Seit 1997 gibt es sie, die Berliner Lange Nacht der Museen, die seitdem jährlich zweimal, im Sommer und im Winter, ihre Besucher zum Flanieren durch die größte Museumslandschaft der Welt einlädt. Von den über 150 Museen und Archiven der Stadt nehmen jeweils zwischen 70 und 150 Häuser am Event teil, darunter immer auch Kulturhäuser und -projekte, die nicht dem musealen Bereich entstammen. Die Museumsnacht bietet sich aufgrund ihres Charakters weniger zum intensiven Verweilen an als zur Schaffung eines schnellen Überblicks über das aktuelle Ausstellungsgeschehen Berlins, vor allem angesichts der günstigen Ticketpreise im Verhältnis zu den mittlerweile recht teuren Eintrittspreisen der großen Sonderausstellungen.
Bis 2006 wurde die Lange Nacht unter Federführung des damaligen Museumspädagogischen Dienstes Berlin (MD Berlin), einer Senatsbehörde, organisiert, seitdem nominell gemeinsam von der Kulturprojekte Berlin GmbH und den Berliner Museen. Eine Änderung trat damit kaum ein, da die Kulturprojekte Berlin als Fusion des MD Berlin mit der ehemaligen Berliner Kulturveranstaltungs GmbH größtenteils mit demselben Personal weiterhin die Rahmenorganisation und das Marketing betreibt, während die Häuser wie vorher das Programm konzipieren und organisieren. Die eher für ihre Befindlichkeiten als für ihre Publikumsorientierung bekannten Beteiligten bieten in der inhaltlichen Gestaltung und in ihrer Kreativität bei der Suche nach ihren Zielgruppen denn auch wenig Neues. Weder der für Berlins Wirtschaft äußerst interessante internationale Tourismus noch die ausgeh-aktivste Bevölkerungsschicht zwischen 20 und 35 Jahren werden in Programm und Marketing breiter angesprochen. Dass die Besucherzahlen der Langen Nacht seit Jahren stagnieren – wen wundert´s.
Highlights bietet die Lange Nacht der Museen u.a. mit dem Flugsimulator Berlin (das Ticket kostet normalerweise 159,- Euro, also früh anstellen.), mit der Sonderausstellung „Grand Paris in Berlin“, in der zehn Ideen für ein zukünftiges Paris präsentiert werden, und der Etruskischen Kunst im Alten Museum, die man allerdings auch außerhalb der Langen Nacht bewundern kann. Die wirklichen Schleckereien finden sich – wenn auch nicht sehr zahlreich – im Rahmenprogramm, und wer sich für ein Genre begeistert, nutze das Menü „Veranstaltungsart“ auf der Suche-Seite der Website der Langen Nacht. Bon voyage! ( Text: R.N. / Bild: © Berlin85)
Weitere Infos unter http://www.lange-nacht-der-museen.de/
