Berlin Blog

Ein Blog für Berliner und Brandenburger

Medienschelte, Proteste, Parteiordnungsverfahren: Sarrazin sorgt für Aufregung

Wahrscheinlich gibt es keinen Menschen in Deutschland, der es noch nicht mitbekommen hat: Thilo Sarrazin hat ein Buch geschrieben. Der ehemalige Berliner SPD-Finanzsenator und Vorstand der Bundesbank hat seine provokanten Thesen zu Migration und Integration auf 463 Seiten zusammengefasst. „Deutschland schafft sich ab – Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“ heißt das Werk, das schon durch seine Vorabdrucke für eine aufgeregte Diskussion in den Medien sorgte.

Gestern stelle Sarrazin das Buch auf einer Pressekonferenz vor. Fast gleichzeitig beschloss die SPD auf einer Präsidiumssitzung, ein Parteiordnungsverfahren gegen Sarrazin einzuleiten, um ihn aus der Partei auszuschließen. Das wäre nicht der erste Versuch der SPD, den Provokateur loszuwerden. Der Bundesbankvorstand distanzierte sich derweil von Sarrazins Äußerungen.

Nun schreibt Sarrazin in seinem Buch nichts, was er nicht vorher schon mal laut gedacht hätte: Türkische und arabische Immigranten seien nicht integrationswillig, es gäbe ein genetisches Erbe der Völker und Intelligenz sei erblich. Die öffentliche Aufregung in den Medien war – wie zu erwarten – dennoch enorm und sichert Provokateur Sarrazin mal wieder eine Aufmerksamkeit, die ihresgleichen sucht und die weit über deutsche Landesgrenzen hinausgeht: Auf der Pressekonferenz stellen neben deutschen Journalisten auch Reporter aus den Niederlanden, aus Russland und aus der Türkei ihre Fragen. Draußen stehen Protestler, die Sarrazin des Rechtspopulismus beschuldigen und fordern: „Halt’s Maul!“ Auch Bundeskanzlerin Merkel mischt sich ein und fordert die Bundesbank auf, „die Personalie zu überdenken“.

Den Verkaufszahlen des Buches dürften die Medienschelte und das politische Echo nur gut tun. Statt sich mit Sarrazins Thesen sachlich auseinanderzusetzen und sie mit Argumenten zu widerlegen, hagelt es reflexhafte Vorwürfe, die in ihrer Polemik Sarrazins eigenen Aussagen nicht nachstehen. Ganz anders fällt das Urteil bei vielen Bürgern aus: „Heftig ausgedrückt, aber nicht so falsch“, so lassen sich deren Gedanken am ehesten zusammenfassen.

Sarrazin jedenfalls kann sich ins Fäustchen lachen und sich über die kostenlose Werbung freuen, die ihm Zeitungen und Fernsehen in diesen Tagen bescheren.

Ferien und Feiertage in Brandenburg:
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Langjähriger Direktor vom Zoo Berlin wäre 150 Jahre alt geworden

27.08.2010

Festveranstaltung „150 Jahre Ludwig Heck“
Langjähriger Direktor vom Zoo Berlin wäre 150 Jahre alt geworden

Am 11. August 2010 wäre der langjährige Direktor vom Zoo Berlin, Geheimrat Dr. Ludwig Heck, 150 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass lädt am Montag, den 30. August 2010, 18.00 Uhr zu einer Festveranstaltung im Zoo Berlin im Antilopenhaus ein.

Unter der Leitung von Dr. Ludwig Heck wurde der Zoo Berlin einer der artenreichsten Zoos der Welt, das Zoo-Aquarium wurde ebenfalls unter seiner Leitung 1913 den Berlinern übergeben. Mit seinem Namen ist auch das erste Artenschutzprojekt der Welt, das Zuchtprogramm für Wisente verbunden, die in den 1920er Jahren fast ausgestorben waren.

An dieses vielseitige Engagement für den Zoologischen Garten Berlin wird in einem Festvortrag von Dr. Bernhard Blaszkiewitz, dem Direktor vom Zoo Berlin und vom Tierpark Berlin, erinnert und gleichzeitig das Wirken von Ludwig Heck gewürdigt. Anschließend findet ein kleiner Empfang statt.

Eintritt für die Veranstaltung kostet 10 Euro. Karten sind unter Tel. 51 53 14 07 oder info@freunde-hauptstadtzoos.de sowie im Verwaltungsgebäude vom Zoo Berlin erhältlich.
( Presseinformation der Fördergemeinschaft von Tierpark Berlin und Zoo Berlin e. V. )

Mehr Infos:
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Party im verlassenen Spreepark

Acht Jahre lang ist nichts passiert im Ostberliner Spreepark. Seit acht Jahren stehen in dem Vergnügungspark im Pläntnerwald die Karussells still, acht Jahre lang hatte die Vegetation Zeit, Riesenrad, Kioske und Teiche zu überwuchern. Nachdem die Betreiberfamilie Witte 200 Insolvenz anmelden musste, verkam der Spreepark zum zerfallenen Vergnügungspark der Geister.

Doch am kommenden Wochenende soll auf dem verwunschenen Gelände wieder Leben einkehren. Von Samstag, 14 Uhr, bis zum Sonntagabend um 22 Uhr sollen sich hier 5.000 Gäste tummeln, zu House-Musik tanzen und Artisten und Clowns bei ihren Auftritten zusehen. Luna Land Festival nennt sich das Spektakel, organisiert wird es von der gebürtigen Hamburgerin Jenny Tan und ihrer Mutter Chris Tan. Die beiden Frauen glauben an das Potenzial des verlassenen Spreeparks.

Als Veranstaltungsort ist das Gelände sicherlich reizvoll. Die verfallen-romantische Atmosphäre könnte sich gut für eine dauerhafte Party-Location für durchfeierte Sommernächte eignen und Leute anziehen, die mal „etwas anderes“ suchen. Das Berliner Umweltamt hat schon sein OK gegeben, ebenso das Gewerbeamt, das den Verkauf von Speisen und Getränken erlaubt. Nun hängt es am Sicherheitskonzept, das noch vom Bezirksamt Treptow-Köpenick und der Polizei geprüft wird. Nach den schrecklichen Ereignissen der Love Parade wird auf das Sicherheitskonzept besonderes Augenmerk gelegt – gerade an einem Ort, der durch kaputte Karussells und verfallene Gebäude einige Gefahrenquellen aufweist. Dennoch wäre es schön, wenn der Spreepark auf diesem Wege wieder ein Ort der guten Laune und der ausgelassenen Party werden könnte.

Restaurantführer für Berlin

Binnenhochwasser im Oderbruch

An Neiße und Spree blieben die Menschen von schweren Hochwasserschäden verschont – auch, wenn die Hochwasserwarnung noch nicht vollständig zurückgenommen wurde. Anders sieht es nun im Oderbruch im Osten Brandenburgs aus: Dort breitet sich zurzeit das größte Binnenhochwasser seit Beginn der Pegelmessungen aus. Und das, obwohl die Oder selbst noch nicht mal über den Deich getreten ist.

Felder und Wiesen stehen unter Wasser, die Fluten dringen auch in Keller ein – auf 10.000 Hektar Feld steht das Wasser bis zu 40cm hoch. Die ständig anhaltenden heftigen Regenfälle sind Schuld an der Überflutung. Den Starkregen mit 200 Litern pro Quadratmeter war zuviel für den ohnehin schon nassen Boden und die vollen Entwässerungsgräben. Auch die Schöpfwerke, welche die Entwässerungsgräben normalerweise leer pumpen, konnten die Wassermassen nicht bewältigen. Die Oder drückte den Grundwasserpegel zusätzlich nach oben – Folge ist das jetzige Jahrhunderthochwasser.

Vor allem die Bauern leiden unter der Überflutung. Winterweizen kann nicht geerntet werden, Maispflanzen werden vom Wasser dahingerafft und die Aussaat von Raps ist nicht möglich. Viele Betriebe sehen ihre Existenz gefährdet, falls die Hochwasser in den nächsten Jahren zunehmen.

Das Problem wird das künstlich trockengelegte Feuchtgebiet Oderbruch aber nicht von heute auf morgen los. Das Gebiet liegt unter dem Flusspegel und ist zudem sehr flaches Land, sodass Hochwasser kaum abfließen kann. Ein Soforthilfeprogramm, bei dem die Alte Oder ausgebaggert wurde, um dem Wasser schneller Herr zu werden, ließ sich die Brandenburgische Landesregierung 2,2 Millionen Euro kosten – entfernte das Gebiet dabei aber noch mehr von seinem natürlichen Zustand. Eine langfristige Strategie, die den Oderbruch renaturiert und den Bauern dennoch ihre Existenz behält, fehlt bisher. Mehr Infos über den Landkreis Märkisch-Oderland

Wölfe in Brandenburg

Jahrhunderte lang waren Wölfe in Deutschland ausgestorben. Nun kehren sie langsam aus Russland über Polen in die östlichen Gebiete zurück. Letztes Jahr zählte das Brandenburgische Landesumweltamt sieben oder acht Wölfe, die sich dort fest angesiedelt haben.

Nicht alle freuen sich über die Rückkehr des grauen Jägers in die heimischen Wälder. Gerade Schafzüchter betrachten das wachsende Wolfsaufkommen mit Skepsis. Immer wieder fallen Schafe einem der Wölfe zum Opfer; vor kurzem sollen Wölfe in Brück nahe Potsdam 15 Tiere gerissen und weitere 20 schwer verletzt haben.

Allerdings ist es nicht ganz einfach, die Biss- und Rissspuren eindeutig einem Wolf zuzuordnen. Auch streunende, verwilderte Hunde sind eine große Gefahr für Hausschafe. Doris Lorenz vom Landesamt für Umwelt, Gesund und Verbraucherschutz formuliert daher auch vorsichtig und sagt, dass Wölfe als Verursacher „nicht ausgeschlossen“ sind.

Zweifelsfrei ist, dass sich die Menschen in Brandenburg auf ein Leben mit den Wölfen einstellen müssen. Die Tiere sind extrem anpassungsfähig, weswegen davon auszugehen ist, dass ihre Population hier dauerhaft wieder heimisch wird und sich ausbreitet. Eine Gefahr für den Menschen geht nicht aus, dafür sind die Wölfe viel zu scheu. Schafe und weitere Nutztiere schütze man am besten mit wolfssicheren Elektrozäunen und eigens ausgebildeten Hütehunden, rät das Umweltamt.

Wölfe stehen unter Artenschutz, wer einen Wolf tötet, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Es besteht allerdings die Gefahr, den Hundevorfahren mit einem großen Schäferhund zu verwechseln. Wer sich weiter über die Tiere informieren möchte, kann dies zum Beispiel mit der vom Umweltamt herausgegebenen Broschüre „Wölfe vor unserer Haustür“ tun.

Ärger um Test-E-Mail im Bezirksamt

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Büro und erhalten eine E-Mail von Ihrem Arbeitgeber, der angeblich die technische Funktion des Mail-Dienstes prüfen möchte. Daher bittet er Sie, den Eingang der Mail zu bestätigen. So geschehen nun im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Alles kein Problem, normaler Arbeitsalltag, eine Lapalie? Eben nur scheinbar – denn eigentlich verfolgte die Mail einen ganz anderen Zweck als angegeben: Sie sollte zeigen, welche Bezirksamt-Mitarbeiter tatsächlich auf die Nachricht antworten und welche sie ignorieren.

Zahlreiche Bürgerbeschwerden seien beim Bezirksamt eingegangen, da einige E-Mails an die Beamten nie beantwortet würden, so Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler, der für die Mail-Aktion verantwortlich ist. Auf diesem Wege wollte man nachprüfen, was an den Vorwürfen dran ist.

Sehr zu Ärger der Beschäftigten und des Personalrats, der bei der Aktion nicht mit einbezogen wurde. Der Personalrat ließ denn auch verlauten, dass die Bezirksamt-Mitarbeiter die Mail nicht beantworten sollen und dass man einen Anwalt eingeschaltet habe.

Diese lautstarke Verärgerung lenkt dabei vom eigentlichen Problem ab: Das liegt nämlich nicht darin, dass ein Arbeitgeber die Zuverlässigkeit seiner Mitarbeiter überprüft – sondern vielmehr darin, dass wohl zahlreiche Bürgeranfragen ungelesen in den Mailaccounts eben dieser Mitarbeiter versanden. Als „hinterlistig“ beschimpft der Personalrat den Test; das mag sogar stimmen, dennoch haben Arbeitgeber das Recht zu prüfen, ob ihre Mitarbeiter für ihr Geld auch tatsächlich arbeiten. Testkäufe in Warenhäusern funktionieren nach demselben Mechanismus und sind ein anerkanntes Mittel. Geht es um den öffentlichen Dienst, ist eine Überprüfung der Arbeit noch notwendiger, immerhin werden die Beschäftigten aus Steuereinahmen bezahlt. Die Stadträte im Bezirksamt tun also ganz gut daran, ab und an als ihre eigenen „Kunden“ aufzutreten.

Fantasy Filmfest

Ab Dienstag, dem 17. August, wird es in Berlin wieder schaurig. Abends feiert nämlich das Fantasy Filmfest Eröffnung – bis zum 25. August erwarten gruselige, erschreckende, schockierende und absurde Filme das Berliner Kinopublikum. Wer die Zeit hat, kann sich von morgens bis spät in die Nacht im Cinemaxx und Cinestar am Potsdamer Platz von Genre-Filmen unterhalten lassen.

Einige Regisseure lassen es sich nicht nehmen, ihre Streifen den geneigten Zuschauern selbst vorzustellen: Der Franzose Frank Richard bringt den Eröffnungsfilm des Festivals mit – „The Pack“ startet um 20.00 Uhr. Im französischen Nirgendwo treffen darin eine junge Frau und ein Tramper auf eine einheimische Meute, die den Fremden – Überraschung! – alles andere als wohlgesonnen ist.

Subtiler wird es am Mittwochabend um 21.15 mit dem britischen Streifen „Monsters“ von Gareth Edwards. Der Film spielt im amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet, in dem seit einiger Zeit riesige Außerirdische ihr Unwesen treiben. Zu Gesicht bekommt man die Monster nur sehr selten, der Film bezieht seine Spannung eher aus der Beziehung zwischen den Figuren und aus dem unterschwellig brodelnden Unheimlichen.

Am Freitag kommt Gaspar Noé nach Berlin und stellt seinen neuen Film „Enter the Void“ vor. Der Franzose verstörte das Publikum zuletzt mit dem brutalen „Irréversible“. „Enter the Void“ verspricht ein ähnlich schonungsloser Streifen zu werden, der dem Publikum einiges an Durchhaltevermögen abverlangt.

Ein Highlight des diesjährigen Festivals dürfte Michael Winterbottoms „The Killer Inside Me“ mit Casey Affleck, dem kleinen Bruder von Ben Affleck, sein. Winterbottom liefert hier einen Film Noir voller Sex und Gewalt, der dem Publikum auf anderen Festivals schwer an die Nieren ging.

Daneben wartet das Fantasy Filmfest natürlich noch mit einer ganzen Reihe weiterer Leckerbissen auf: Es geht vom reinsten Splatter-Vergnügen („Daylight“) über Zombie- und Vampirhorror („“Vampires“) bis hin zu eher psychologischem Schrecken („The Last Days of Emma Blank“). In Focus Asia erfährt der Kinofan, was östlich von uns gerade Angst und Schrecken verbreitet.

Karten gibt es im Vorverkauf oder online bei cinemaxx.de und cinestar.de.

Open-Air-Programm für die letzten Sommertage

So langsam nähert sich der Sommer seinem Ende. Noch bleibt die Hoffnung auf einen warmen Spätsommer, doch der Herbst kommt schneller als man denkt. Die letzten milden Abende wollen da gut genutzt werden. In Berlin gibt es Gott sei Dank zahlreiche Möglichkeiten, Kunst und Kultur unter freien Himmel zu genießen.

Theaterfreunde zieht es so ins Amphitheater im Monbijoupark. Noch bis Mitte September gastiert dort das Hexenkessel Hoftheater und unterhält mit Komödien und Dramen von Moliere und Shakespeare. Das Programm:

Don Juan 03.06.-11.09. Di-Sa, 19.30h
Der Widerspenstigen Zähmung 26. August – 11. Sep. Do-Sa 19.30 Uhr
Julia und Romeo 12.07.-11.09. Di-Sa 21.30h

Wer  sich Geschichten lieber auf der großen Leinwand ansieht, ist in einem der vielen Freiluftkinos richtig. Im Kulturforum am Potsdamer Platz kann man sich vor der beeindruckenden Kulisse von den Arthouse-Schätzen aus der letzten Saison  aus dem Alltag entführen lassen. Im Programm sind zum Beispiel Kracher wie Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“, aber auch kleine, feine deutschen Filmen wie „Vincent will Meer“.

Eine ganz besondere Atmosphäre bietet das Freilichtkino in den Gärten der Museen in Dahlem. 450 Besucher finden hier Platz und können noch bis zum 05. September internationales Kino genießen.

Einführung in den Berliner Lebensstil und die Kiezverbundenheit gibt es für Einheimische und Touristen in der ufaFabrik auf der überdachten Open Air-Bühne. Bis zum 28. August erzählen wechselnde Berliner Comedians hier „Kiezgeschichten“.

Der Berliner Sommer hat also noch Einiges zu bieten. Die Open-Air-Entdeckungsreise lohnt sich in jedem Fall.

Hochwasser in Brandenburg: Die Lage entspannt sich

Sommerzeit ist fast schon mit Garantie Hochwasserzeit in Brandenburg. Da kann man froh sein, wenn es wie in diesem Jahr einigermaßen glimpflich abläuft.

Cottbus wurde heute am frühen Morgen durch die Spremberg Talsperre vor dem Schlimmsten bewahrt: 100 Kubikmeter Wasser führt die Spree in diesem Bereich momentan, die Deiche in Cottbus können aber nur 80 Kubikmeter halten. Durch die Talsperre konnten die Fluten kontrolliert abgelassen werden, sodass die Anwohner in Cottbus keine Wasserschäden mehr befürchten müssen. Da war eine Menge Glück mit dabei, denn bis gestern wurde an der Talsperre Spremberg gearbeitet, in den letzten Wochen war sie daher nicht einsatzbereit. Nun kommt ihr eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung des Hochwassers zu: Über die Talsperre kann das Spreehochwasser aufgefangen und dosiert Richtung Berlin, Cottbus und Spreewald abgeleitet werden.

Glück im Unglück hatten auch die Einwohner in Guben, die sich momentan der steigenden Neiße gegenüber sehen. In der Nähe des Ortes brach ein Damm – das Wasser floss allerdings in unbewohntes Gebiet.

Entwarnung gibt es jedoch noch nicht: An der Neiße gilt weiterhin Hochwasserwarnstufe 4, an der Spree Warnstufe 3. Der Scheitelpunkt des Hochwassers wird heute Nachmittag in Cottbus erwartet. Dammbrüche seien nicht ganz auszuschließen, heißt es aus der Stadtverwaltung. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck sieht die Lage jedoch entspannt.

Rettung für die Ahornbäume am Gendarmenmarkt

Letzte Woche berichteten wir noch über die Pläne des Berliner Senats, den Gendarmenmarkt komplett umzugestalten und die Kugelahornbäume durch andere Bäume zu ersetzen. Diese Pläne riefen den Protest vieler Berliner hervor: Die Freunde und Förderer des Gendarmenmarktes sammelten 5.000 Unterschriften für den Erhalt der Bäume – die Maßnahme zeigt Erfolg: Die Ahornbäume sind gerettet. Erst einmal.

Ephraim Gothe, Baustadtrat von Berlin Mitte, will nun andere Baupläne prüfen. Ewig werden die Kugelahornbäume dennoch nicht den Gendarmenmarkt verzieren können; in 10 oder 20 Jahren sei ihr Lebensalter erreicht, dann müssten sie weichen.

Festhalten will der Baustadtrat an einer barrierefreien Gestaltung des Platzes. Alle Bauwerke und Monumente sollen frei zugänglich sein. Dazu gehört auch, dass die Treppe vor dem Französischen Dom abgerissen werden soll.

Vom heftigen Protest der Berliner zeigte sich Gothe überrascht. Nicht ganz zu Unrecht; der Plan zur Umgestaltung war nicht erst seit letzter Woche bekannt. Vor etwa einem Jahr einigte sich der Senat bereits mit Anrainern und Anwohnern über die Neugestaltung des Gendarmenmarktes. Nun ist noch einmal Umdenken angesagt – ein Umdenken, dass hoffentlich den ursprünglichen Charakter des Gendarmenmarktes erhalten wird.