Der Schnee ist nun schon seit längerer Zeit weggetaut – als er verschwand, brachte er nicht nur die ersten Frühjahrsblüten ans Licht, sondern auch ärgerliche Straßenschäden. Schnee und Eis haben dem Asphalt ordentlich zugesetzt, auf einigen Straßen reiht sich Schlagloch an Schlagloch. Auf zwei viel befahrene Straßen ist mittlerweile sogar Schrittempo angesagt: Die Arnulfstraße in Schöneberg und die Eisackstraße in der Nähe des Insbrucker Platzes wurden zu Tempo 10-Zonen erklärt.
Der Berliner Senat stellt für die Sanierung der Straßen 25 Millionen Euro zusätzlich zum vorgesehenen Haushaltsbetrag von 33,2 Millionen zur Verfügung, 15 Millionen davon gehen an die Bezirke. Doch das Vergabeverfahren ist kompliziert: Die Bezirke müssen sich um das Geld bewerben, zum Teil die Straßenschäden mit Fotos nachweisen. Zudem ist das Geld nur ein Tropfen auf den kaputten Asphalt – es reicht bei weitem nicht aus, um alle Schäden zu reparieren.
Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg macht sich da für die Sanierung der Arnulfstraße ein Gesetz von 2006 zu nutze: Seitdem können Anlieger nämlich an den Kosten für Straßensanierung und –ausbau beteiligt werden. Die Arnulfstraße soll nun ausgebaut werden, neue Gehwege, Parkhäfen und Radwege sollen entstehen. Für die Wohnungsbesitzer könnte das Kosten jeweils zwischen 2.500 und 5.500 Euro bedeuten. Die Anlieger sind sauer, vor allem, da die Straße in den vergangenen Jahren nie grundsaniert, sondern immer nur Schlaglöcher ausgebessert wurden. Der Verband Deutscher Grundstücksnutzer rät den Anwohnern daher zur Klage.