Berlin Blog

Ein Blog für Berliner und Brandenburger

Mit oder Ohne Darm?

Fünf Millionen Euro für eine Currywurst?
Nicht ganz, aber diesen Betrag ist der Edutainment International GmbH und Unternehmensberater Martin Löwer angeblich ein eigenes Museum für die Berliner Spezialität in der Schützenstraße wert.
In Anbetracht  der Nähe zum Checkpoint Charlie und seinen Besuchermassen ist das ein Vorhaben, das sich schnell amortisieren dürfte. Zumal der Eintrittspreis mit 7-11€ üppig ausfällt.
Was wird es zu sehen geben? Das hohe Lied der patentierten Wurstware soll hier gesungen und die Curry als Kultur- und Wirtschaftsfaktor gefeiert werden. Mit Fotos, Modellen, Dokumenten, Filmen und Kunstwerken. Ausserdem kann sich der hungrige Besucher in einer Curry-Lounge mit Variationen der fettigen Spezialität eindecken und im Shop Currywurst-Souvenirs erstehen.

Im August 2009 soll es so weit sein und Herta Heuwer würde sich über die museale Veredlung ihrer Erfindung freuen.

Berliner Duft

Trotz Krise boomen manche Branchen. So muss sich das Unterhaltungs- als auch das Tourismusgewerbe nur geringfügige Sorgen machen. Aber selbst manch Luxusartikel lässt sich in schlechten Zeiten gut verkaufen.
Ausgerechnet während der Weltwirtschaftskrise 1930 kreierte der Modeschöpfer Jean Patou das wohl teuerste Parfüm seiner Zeit, das Eau de Joy. Angeblich, um seine Kundinnen über schwere Zeit der Depression und Armut hinwegzutrösten. Und der Duft ging weg wie warme Semmeln.
Ebenfalls in Parfüm macht Harry Lehmann in der Kantstrasse 106 in Berlin. Allerdings noch länger als Jean Patou, seit 1926. Diese Parfümerie ist nicht nur eines der wenigen überlebenden Traditionsgeschäfte der Stadt, es ist auch die einzige Parfümerie, die Düfte nach Gewicht verkauft. Zum Teil eigene Kreationen, zum Teil Bewährtes oder aber nach den Wünschen der Kunden Gemischtes. Klassiker ist das „Eau de Berlin“ , ein modernes, frisches und intinsiv spritziges Eau de Cologne.
Wer also fernab der grossen Parfümerieketten nach dem Besonderen sucht, der ist bei „Parfüm nach Gewicht“ bestens aufgehoben.

Noch’n Schluck

Pünktlich zum Frühlingsanfang am 21.3. wird das beliebte Ausflugslokal Loretta am Wannsee die diesjährige Biergartensaison eröffnen. Allerdings zum letzten Mal, denn im Oktober ist nach 27 Jahren ‘Schicht im Schacht’. Zumindest wird das Loretta in seiner jetzigen Form dann Geschichte sein. Ein neuer Mietvertrag zwischen Pächterin Stephanie Schade und dem neuen Eigentümer Harald G. Huth vom Einkaufszentrum Schloss in Steglitz kam offensichtlich nicht zustande. Allerdings darf das Gelände, auf dem vor langer Zeit einmal mit dem Kaiserpavillon der erste Bahnsteig  des Bahnhofes Wannsee stand, nur gastronomisch genutzt werden.
Und angeblich gibt es auch schon einen neuen Pächter, so dass die Aussichten, in neuem Rahmen an alter Stelle auch im nächsten Jahr ein Bier zum Sonnenuntergang am Wannsee geniessen können, nicht schlecht sind.

Endlich..

.. kann man in Brandenburg nackt heiraten. Oder zumindest fast.
Ab morgen, Montag den 16.03.09, können sich Paare in der FKK-Saunatherme in Ludwigsfelde trauen lassen. Erste Anmeldungen liegen laut Stadtverwaltung bereits vor. Allerdings werden weder Standesbeamter noch Brautpaar die Zeremonie im Adamskostüm vornehmen. Angemessene Kleidung ist Pflicht, in einem Nacktbad dürften aber auch Bademantel oder Strandtuch den Ansprüchen genügen.

Umsonst und Draussen

San Francisco ist der weltweite Vorreiter, in Europa könnte sich Berlin mit an die Spitze setzen. Die Rede ist von kostenlosen öffentlichen WLAN-Netzen. Seit über drei Jahren liegen die Pläne in der Schublade. Ein kleinliches Hin und Her zwischen Wirtschafts- und Stadtentwicklungsverwaltung verhinderte aber bisher die Umsetzung.

Nun soll es laut Morgenpost endlich losgehen. Zunächst werden in der Gegend rund um Ku‘damm und Tauentzien sowie zwischen Friedrichstraße und Unter den Linden die WLAN Router aufgestellt. Später wird dann das gesamte Gebiet innerhalb des S-Bahnringes folgen. Der richtige Schritt, um das Image Berlins als technologie-freundliche Stadt voranzutreiben.

Edelstahl

Tip für das Wochenende:
Treffen der Schwertkämpfer in Bernau. Am Sonntag, den 15.03.09 gibt es in Bernau die Gelegenheit, internationale Schwertkämpfer beim Ausüben ihrer archaischen Kunst zu beobachten. Unter dem Motto ” Show und Kampf” zeigen die Sportler die unterschiedliche Kampfstile und Schwerter der Samurai und Ninja, der Gladiatoren und der Wikinger.

Eintritt: 3 €, ermäßigt 2 €.
Mehrzweckhalle Heinersdorfer Straße
Weitere Infos unter Tel. 03338 700496.

Fast geschafft

Berlin ist “Weltniveau” – zumindest was die Rangliste der wichtigsten Kongress- und Messestädte anbetrifft. Diese Liste führt noch Wien an, aber Berlin folgt direkt dahinter, vor Singapur, Paris und Barcelona, und hat den ersten Platz fest im Auge.

Laut der Tourismus- Marketing-Gesellschaft BTM gab es im Jahr 2008 sage und schreibe 104 600 Veranstaltungen mit 8,2 Millionen Teilnehmern, ein neuer Rekord.
Und diese Veranstaltungen bringen reichlich Geld in die marode Hauptstadtkasse: Die Messegesellschaft allein machte 200 Millionen Euro Umsatz und die 2,2 Millionen Messebesucher gaben 1, 2 Milliarden Euro aus – für Taxis, beim Einkaufsbummel und in Hotels.

Zur Zeit ist die ITB in aller Munde, geschätzte 100.000 Fachbesucher müssen in Hotelbetten untergebracht und kulinarisch verpflegt werden. Der Euro rollt, zumindest im Gastro- und Tourismusgewerbe trotzt Berlin der Finanzkrise.

Berlin, nun freue dich….

Liste mit Schmuddel-Restaurants in Pankow – gute Idee

Ein Smiley wird an Betriebe und gastronomische Einrichtungen vergeben, die bei der amtlichen Lebensmittelkontrolle eine überdurchschnittliche Qualität und Hygiene nachgewiesen haben.
Es werden aber auch Restaurants veröffentlicht, in denen die Lebensmittelkontrolleure gravierende Mängel festgestellt haben!

Ich finde das ne richtig gute Idee.  Ich hoffe, dass die anderen Bezirke in Berlin dieses Modell übernehmen!
Ich als Restaurant Besucher möchte schon wissen in welchen Restaurants man besser nicht essen gehen sollte!

Ich bin aber davon überzeugt, dass in den meisten Restaurants in Berlin sehr sauber gearbeitet wird!

Was denken Sie über diese Liste?
In einer Umfrage der Berliner Mogenpost hat sich die übergroße Mehrheit der Teilnehmer für so eine Liste ausgesprochen!

Sparpotential

Wer umsonst in den Zoo oder den Tierpark möchte, der sollte nach den 1 Liter Milch Tetrapacks einer bestimmten Firma Ausschau halten. Auf diesen Verpackungen gibt es zur Zeit Coupons, von denen man sieben Stück benötigt, um einem Erwachsenen kostenlosen Eintritt in eine der beiden Attraktionen zu gewähren, wenn ein zweiter Erwachsener den vollen Preis bezahlt. Kinder benötigen sogar nur zwei dieser Coupons, wenn eine voll zahlende Begleitperson dabei ist.

Fischesterben

Und wieder muss ein Traditionsgeschäft schliessen. “Zierfische Berlin” am Frankfurter Tor 2 in Friedrichshain macht nach 52 Jahren dicht. Ursache sind die ausbleibenden Kunden. Die kaufen nämlich lieber billiger in der Baumarktfischabteilung. Das man dort aber zum Teil minderwertige oder kranke Fische bekommt, interessiert die wenigsten, denn billig soll es sein. Der Fisch wird weniger als Lebewesen, denn als Gegenstand begriffen.

Dabei wird die alte Regel ausgelassen: Wer billig kauft, kauft zweimal. Denn die so günstig erstandenen Tiere gehen oftmals in kurzer Zeit ein oder werden krank. Auch lässt die Beratung über den richtigen Besatz gerne zu wünschen übrig. Und das führt dann ebenfalls zu Ausfällen im heimischen Aquarium.

Wem die Aquaristik am Herzen liegt, der unterstütze doch bitte in die kleinen Aquarienhandlungen in Berlin oder Brandenburg. Die Beratung ist dort meistens um ein vielfaches besser als in den Baumärkten, die Qualität der Fische und Pflanzen ebenso und die Preise dennoch nur geringfügig höher.

Sicher, es ist nicht nur vermeintlich billiger, sondern vor allem bequemer, sich in den Großmärkten mit Fischen und Zubehör zu versorgen. Es gibt meistens reichlich Parkplätze und bei vielen führt der Weg von der Arbeit direkt daran vorbei.

Aber die wirklichen guten Zoohandlungen, die Fachgeschäfte, sterben durch dieses Konsumentenverhalten aus.

Also liebe Fischfreunde, überlegt das nächste mal, bevor ihr  einkauft.