Ein Filmhaus für Berlin

Berlin

01.05.2016
Die Berliner CDU macht den Vorstoß und schlägt ein neues Filmhaus für Berlin vor. Unterstützung findet sie dabei bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Berlinale-Chef Dieter Kosslick. Aber was soll das eigentlich sein, ein Filmhaus? Geht es nach der Union, soll dies ein Ort werden, in dem sich die Film- und Fernsehwirtschaft Berlins als Nummer eins in Deutschland präsentieren kann.

Was soll das neue Filmhaus bieten?

Die Einrichtung soll mehrere Institutionen an einem Standort vereinen. Dazu gehört zum Beispiel die Deutsche Kinemathek mit ihren Archiven und dem Filmmuseum, das Institut für Film- und Videokunst des“Arsenal“, außerdem die Deutsche Film- und Fernsehakademie. Der Verband der Programmkinobetreiber soll hier einen Sitz bekommen, zudem könnte das Medienboard Berlin-Brandenburg eine Hauptstadtpräsenz erhalten. Und für Kinosäle soll sich auch ein Platz finden.

Bislang gibt es das Arsenal Filmhaus. Seit 40 Jahren können Cineasten hier ausgewählte Filmkunst erleben, seit dem Jahr 2000 befindet sich das Kino am Potsdamer Platz. Der Standort ist zentral, aber teuer: Die Miete beträgt jährlich rund 4,6 Millionen Euro, der Bund trägt davon 3,5 Millionen Euro. Im Jahr 2025 läuft der Mietvertrag aus. Laut CDU wird das Haus zudem nicht gut angenommen; die Lage am Sony Center sei zwar hervorragend, aber der Deutschen Kinemathek fehlten trotzdem die Besucher. Erweiterungsmöglichkeiten gebe es ebenfalls nicht. Auch die Berlinale findet derweil am Potsdamer Platz statt, Berlinale-Chef Dieter Kosslick hat aber nichts gegen einen Umzug einzuwenden; am Potsdamer Platz würde er gerne bleiben, aber „nicht um jeden Preis“.

Standort noch unklar

Das neue Filmhaus soll nach Vorstellung der CDU mehr Bürofläche bieten, um hier mehrere Akteure zu konzentrieren. Neben den zwei Kinosälen des Arsenals sollen dann auch die Ausstellung und Archive hier ihren Platz finden. An welchem Standort das Filmhaus untergebracht werden könnte, steht noch nicht fest. Sicher sind sich die Politiker dagegen, dass sich das Vorhaben finanzieren lässt und auch genug Interessierte findet, um sich zu rechnen. (Foto: © JiSign )