„Flüchtlinge fressen“: Air Berlin sagt Teil der umstrittenen Kunstaktion ab

Kunstaktion in Berlin

28.06.2016
Für den heutigen Dienstag Abend hat das provokante Künstlerkollektiv „Zentrum für Politische Schönheit“ (ZPS) die Aktion „Flüchtlinge fressen“ angekündigt: Um 18:45 Uhr wollen sich Flüchtlinge vor dem Maxim-Gorki-Theater von vier Tigern „zerfleischen“ lassen, wie sie es nennen. Als Höhepunkt der umstrittenen Kunstaktion sollte zeitgleich eine Air Berlin-Maschine mit 100 Flüchtlingen an Bord am Flughafen Tegel landen. Die Initiatoren von ZPS wollen damit erreichen, dass Flüchtlinge über den sicheren Luftweg statt über den gefährlichen Seeweg nach Europa reisen dürfen.

Air Berlin sagt Flug mit 100 Flüchtlingen ab

Doch aus einem Teil der Aktion wird nichts: Air Berlin sagte den Flug kurzfristig ab. Als Begründung gibt die Fluggesellschaft an, dass für viele der Fluggäste keine Einreiseberechtigung vorliege. Wesentliche Teile der Beförderung habe Air Berlin erst nach Vertragsabschluss erfahren, das Vertrauensverhältnis zum „Zentrum für Politische Schönheit“ sei gestört.

Syrische Schauspielerin will sich von Tigern „zerfleischen lassen

Die Kunstaktion vor dem Maxim-Gorki-Theater soll dennoch wie geplant stattfinden. Bereits seit fast zwei Wochen stehen hier die Käfige mit den vier Tigern. Am Montagabend wollte das Verwaltungsgericht Berlin entscheiden, ob die Genehmigung für die Tigerkäfige sofort entzogen wird, bis zum Dienstagmorgen war die Entscheidung aber noch nicht bekannt. Die Künstlergruppe kündigte bereits an, die Käfige auf keinen Fall abzubauen und die Aktion auf jeden Fall durchzuführen. Die syrische Schauspielerin May Skaf hatte angekündigt, sich von den Tigern fressen zu lassen, um eine Änderung des Paragrafen 63 des Aufenthaltsgesetzes zu erreichen, der eine Einreise von Ausländern ohne Papiere verbietet. (Foto: © JiSign )