In einen Hundehaufen zu treten, soll ja angeblich Glück bringen. Für die meisten Menschen ist es dann aber doch einfach ärgerlich, sich die unappetitlichen Exkremente vom Schuh wischen zu müssen. In Berlin produzieren nun allein die registrierten Hunde täglich 38 Tonnen Kot – und nicht alle Halter machen sich die Mühe, die Häufchen aufzusammeln, wie es eigentlich Vorschrift ist.
Da tut sich nun die Grünen-Politikerin Claudia Hämmerling mit einer Idee hervor: Hartz IV- Empfänger sollen dazu eingesetzt werden, das Einsammeln der Hundehaufen zu überwachen, so ihr Vorschlag. „Eine neue Beschäftigung“ sollen die Arbeitslosen auf diese Weise bekommen. 20 Hartz IV-Empfänger pro Bezirk sollen prüfen, ob Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge auch vorschriftsmäßig einsammeln und entsorgen.
Der Erwerbslosen Forum Deutschland reagiert entsetzt und bezeichnete den Vorschlag als „absurd und menschenverachtend“. Dabei ist die Forderung, Arbeitslose im öffentlichen Dienst zu beschäftigen, nun nicht die schlechteste. Es würden tatsächlich neue Stellen entstehen, die keine bestehenden Arbeitsplätze gefährden und die laut Hämmerling auch anständig bezahlt werden sollen.
Dennoch wirkt die Idee etwas unglücklich und eher wie eine Bestrafung für Hartz IV-Empfänger. Dabei geht es weniger darum, dass Arbeitslose Hundehäufchen im Notfall selbst entsorgen müssten – die Angestellten der BSR dürften über so etwas nur müde lächeln. Die Strafe liegt vielmehr in der Konfrontation mit renitenten Hundehaltern und ihren Tierchen. Polizei und Ordnungsamt haben es bis heute nicht durchsetzen können, dass alle Hundehinterlassenschaften weggeräumt werden; es ist unwahrscheinlich, dass eine neue „Häufchen-Streife“ das Problem lösen wird.