungsbeschluss. So werde die S-Bahn vorerst das einzige Verkehrsmittel sein, über das der BBI schienenmäßig zu erreichen sei.
Während auch Umweltschützer und Grünen-Politiker den teuren Straßenneubau kritisierten, macht sich die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB) für einen weiteren Ausbau der Berliner Stadtautobahn stark. So sollte ihrer Meinung nach zukünftig die A100 bis nach Treptow und zur Frankfurter Allee verlängert werden. Damit würde man Berlins Osten als Wirtschaftsstandort stärken. Unterstützung bekommen sie dabei vom Senat. Der plane vom Dreieck Neukölln bis zum Treptower Park eine 3,2 Kilometer lange Strecke. Sie soll in den Jahren 2010 bis 2016 entstehen.
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