Rund 1000 Ferienwohnungen sind wieder als Wohnraum verfügbar

Weniger Ferienwohnungen in Berlin ?

Schild Ferienwohnung

26.04.2016
Am 30. April 2016 läuft die Übergangsfrist zum Zweckentfremdungsverbot aus. Hinter diesem Wortungetüm verbirgt sich die Regelung, dass Vermieter von Ferienwohnungen beim zuständigen Bezirksamt eine Legalisierung beantragen müssen. Wer diese Frist verpasst, vermietet seine Ferienwohnung ab kommenden Freitag illegal – was mit bis zu 100.000 Euro Bußgeld geahndet werden kann. ( Liste mit Ferienwohnungen in Berlin )

Das Zweckentfremdungsverbot zeigt Wirkung

Die Vermietung von Privatwohnungen als Ferienwohnungen ist in Berlin ein großes Problem, da diese Wohnungen dem freien Wohnungsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen. Und gerade kleine Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen sind in Berlin knapp.

Bereits vor Ablauf der Übergangsfrist trägt das Zweckentfremdungsverbot Früchte, wie eine vom rbb in Auftrag gegebene Umfrage in den Berliner Bezirken zeigt. Rund 1000 bisherige Ferienwohnungen sind demnach wieder als normale Mietwohnungen verfügbar. Aus dem Bezirk Mitte werden die meisten freien Wohnungen gemeldet, rund 500. In Friedrichshain-Kreuzberg stehen rund 400 ehemalige Ferienwohnungen wieder zur Vermietung zur Verfügung, in Pankow immerhin rund 100. Charlottenburg-Wilmersdorf meldet 30 ehemalige Ferienunterkünfte.

Das Zweckentfremdungsverbot ist 2004 in Kraft getreten. Bis Ende April gilt noch die Übergangsfrist für 6300 geduldete Ferienwohnungen. Ab Mai ist die Vermietung von Privatwohnungen als Ferienwohnung nur noch mit Ausnahmegenehmigung möglich. Einzelne Zimmer an Touristen zu vermieten, ist dagegen weiterhin erlaubt.
( Privatunterkünfte in Berlin )

Jede sechste Übernachtung in privat vermieteter Unterkunft

Wie viele Ferienwohnungen es in Berlin genau gibt, ist unbekannt. Eine aktuelle Studie des Immobilienentwicklers GBI geht von 24.000 Unterkünften aus. Fakt ist: Jede sechste Übernachtung in Berlin findet in einer privat vermieteten Ferienwohnung statt. Die Bezirke gehen schon jetzt gehen die illegale Vermietung von Ferienwohnungen vor.  Um widerrechtlich betriebene Ferienwohnungen zu entdecken, müssen die Berliner Bezirke ab Mai aber wohl wesentlich mehr Personal einsetzen – zusätzliche 34 Stellen in den Bezirksämtern sollen besetzt werden, damit die Mitarbeiter stichprobenartig Überprüfungen durchführen können. Darüber hinaus sind auch die Betreiber von Vermittlungsplattformen verpflichtet, den Bezirksämtern Informationen über die Vermieter von Ferienunterkünften zukommen zu lassen. Die ersten Vermittlungsplattformen haben bereits dagegen geklagt. ( Foto: © Barbara-Maria Damrau)

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  • 1 Kommentar zu Rund 1000 Ferienwohnungen sind wieder als Wohnraum verfügbar

    1. Volker // 4. Mai 2016 um 19:36 //

      Pure Enteignung. Ist ja wie wenn sich jemand einen Fernseher kauft und andere bestimmen was er gucken darf. Bei den Heutigen Zinsen kann sich jeder zum monatlichen Preis der Kaltmiete eine eigene Wohnung kaufen. Die Eigentümer haben sich die Wohnung oft über Jahre vom Munde abgespart und sollen nun ihr Eigentum an jene verschenken, die alles für Partys und Konsum raushauen. Denn zum Vermietungszwang kommt ja noch der komplett schön gerechnete Mietspiegel. Die kommunalen Wohnungsgesellschaften bekommen vergünstigte Baugrundstücke und Subventionen und drücken damit die Marktpreise. Bauherren werden erpresst Sozialwohnungen zu bauen sonst gibt es keine Baugenehmigung.

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