Gut 8,3 Milliarden Euro kann Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner in den Jahren 2010 und 2011 in Bildung und Forschung investieren. Der Senat erhöht den Bildungsetat damit um ca. 150 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.
Mit dem Geld sollen unter anderem 70 neue Lehrstellen geschaffen und zusätzlich 30 Lehrer für Sprachförderung eingesetzt werden. 3,3 Millionen Euro sind zudem für die Lehrerfortbildung eingeplant. Auch die Kitas profitieren von der Etatsteigerung: 1.800 Erzieherinnen und Erzieher sollen eingestellt werden und dafür sorgen, dass die Gruppen in den Kindertagesstätten kleiner werden.
Mehr Geld soll auch für die geplante Schulstrukturreform zur Verfügung stehen. Diese sieht vor, in Berlin ein zweigliedriges Schulsystem einzuführen: Das Gymnasium bleibt bestehen, Hauptschule, Realschule und Gesamtschule gehen in einer integrierten Sekundarschule auf. Die Sekundarschulen sollen dann Ganztagsunterricht bis 16 Uhr anbieten. Das „neue“ System mit „einer Schule für alle“ erinnert sehr an die Einführung der Gesamtschulen in den 1960er und 1970er Jahren, die nun nicht gerade den erhofften Erfolg brachte.
Es sind natürlich wichtige und richtige Signale, die der Senat mit dieser Etaterhöhung gibt. Doch es bleibt zu hoffen, dass die Schulstrukturreform möglichst unchaotisch von statten geht und nicht das schlechte Beispiel der Hochschulreform wiederholt.
Die Schulleiter in Berlin Mitte würden sich jedenfalls freuen, wenn Schulreform und Etaterhöhung die Bedingungen an den Brennpunktschulen verbessern. Vor einem Jahr wandten sich die Schulleiter dieser Schulen mit einem Brandbrief an Senator Zöllner, den der Bezirk stünde vor dem „bildungspolitischen Aus“. Bis heute habe sich an den Arbeitsbedingungen nicht viel verbessert, moniert ein in dieser Woche erschienener Bericht der „AG Schulleiter“.