Zunächst wurde Harald Ehlert seine Vorliebe für schnelle, teure Sportwagen zum Verhängnis. Dann kamen seine unverhältnismäßig hohen Bezüge ans Licht. Nun steht der ehemalige Geschäftsführer der Treberhilfe im Visier der Staatsanwaltschaft.
Am vergangenen Donnerstag prüften Ermittler die Unterlagen der als gemeinnützig anerkannten Obdachlosenhilfe ganz genau. Ehlerts Privaträume wurden ebenfalls durchsucht und Unterlagen gesichert. Ihm werden eine Steuerstraftat und Untreue vorgeworfen.
Neben dem Ermittlungsverfahren droht der Organisation auch der Ausschluss aus den Dachverbänden. Die Diakonie, einer der Dachverbände, hat für den 17. Juni eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, um über die Causa Treberhilfe zu beraten.
Die Vorwürfe gegen Ehlert wiegen schwer: Er soll Mittel der Organisation für private Ausgaben genutzt und Geld für Bürgschaften angenommen haben. 200.000 Euro an Gesamtbezügen habe er bekommen – eine unglaublich hohe Summe für den Geschäftsführer einer gemeinnützigen Einrichtung, dessen Gehalt immerhin aus Steuergeldern finanziert wird.
Zwar trennte sich die Treberhilfe von Ehlert nach der „Maserati-Affäre“ und der Aufsichtsrat betonte heute ausdrücklich, dass sich die Ermittlungen gegen die Person Ehlert und nicht gegen den Verein richten. Dennoch werfen die neuen Vorfälle abermals ein schlechtes Licht auf die Organisation, die gerade dabei war, sich von Ehlerts letzten Eskapaden zu erholen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Casten Krüger glaubt dennoch nicht, dass der Treberhilfe die Gemeinnützigkeit aberkannt wird – ein Gutachten habe schließlich bestätigt, dass der Verein das Prädikat zurecht trage.