Das Berliner Stadtschloss wird wie geplant wieder aufgebaut – und der Architekt bleibt Franco Stella. So entschied am Mittwoch das Oberlandesgericht Düsseldorf.
Die Vorgeschichte des verzwickten Architektenstreits: Der Italiener Stella ging vor einem Jahr als Sieger aus einem Architekturwettbewerb hervor und sollte das Stadtschloss wieder aufbauen. Dagegen legte jedoch einer der Drittplatzierten beim Wettbewerb, Hans Kollhoff, Beschwerde beim Bundeskartellamt ein. Stella sei nicht ausreichend qualifiziert, um den geschichtsträchtigen Berliner Bau wieder herzustellen. Die Teilnahmehürden für den Wettbewerb waren hoch, 300.000 Euro Jahresumsatz und vier feste Mitarbeiter mussten die Architekten nachweisen. Es gab Zweifel, ob der nahezu unbekannte Stella diese Voraussetzungen wirklich erfüllte. Ein weiterer Stein des Anstoßes war, dass Stella mit zwei Architekturbüros eine GmbH gründete, statt wie üblich Sub-Architekten zu beschäftigen.
Das Kartellamt gab Kollhoff Recht, der Wiederaufbau lag damit erstmal auf Eis. Nun schaltete sich das Bundesbauministerium ein und legte Beschwerde gegen den Entschluss ein – mit Erfolg: Stella darf das 552 Millionen Euro schwere Projekt in Angriff nehmen.
Wegen formaler Fehler muss lediglich der Vertrag zwischen Stella und dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung neu geschlossen werden. Das sei aber schnell und unkompliziert möglich, so das Gericht. Ab Ende 2010, spätestens aber ab 2011 soll nun gebaut werden.