Die Katastrophe auf der Loveparade am vergangenen Samstag in Duisburg schockte auch Berlin. Immerhin ist Berlin die Mutterstadt der großen Techno-Party, von 1989 bis 2003 zogen die Raver durch die Hauptstadt und feierten ausgelassen an der Siegessäule. Im Ruhrgebiet fand die Loveparade nun ihr unrühmliches Ende: 20 Menschen sind mittlerweile verstorben, Hunderte verletzt, noch mehr geschockt und verzweifelt, zahlreiche Angehörige trauern.
So wie es bislang aussieht, hat das Sicherheitskonzept der Stadt Duisburg für Massenveranstaltungen sträflich versagt. 1,4 Millionen Menschen wurden durch zwei Tunnel und über eine Rampe auf ein viel zu enges, rundum eingezäuntes Gelände geleitet. Der Tunnel diente zudem zeitgleich als Ein- wie auch als Ausgang. Eine tragische Nachlässigkeit, die nun mehrere junge Menschen mit dem Leben bezahlen mussten.
Berliner Behörden, Polizei und Veranstalter nehmen die Duisburger Katastrophe zum Anlass, die eigenen Sicherheitskonzepte für Massenveranstaltungen zu überprüfen. Ob Fanmeilen oder die Silvesterparty am Brandenburger Tor, Berlin veranstaltet zahlreiche Massen-Events. Bis jetzt ging alles gut und der Berliner Baustadtrat Ephrain Grothe hält die Konzepte der Stadt für sicher: Die Veranstaltungsbereich seien immer von mehreren Seiten aus zugänglich, Rettungskräfte würden weitere Ausgänge offen halten. Im Falle einer Panik – die bei keiner Großveranstaltung, wo Hunderttausende von Menschen aufeinanderprallen, auszuschließen ist – können die Menschenmassen über mehrere Wege flüchten.
So war es auch immer bei der Berliner Loveparade: Die Raver konnten dem Zug folgen, aber auch jederzeit durch den offenen Tiergarten das Gelände verlassen. Nun hat Berlin natürlich auch viel mehr Platz als Duisburg, diese Stadt mit nicht mal 500.000 Einwohnern. Es erscheint ein wenig größenwahnsinnig, dass die Ruhrgebietsstadt dem Ansturm von über 1 Million Feierwütigen standhalten wollte.
Die Duisburger Veranstalter weisen noch alle Verantwortung für das Unglück von sich. In anderen Städten wie auch in Berlin möchte man dagegen aus den Fehlern lernen und sieht sich die ohnehin schon ausgereiften und erprobten Sicherheitskonzepte noch einmal genau an. Eine derartige Katastrophe soll sich schließlich nie wiederholen.