„Bei gleicher Eignung werden Frauen bevorzug berücksichtigt.“ „Wir freuen uns besonders auf die Bewerbung von Frauen.“ Diese Sätze kennt man aus Stellenangeboten. Sie sollen gerade in männlich dominierten Berufsgruppen für ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis sorgen.
Aber nicht immer wollen die Frauen so wie die ausschreibenden Unternehmen. Das muss gerade die BVG erfahren. Auch die Berliner Verkehrsbetriebe hätten nämlich gerne eine Frau an der Spitze. Allerdings konnte in der ersten Ausschreibungsrunde keine geeignete weibliche Person gefunden werden – obwohl die Stellenanzeige über das Jobcenter ausgeschrieben und eine Recruiting-Agentur mit der Suche beschäftigt war.
Bis Oktober muss ein neuer Vorstandsvorsitz gefunden werden, dann läuft der Vertrag mit dem bisherigen Vorstand Andreas Sturmowski aus. Sturmowski ist nun für den Betriebsbereich zuständig, also für ein eher technisches Feld – als erster Vorstand der BVG übrigens, zuvor lagen die Aufgaben eher im kaufmännischen Bereich. Das erleichterte die Suche nach einer geeigneten Bewerberin nicht.
Nun könnte man für den Posten ja einfach den Bewerber mit der besten Eignung einstellen, völlig unabhängig vom Geschlecht. Doch die BVG will scheinbar unbedingt eine Frau – der neueste Plan, um das Ziel zu erreichen: Ein Mann soll den Betriebsbereich übernehmen, eine Frau den Vorstandsjob.
Ob sich darauf so viele Bewerberinnen einlassen, ist fraglich. Denn wie qualifiziert sie auch sein mögen, sie laufen Gefahr, nur als „Alibi-Frau“ angesehen zu werden, die den Posten allein aufgrund ihres Geschlechts bekommen hat. Mit dieser Ausschreibung tut die BVG weder sich noch der Gleichstellung einen Gefallen.