Ende November, als die Weihnachtsmärkte ihre Pforten öffneten, war von Winter noch nicht viel zu spüren: 10 Grad, 12 Grad über Null im Schatten, der Sinn stand eher nach Kaltgetränken als nach Glühwein. Die globale Erwärmung schien Berlin voll erwischt zu haben.
Doch nun hat sich der Winter zurückgemeldet und scheint gutmachen zu wollen, was er in den letzten Wochen verpasst hat. Es ist klirrend kalt in der Hauptstadt – von 12 Grad plus sank das Thermometer auf 12 Grad minus, es fällt sogar ein wenig Schnee.
Die glatten Straßen führten in der Nacht zum Montag zu elf Unfällen. Diese verliefen Gott sei Dank alle glimpflich, sorgten aber für einige Verzögerungen im Straßenverkehr.
Wenige Probleme gab es bisher beim Betrieb der U-Bahnen und Straßenbahnen: Die BVG-Kunden kamen pünktlich vom Fleck. Die S-Bahn schlug sich zu Beginn tapfer – doch ganz ohne Fahrzeugausfälle und Verzögerungen scheint es nicht zu gehen. Es gab „witterungsbedingte“ Störungen an Fahrzeugen und Türen, ein Wagen der S 3 nach Erkner musste deswegen aus dem Verkehr gezogen werden, ein Fahrzeug der S 75 wurde als Ersatz herangezogen. Da Fahrzeuge bei der S-Bahn gerade eh Mangelware sind, konnte die S 75 nur im 20-Minuten-Takt fahren.
Das Weihnachtswinterwetter scheint auch die Kauflust der Berliner wiederbelebt zu haben, der letzte Adventssamstag war einer der umsatzstärksten Tage des Jahres. Zwar gaben die Deutschen in diesem Jahr wesentlich weniger Geld für Weihnachtsgeschenke aus als 2008 – der Kundenansturm am Samstag freute aber viele Einzelhändler.
Doch wer sich nun auf weiße Weihnachten freut, wird vielleicht enttäuscht: Mit Beginn der Woche soll es wieder milder werden.