Parkplatzsuche in der Großstadt ist ein modernes Abenteuer. Davon können auch die Anwohner und Pendler im Prenzlauer Berg ein Lied singen. Der Bezirk Pankow hat nun beschlossen, dass es mit dem kostenlosen Parken im Prenzl-Berg bald vorbei ist.
„Parkraumbewirtschaftung“ heißt das bürokratische Zauberwort, ist in anderen Stadtteilen wie Charlottenburg-Wilmersdorf oder Mitte bereits die Regel und bedeutet konkret: Wer einen Parkplatz möchte, zahlt zwischen 9 und 24 Uhr einen Euro, am Kollwitzplatz, Helmholzplatz, Kastanienallee und Oderberger Straße kostet das Parken sogar zwei Euro. Der Bezirk erhofft sich davon, dass vor allem Berufspendler und Touristen auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen.
Für Anwohner wird das Parken in ihrem Kiez kostengünstiger: 10,40 Euro kostet eine Vignette für ein Jahr, 20,40 für zwei Jahre. Auch Firmen können Parkausweise für Dienstfahrzeuge beantragen.
Zunächst einmal muss die Bezirksverwaltung kräftig investieren: 2,4 Millionen Euro wird es allein kosten, die Parkautomaten aufzustellen. Dazu kommen 87 Ordnungshüter, die kontrollieren, ob auch jeder einen Parkschein zieht. Ob sich die Investition auszahlt, ist noch ungewiss. Es könnte nämlich sein, dass Pendler und Gäste nicht zahlen oder auf den ÖPNV ausweichen, sondern einfach in angrenzende Kieze fahren; im Bötzowviertel oder am Arnimplatz beispielsweise parkt man nämlich noch kostenlos.