Keine Einheitswippe für Berlin

Berlin

14.04.2016
Der Schlossplatz wird kein Denkmal für die friedliche Revolution und die Wiedervereinigung bekommen. Am gestrigen Mittwoch kippte der Bundestag die sogenannte Einheitswippe. Die Kosten für das Projekt stiegen bereits vor der Bauzeit weit über die geplante Summe. Aus Angst, dass das Denkmal noch teurer wird, verabschiedete der Bundestag einheitlich einen Beschluss von Abgeordneten der CDU und SPD und erklärte der Wippe damit das Aus.

Kein Freiheits- und Einheitsdenkmal auf dem Schlossplatz

Eigentlich sollte die Einheitswippe schon seit einigen Jahren auf dem Schlossplatz stehen. Im Jahr 2007 hatte der Bundestag die Errichtung des Berliner Freiheits- und Einheitsdenkmals beschlossen. Bis 2013 hätte die begehbare Wippe neben dem rekonstuierten Berliner Schloss fertig sein sollen. Die Einweihung war für den 9. November 2014 geplant, dem 25. Jahrestag des Mauerfalls. Zehn Millionen Euro waren für den Bau veranschlagt worden. Dann aber scheiterte erst ein Wettbewerb, anschließend trennten sich die beauftragten Künstler, am Bauplatz wurden wilhelminische Mosaike entdeckt und schließlich kam dem Bauvorhaben auch noch ein Schwarm seltener Wasserfledermäuse in die Quere. Die geplanten Kosten stiegen auf fast 15 Millionen Euro, die geplante Fertigstellung verschob sich auf 2018.( Liste von Gedenkstätten in Berlin )

Angst vor weiterer Kostenexplosion

Auch daraus wird jetzt nichts, der Bundestag zog den endgültigen Schlussstrich für das Bauvorhaben am Schlossplatz. Zu groß ist die Angst, dass die Kosten noch weiter ausufern. Das bisher bereit gestellte Geld solle aber weiterhin zur Verfügung stehen – für ein Einheitsdenkmal an einem anderen Ort oder auch für ein anderes Denkmal vor dem Schloss.

Architekt Johannes Mila zeigte sich von der Entscheidung des Bundestags überrascht. Er sei nicht über die Beschlussvorlage von CDU und SPD informiert worden, sagte er der Presse. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sieht im Baustopp dagegen eine Chance, das Konzept und den Ort für das Freiheits- und Einheitsdenkmal zu überdenken.(Foto: © JiSign )