Knapp über 300 Millionen wird sie kosten, die neue S-Bahn-Station, die zurzeit am Hauptbahnhof entsteht. Bereits seit der Wende wird an einer Verbindung von Nordring und Potsdamer Platz geplant. Die neue Streckenführung der Planungslinie S21verläuft unterirdisch, sie soll eine Nord-Süd-Verbindung über den Verkehrsknotenpunkt Hauptbahnhof schaffen. Nach vielen Verzögerungen sollen die Bauarbeiten für den Tunnel nun im Jahr 2011 beginnen, bisher laufen Vorarbeiten. 2016 wird der Tunnel für den ersten Streckenabschnitt voraussichtlich fertig gestellt; frühestens zwei Jahre später jedoch, 2018, soll die Strecke bis zum Potsdamer Platz verlängert werden. Am Brandenburger Tor trifft der neue auf einen alten Tunnel, der bereits während der NS-Zeit angelegt wurde.
Irgendwann, wenn dann auch der letzte Tunnelabschnitt bis zum Potsdamer Platz fertig gestellt ist, sollen die neue Linie S21 und die S1 die Strecke nutzen. Bis dahin ist am Hauptbahnhof erstmal Endstation.
Welchen Sinn diese Streckenführung machen soll, erschließt sich nicht so leicht. Vorteile für den Fahrgast entstehen nämlich nur bedingt: Zwar kann man in Zukunft vom Nordring direkt zum Potsdamer Platz bzw. vom Potsdamer Platz direkt zum Hauptbahnhof fahren und eine durchgehende Nord-Süd-Verbindung nutzen. Dafür entstehen aber Nachteile auf anderen Strecken: Der Verkehr auf dem Streckenabschnitt zwischen Gesundbrunnen und Potsdamer Platz verringert sich, was im Klartext bedeutet, dass sich die Wartezeiten verlängern.
Und bis die gesamte Strecke erstmal fertig gebaut ist, wartet ein anderes Ärgernis auf Fahrgäste der Ringbahn. Die derzeitige Planung sieht nämlich so aus: Jeder zweite Zug der Ringbahn verlässt zwischen den Stationen Westhafen und Wedding den Nordring und fährt zum Hauptbahnhof. Fahrgäste, die dort gar nicht hinwollen, müssen entweder umsteigen oder den Umweg mitfahren.
Dass der Hauptbahnhof auch Hauptverkehrsknotenpunkt sein soll, ist verständlich. Allerdings ist er sowohl vom Nordring wie auch aus südlicher Richtung mit dem ÖPVN bereits gut zu erreichen; dass Millionen für eine neue S-Bahn-Strecke ausgegeben werden müssen, die der Bahn AG dann zum dringend nötigen Ausbau bestehender Strecken fehlen, wirkt doch sehr merkwürdig.
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