Die BVG schmiedet langfristige Pläne: Falls 2017 Teile des S-Bahn-Betriebs ausgeschrieben werden, kann sie sich vorstellen, sich an dieser Ausschreibung zu beteiligen.
2017 endet der Vertrag des Berliner Senats mit den Berliner S-Bahn-Betrieben, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn. Die S-Bahn steckt nun schon seit geraumer Zeit in der Krise, kann den Fahrplan nicht aufrechterhalten und lässt ihre Kunden in der Kälte warten. Wann die S-Bahn wieder im Regelbetrieb fährt, ist weiter ungewiss – nach den Rädern sehen momentan die Achsen auf dem Prüfstand, neue Ausfälle nicht ausgeschlossen. Daher spricht alles dafür, dass der Senat sich auf die Suche nach einem anderen Unternehmer begeben wird, der den Zugverkehr auf einem Teil des Streckennetzes aufrechterhält.
Die BVG würde diese Rolle gerne erfüllen. Für das nächste Jahr plant sie die Anschaffung von 104 neuen Wagen, von denen Teile sowohl für U-Bahn- wie auch für S-Bahn-Züge verwendet werden könnten. Experten räumen der BVG allerdings eher schlechte Chancen bei einer Ausschreibung des S-Bahn-Netzes ein – die Kosten seien einfach zu hoch. Möglich wäre aber auch, dass der Senat entscheidet, Teile des Netzes direkt der BVG zu überschreiben.
Den Berlinern ist es vermutlich egal, wer das Streckennetz schließlich betreibt. Hauptsache, die Züge fahren wieder wie vorgesehen und lange Wartezeiten und vollgestopfte Wagen gehören endlich der Vergangenheit an. Und das am besten noch in diesem Jahr und nicht erst 2017.