Lenins Kopf ist in der Zitadelle Spandau angekommen

Berlin

Jetzt ist er also geborgen, Lenins Kopf. 24 Jahre lang lag der Kopf unter der Erde. Dafür, dass er so lange im Wald verbuddelt war, ist der Kopf der Statue erstaunlich gut erhalten. Der russische Bildhauer Nikolaj Tomski hat das Standbild einst erschaffen, 19 Meter war die Statue insgesamt hoch. Der Kopf allein misst gut zwei Meter in der Höhe. Bis 1991 stand die Statue in Ost-Berlin, auf dem Platz der Vereinten Nationen. Nach der Wiedervereinigung beschloss der Bezirk Friedrichshain den Abriss des Denkmals. Die Statue aus ukrainischem Granit wurde vom Sockel gestürzt und in ihre Einzelteile zerlegt. Von den 129 Teilen sollte der Lenin-Kopf noch einmal einen großen Auftritt haben: Im Film „Goodbye Lenin“ schwebte er durch das Bild. Anschließend wurde auch er im Köpenicker Forst vergraben.

Bergung für rund 700.000 Euro

Jetzt soll der Kopf wieder für die Öffentlichkeit zu sehen sein. In der Zitadelle Spandau wird er zum Teil der Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“. Gestern, am Donnerstag, machte sich der fast vier Tonnen schwere Kopf auf den Weg nach Spandau. Gerhard Hanke, Bezirksstadtrat für Kultur, nahm ihn dort in Empfang.

Die Ausgrabungen liefen nicht ganz ohne Schwierigkeiten ab: 1991 war der Kopf so eilig vergraben worden, dass die Lagerstätte nicht einmal ordentlich aufgezeichnet wurde. Auch der Naturschutz stand den Ausgrabungen im Wege. Auf der Aufschütung, die durch das Vergraben den Kopfen entstanden war, hatte sich die vom Aussterben bedrohte Zauneidechse angesiedelt. Ein Biologe musste die Tierchen erst vorübergehen umsiedeln, bevor mit den Grabungen begonnen werden konnte.

Rund 700.000 Euro hat die Bergung gekostet. Die Kosten übernimmt das Museum Zitadelle Spandau. Die Ausstellung eröffnet im Frühjahr 2016. (Foto: © JiSign)