Für manche Lebewesen sind die Straßen Berlins das reinste Paradies. Dazu gehören die etwa 60.000 Tauben, die in der Hauptstadt leben. Nahrung finden sie hier mehr als genug: im Großstadtmüll, von Touristen oder auch von Berlinern. So lässt es sich in der Innenstadt, an Bahnhöfen und Stadtkreuzungen, herrlich leben.
Nicht ganz so herrlich ist die Situation allerdings für die Plätze, an denen sich besonders große Taubenkolonien niedergelassen haben. Taubenkot ist nicht nur unattraktiv und eklig, er überträgt zudem Krankheiten und kann Steine und Gemäuer langsam zersetzen. Laut dem Berliner Tierschutzbeauftragten Klaus Lüdcke arbeitet die Stadt nun an einer artgerechten Lösung für das Taubenproblem.
Die Lösung klingt einfach: Taubenschläge sollen abseits der zentralen Plätze errichtet werden. Hier könnte man zum einen die Tiere mit Futter versorgen, zum anderen aber auch die Population kontrollieren, indem man die Taubeneier gegen Toneier austauscht. In Reinickendorf sollen im September die ersten Taubenkästen entstehen.
Voraussetzung ist allerdings, dass die Tauben nicht mehr anderswo von wohlmeinenden Menschen gefüttert werden. Dann könnte die ganze schöne Idee nämlich hinfällig sein – die Tauben hätten dann sichere Schlupflöcher und gleich mehrere Nahrungsquellen im Angebot.
Zudem müssen die Taubenschläge gegen Vandalismus geschützt werden; ähnliche Ansätze verfolgte man schon in den 1970er und 1990er Jahren, damals fielen die Taubenkästen allerdings mutwilliger Zerstörung oder schlicht dem Geldmangel zum Opfer