Der Berliner Gendarmenmarkt gilt als einer der schönsten Plätze Europas. Wer an einem lauen Sommerabend dort unter den Ahornbäumen sitzt, in einem der Cafés oder auf den Bänken, der kommt zu dem Schluss: Da ist was Wahres dran.
Wenn es nach dem Senat geht, soll der Gendarmenmarkt nun noch schöner werden. Eine Aufbesserung des Pflasters, eine Überholung der Sitzgelegenheiten, das ist sicherlich mal nötig. Da das in Beton gegossene Pflaster nicht einfach repariert werden kann, soll der Gendarmenmarkt neu gepflastert werden.
Problematisch ist allerdings, dass es in anderen Gestaltungsfragen durchaus Differenzen in der Auffassung von Schönheit gibt. Der Verein der „Freunde und Förderer des Gendarmenmarktes“ kann mit den Verschönerungsplänen des Senats nämlich gar nichts anfangen. Diese Pläne sehen unter anderem vor, die 140 kleinen, niedrigen Ahornbäume zu fällen und durch wenigere große Bäume zu ersetzen. Außerdem soll die Treppe vor dem Französischen Dom verschwinden.
Für die Freunde und Förderer de Gendarmenmarktes kämen derartige Veränderungen einer Zerstörung des Gendarmenmarkts vor. Am Donnerstag starteten sie deswegen eine Unterschriftenaktion, um die Planungen zu stoppen.
Der Senat allerdings hat bereits vor einem Jahr mit Bewohnern, Anrainern, Denkmalpflegern und Historikern über seine Veränderungspläne diskutiert. Die sehen den Umbau positiv. Allerdings wird die Neugestaltung, sofern sie so kommt, wie vom Senat geplant, ein teures Vergnügen: 6 Millionen Euro hat der Senat bei der EU beantragt. 600.000 Euro stellt er selbst aus seinem Plätzeprogramm bereit. „Geldverschwendung“, wie Politiker der Grünen urteilten. Eine Neuerfindung des Gendarmenmarkts halten nämlich nicht nur die Freunde und Förderer für unnötig, sondern auch die Oppositionsparteien.