Berliner hatten sich schon auf mehr Ruhe am Himmel gefreut. Durch die Schließung von Tempelhof und Tegel sollte der Fluglärm über der Stadt wesentlich abnehmen, der Flugverkehr sich „auf die grüne Wiese“ zum neuen Flughafen Berlin Brandenburg International verlagern.
Doch zu früh gefreut. Eine der Routen, die vom BBI bzw. „Willy Brandt Flughafen“ weg und zu ihm hin führen, sollen genau über der Stadt liegen. Der Norden Berlin kann sich zwar über einen tatsächlich geringeren Geräuschpegel freuen, wenn keine Flugzeuge mehr in Tegel starten oder landen. Über dem Wannsee werden nach Plänen der Deutschen Flugsicherung aber ab der Eröffnung – voraussichtlich am 3. Juni 2012 – tieffliegende Flugzeuge zu sehen und vor allem zu hören sein.
Die Deutsche Flugsicherung beruhigt derweil und versichert, dass die zu erwartende Geräuschkulisse nicht an den Start- und Landelärm von Tegel herankommt. Wenn es kommt wie geplant, wird es auch in Teltow, Königs Wusterhausen, und Zeuten mehr Flugverkehr geben. Zwar wäre es möglich, Berlin zu umfliegen und die Flugzeuge über weniger besiedeltes Gebiet zu leiten – diese Routen würden aber einen Umweg bedeuten, länger dauern und die Umwelt mehr belasten. Die Deutsche Flugsicherung hat daher lieber den direkten Weg gewählt, über die Stadt hinweg.
Doch es gibt auch einen Gegenentwurf, eingereicht vom Bürgerverein Berlin-Brandenburg und der Schutzgemeinschaft der Umlandgemeinden. Ein geknickter Anflug des Flughafens um Wohngebiete herum und ein steilerer Anflugswinkel soll dabei Fluglärm vermeiden. Welches Konzept sich letztlich durchsetzt und welche Route die Flugzeuge von Schönefeld aus nehmen werden, entscheidet das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung.