Berlin wächst viel schneller als erwartet

Berlin

Berlin wächst – und zwar deutlich schneller als gedacht. Mehr Menschen als erwartet ziehen in die Hauptstadt. 2019 werden voraussichtlich 250.000 mehr Personen in Berlin leben als noch 2011. Eigentlich haben Demographen und Politik diesen Bevölkerungszuwachs erst für 2030 erwartet. Doch allein in den letzten fünf Jahren sind schon 38.500 neue Einwohner hinzugekommen. Immer mehr Menschen in der Stadt: Das sind immer mehr Personen, die bezahlbaren Wohnraum benötigen, mehr Schüler, mehr Kita-Kinder, mehr Menschen, die die Berliner Infrastruktur nutzen. Das stellt die Stadtplanung natürlich vor Herausforderungen.

Wie soll Berlin mit der wachsenden Bevölkerung umgehen?

Die Zahlen verkündete Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) am Montag bei einem Frühstück der Industrie- und Handelskammer. Die Wirtschaft freut sich über das Bevölkerungswachstum, bedeutet der doch auch mehr Einkommen, mehr Geschäfte und mehr öffentliche Investitionen in die Stadt. Wie Berlin mit der wachsenden Bevölkerung umgehen möchte, stellte Geisel ebenfalls beim Frühstück vor: In der Berliner Verwaltung sollen sich in Zukunft mehr Mitarbeiter um die Entwicklung des Nahverkehrsnetzes kümmern. Bisher ist nur ein Mitarbeiter dafür zuständig – zu wenig, findet Geisel. Die Planungen müssten jetzt beginnen, damit der Berliner Nahverkehr in 20 bis 30 Jahren an die zukünftige Bevölkerungszahl angepasst sei.

Dichter und höher bauen

Das Wohnungsproblem möchte der Stadtentwicklungssenator mit einer dichteren Bebauung lösen. Nur so sei es zu schaffen, die größeren Grünflächen zu erhalten. Hochhäuser sollten zudem höher werden dürfen, als es bislang der Fall ist. In Berlin gilt noch die Festlegung, dass kein Hochhaus höher sein darf als 22 Meter. Diese sogenannte Traufhöhe sollte aus Sicht von Geisel allerdings kein Dogma sein. Geisels Plan: ein Wohnungsbaubeschleunigungsgesetz. Bauherren sollten schneller mit den Vorbereitungen beginnen können, zum Beispiel Bäume fällen, noch bevor die Baugenehmigung erteilt worden sei. (Foto: © JiSign)