20 Jahre ist es nun her, da fiel die Mauer, da wurden Ost- und Westdeutschland eins. Seit Tagen diskutiert nun die deutsche Presse über die Veränderungen nach 1989, über die „gebrochenen Biographien“ der Ostdeutschen, über die (vermeintlichen?) Vorurteile der Wessis über die Ossis und umgekehrt. Betont wird in erster Linie das Trennende. Dabei findet die Mehrheit der Deutschen die Einheit wohl gar nicht so schlecht, wie eine am Sonntag veröffentlichte Studie des Leipziger Instituts für Marktforschung zeigt: 79% der Westdeutschen und 80% der Ostdeutschen würden sich über den Mauerfall freuen. Die Mauer zurück wünschten sich 12%.
Während Politiker und einige ausgewählte Ost- und Westdeutsche heute die unvermeidlichen Talkshows besuchen werden und das Fernsehen Geschichte aus der Konserve zeigt, da feiert Berlin. Beim „Fest der Freiheit“ am Brandenburger Tor werden 100.000e zusehen, wie zur Erinnerung an den 9. November 1989 überlebensgroße Mauerteile aus Styropor fallen – eine Art „Domino Day“ der deutschen Geschichte.
Pünktlich zum 20jährigen Jubiläum des Mauerfalls eröffnete vor einigen Tagen auch die East Side Gallery wieder. Die Künstler, die 1990 die Mauerteile bemalten, restaurierten ihre Bilder, fast alle der 106 Kunstwerke zwischen Oberbaumbrücke und Ostbahnhof sind wieder hergestellt.
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