Weltzeituhr unter Denkmalschutz

Berlin

14.07.2015
Als „Vorzeigeplatz des Sozialismus“ ist er eins entstanden, der Alexanderplatz. Nach der Wende sollten die Zeugnisse der SED Baukultur hier eigentlich schnell verschwinden. Doch die charakteristischen Hochhäuser blieben, genauso wie die Weltzeituhr, die schon seit ihrer Aufstellung 1969 ein beliebtes Fotomotiv und Treffpunkt für Berliner und Touristen ist. Seit diesem Juli steht die Weltzeituhr nun unter Denkmalschutz – genauso wie das ehemalige Haus des Reisens an der Alexanderstraße und das Haus des Berliner Verlages an der Karl-Liebknecht-Straße.

Schützenswerte Bauwerke Haus des Reisens und Haus des Berliner Verlages

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher erklärt die Entscheidung des Landesdenkmalamts: Die Bauwerke seien „Zeugnisse von künstlerischer, städtebaulicher und geschichtlich überragender Bedeutung.“ Insgesamt gibt es nun neun schützenswerte Bauwerke rund um den Alexanderplatz: das Haus des Lehrers und die Kongresshalle sowie den Brunnen der Völkerfreundschaft, das Berolinahaus, das Alexanderhaus und die Stadtbahntrasse mit S- und U-Bahnhof.

Was bedeutet der Denkmalschutz für den Alexanderplatz? Zunächst einmal macht er einen Abriss der Gebäude so gut wie unmöglich. Seit 1993 verfolgt der Berliner Senat eigentlich die Idee, am Alexanderplatz bis zu zehn 150 Meter hohe Türme nach Plänen des Architekten Hans Kollhoff aufzustellen. Das Haus des Reisens und das Verlagshaus hätten dafür weichen müssen. 2014 verpflichtete das Parlament den Senat allerdings, sich bei allen Arbeiten am Alexanderplatz an den bestehenden Gebäuden orientieren zu müssen. Auch Umbauarbeiten an den Gebäuden sind nicht mehr ohne weiteres möglich: Sie müssen zunächst vom Landesdenkmalamt genehmigt werden. Die Fassade muss dabei unverändert erhalten bleiben.

Zeugnisse der DDR-Baukultur

Weltzeituhr und die Hochhäuser am Alex entstanden Ende der 1960er bis Anfang der 1970er Jahre während der umfassenden Umgestaltung des Platzes. Unter der Leitung von Walter Womacka wurde der Alex etwa viermal so groß wie er noch im Zweiten Weltkrieg gewesen war. Die Weltzeituhr wurde symbolisch zum 20. Jahrestag der DDR übergeben, zu dem auch der Berliner Fernsehturm eröffnet wurde. Zuletzt saniert wurde die Weltzeituhr 1997. Dabei wurden auch einige der Städtenamen aktualisiert, so wurde aus Leningrad St. Petersburg und aus Alma Ata Almaty. Außerdem wurden 20 neue Städte hinzugefügt. (Foto: © JiSign)