Vielleicht ist es Ihnen schon einmal aufgefallen: ein kleines, schwarzes Auto mit einer großen Kamera auf dem Dach. Im Dienste des Suchmaschinen-Riesen Google fahren mehrere dieser Wagen durch Deutschland und fotografieren Städte. Auf Google Street View kann der Internet-Nutzer dann eine virtuelle Rundfahrt durch die Stadt unternehmen.
Eigentlich ein ganz nettes Gimmick – mit einem Haken: Das Street View Car fotografiert auch Personen in allen denkbaren Alltagssituationen und Autos samt Nummernschilder. Das ist insofern problematisch, als dass nicht jeder Mensch sich oder sein Auto im Internet wieder finden möchte; schon gar nicht, ohne vorher mal gefragt zu werden. Wer möchte schon von Millionen von Internetnutzern dabei gesehen werden, wie er sich gerade in seinem Vorgarten sonnt oder an der Straßenkreuzung in der Nase popelt?
Datenschützer sehen in diesen Fotos daher eine große Gefahr für die Privatsphäre. Die Berliner SPD und die Linke schließen sich dieser Meinung an und forderten den Senat nun auf, eine Hamburger Bundesratsinitiative zur Änderung des Datenschutzes zu unterstützen. Die Bundesratsinitiative fordert zwei Änderungen: Zum einen sollen Bilder von Geodaten-Diensten wie Google Street View als personenbezogene Daten gelten, die dem besonderen Schutz des Bundesdatenschutzgesetzes unterliegen, zum anderen sollen die Internet-Dienste langfristig im Voraus ankündigen, wann sie wo fotografieren. Diese Änderungen hätten zur Konsequenz, dass die Gesichter von Personen und Autokennzeichen auf Seiten wie Google Street View unkenntlich gemacht werden müssten.
Doch auch heute schon haben Privatpersonen die Möglichkeit, sich zu wehren, wenn sie sich durch Geodaten-Dienste in ihrer Privatsphäre gestört fühlen. So kann man zum Beispiel der Abbildung seines Hauses widersprechen: Eine E-Mail oder ein Brief an Google genügen, dann erscheint das Haus bei Street View als schwarzer Fleck.
Internetagenturen in Berlin
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