Berliner Beamte – eine aussterbende Art?
Die Bezirke der Hauptstadt beklagen, dass ihr Personal überaltert. Über die Hälfte der Beamten und Angestellten ist jenseits der 50 und wird in absehbarer Zeit in Pension gehen. In zehn Jahren, so die Prognose, wird der Altersdurchschnitt schon bei 55 Jahren liegen. Nachwuchs ist rar, 2.000 Stellen sind zurzeit nicht besetzt.
Schuld daran ist laut den Bezirken vor allem die Sparpolitik des Senats. Auszubildende der Bezirksämter haben so kaum eine Chance, übernommen zu werden. Nur ganzen drei von 100 bis 200 Auszubildenden darf jeder Bezirk eine Übernahme anbieten. Die Bezirksbürgermeister malen daher ein düsteres Zukunftsbild: Bald werde es den Bezirken an Amtsärzten, Therapeuten, Sozialarbeitern und Ingeneuren mangeln; einige Bezirke könnten vielleicht gar kein eigenes Fachpersonal mehr aufbieten.
Senat und Abgeordnetenhaus sollen nun Abhilfe schaffen. Die Bezirksbürgermeister stellten einen dezidierten Forderungskatalog auf: Sie verlangen eine neue Personalpolitik, unter anderem auch die Auflösung des zentralen Stellenpools. In Zukunft wollen die Bezirke selbst Personalentscheidungen treffen können und auch Beamte auf Probe einstellen können.
Bleibt die Frage, woher der Senat das Geld für eine geänderte Personalpolitik nehmen soll. So ärgerlich die Situation ist – Geld drucken kann der Senat schließlich auch nicht. Vielleicht wäre eine umfassende Reform und Entschlackung der Bezirksverwaltungen eine langfristig bessere Lösung. Aber auch das dürfte den Bezirksbürgermeistern nicht schmecken.
Mehr Infos in unserem Portal :
Kurorte in Brandenburg
Zoos in Brandenburg