Der 1. Mai in Berlin – Polizei hofft auf friedliche Demos

Berlin

Der erste Mai und Berlin – in der Vergangenheit bedeutet das oft Krawalle, große Polizeiaufgebote und Demonstrationen, die gewalttätig endeten. In den letzten Jahren hat sich jedoch einiges getan: Die Gewalt auf den Demos zum Tag der Arbeit nimmt kontinuierlich ab, obwohl weiterhin Jahr für Jahr tausende von Menschen durch Berlin ziehen. Eskalationen bleiben aber erfreulicherweise aus.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) zeigt sich zuversichtlich, dass Berlin den 1. Mai auch 2015 weitgehend friedlich feiert. Von der geplanten Anreise gewaltbereiter Gruppen wisse man bislang nichts. Auf massive Polizeipräsenz setzt der Senat dennoch: Rund 7.000 Beamte sollen im Einsatz sein. Die dienen aber nicht nur der Abschreckung, wie Henkel betont, sondern sollen sich auch dialogbereit zeigen. Wer doch randaliert, soll mit einer schnellen Strafe rechnen: Zusammen mit den Polizeikräften sind neun Staatsanwälte unterwegs. Nach einer Festnahme sollen diese die Randalierer direkt vor den Haftrichter bringen.

Wo wird zum 1. Mai demonstriert?

Los geht es mit den Demonstrationen bereits in der Walpurgisnacht, der Nacht zum 1. Mai. Die „Antikapitalistische Walpurgisnacht-Demo“ startet am Leopoldplatz und möchte sich gegen Rassismus und Ausgrenzung wenden. Im letzten Jahr blieb die Veranstaltung frei von ernsthaften Zwischenfällen, darauf hofft die Polizei auch dieses Jahr. Die „Revolutionäre 1. Mai-Demonstration“ findet auch dieses Jahr wieder statt. Im vergangenen Jahr hatten rund 20.000 Demonstranten daran teilgenommen. Für 2015 rechnen die Veranstalter sogar mit rund 30.000 Teilnehmern. Zentrales Thema soll die Flüchtlingspolitik sein. Kreuzberg feiert derweil wieder das MyFest. Ab 12 Uhr treten rund um das Kottbusser Tor, den Heinrichplatz und die Oranienstraße wieder diverse Bands auf. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen hier friedlich miteinander feiern.

Wer doch mit Pflastersteinen werfen möchte, kann am Freitag übrigens im Club „Ritter Butzke“ in Kreuzberg vorbeischauen. Die „Steine“ sind allerdings aus Soft-Material, als Ziel dienen Pappfiguren. Auch eine Form, um Aggressionen abzubauen – und eine friedliche noch dazu. – (Foto: © JiSign)