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Sarrazin will keine Kopftücher an den Schulen

Thilo Sarrazin hat wieder zugeschlagen. Die Diskussion um sein Interview im Magazin Lettre International – in dem er türkischen und arabischen Migranten Integrationsunwilligkeit vorwarf – ist noch nicht abgeklungen, da legt der Bundesbank-Vorstand noch einmal nach: Sarrazin möchte Kopftücher im Schulunterricht verbieten lassen. Zeitungsberichten zufolge hält er diese nicht für ein religiöses, sondern für ein politisches Signal. Das soll der ehemalige Berliner Finanzsenator auf einer Veranstaltung der Publizistin Lea Rosh gesagt haben, die Sarrazin und den Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky zu einer Diskussion mit der Überschrift „Hat Sarrazin Recht?“ eingeladen hatte.

Die Äußerung zog die zu erwartenden Rücktritts-Forderungen nach sich: Sarrazin solle als Bundesbank-Vorstand entlassen werden, verlangt etwa Grünen-Vorsitzende Claudia Roth. Christian Gäbler, Vorsitzender der Berliner SPD-Fraktion, zweifelt, ob Sarrazins Worte noch mit der Verfassung in Einklang zu bringen sind.

In der SPD darf der Ex-Finanzsenator jedenfalls bleiben – die Schiedskommission der SPD Berlin-Charlottenburg lehnte zwei Anträge ab, Sarrazin aus der Partei auszuschließen.

Mal unabhängig davon, ob Sarrazin mit seinen Äußerungen Recht hat oder nicht:  Sein Ton ist scharf und provokant, daran ist kein Zweifel. Aber er hat Erfolg damit. Und wie bei jedem zur Provokation neigenden Menschen verdankt er das in allererster Linie seinen Kritikern, die jeden Spruch dankbar aufgreifen und sezieren. So manche inhaltlich eher nichtssagende Anmerkung wäre wohl sang- und klanglos in der Versenkung verschwunden, hätte sich nicht jemand gefunden, der sich öffentlich darüber aufregen möchte. Vielleicht wäre ein kühlerer Kopf manchmal nicht nur bei Sarrazin selbst, sondern auch bei seinen Kritikern angesagt.

Kategorie: Politik






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