Mehr Erzieher und Kita-Plätze für Berlin gefordert

Berlin

08.10.2015
Kita-Plätze sind rar in Berlin. Man muss kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass sich die Situation durch den Flüchtlingsstrom noch verschärfen wird. Einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz haben nämlich alle Kinder, auch die Kinder von Flüchtlingen. Und fast die Hälfte aller minderjährigen Flüchtlinge, die derzeit in Berlin ankommen, sind jünger als sechs Jahre. Reichen die Kita-Plätze noch aus? Wie sollen die Erzieher finanziert werden? Die Erzieher selbst kritisieren auch den momentanen Personalschlüssel.

Aktionstag des Kita-Bündnisses

Für morgen, Mittwoch, den 07. Oktober, hat das Berliner Kita-Bündnis zu einem Aktionstag in ganz Berlin aufgerufen. Mehr als 250 Kitas wollen mitmachen und auf ihre Situation aufmerksam machen. Vor allem möchte das Bündnis einen besseren Betreuungsschlüssel erreichen. Zurzeit kommen im Durchschnitt sechs Kleinkinder auf einen Erzieher bzw. eine Erzieherin. Krankheit und Urlaub verschlechtern diesen Schnitt weiterhin. Für das Bündnis ist dieser Betreuungsschlüssel eindeutig zu niedrig. Höchstens fünf Kinder sollten auf einen Erzieher kommen, fordert der Zusammenschluss aus Kitas, Gewerkschaften, Eltern und Wissenschaftlern. Das wären rund 1.700 Stellen mehr in Berlin. Geplant sind bislang jedoch nur 300 zusätzliche Erzieher, um Kitas in sozialen Brennpunkten zu entlasten. Zu wenig, gerade um sich adäquat um Kleinkinder aus Flüchtlingsfamilien zu kümmern, meinen die Mitglieder des Bündnisses. Mit einem besseren Betreuungsschlüssel vor allem in der Kleinkindbetreuung unter drei Jahren könnte den Flüchtlingskindern ein besserer Start ins Leben gegeben werden, inklusive Deutschunterricht. Das Kita-Bündnis fordert auch mehr Kita-Plätze.

Wie kann der Kita-Ausbau finanziert werden?

Heute berät der Senat bereits in einer Sitzung über die Kita-Situation. Finanziert werden könnte der Kita-Ausbau zum Beispiel mit freiwerdenden Mitteln aus dem Betreuungsgeld, der sogenannten Herdprämie. Die war vom Bundesverfassungsgericht für unzulässig erklärt worden; theoretisch ist damit in Berlin ein Etat von 55 Millionen Euro freigeworden. Real stehen aber wohl nur 18,6 Millionen Euro zur Verfügung, da bereits viele Eltern Betreuungsgeld erhalten haben, das der Staat nicht einfach zurückfordern kann. (Foto: © JiSign)

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