Wie arm ist Berlin?

Berlin

26.02.2016
Das Amt für Statistik Berlin – Brandenburg hat in dieser Woche seinen
„Regionalen Sozialbericht 2015“ veröffentlicht. Für Berlin gibt es darin zunächst eine gute Nachricht: Die Armutsquote ist insgesamt leicht zurückgegangen, von 15 Prozent im Jahr 2013 auf 14,1 Prozent im Jahr 2014. Auch eine Zunahme der Altersarmut ist in Berlin nicht erkennbar, von Altersarmut bedroht sind dem Bericht zufolge lediglich 6,7 Prozent aller Rentner, das ist gerade einmal die Hälfte des Landesdurchschnitts.

Wer ist von Armut bedroht?

Wer gilt nun als arm bzw. als von Armut bedroht? Laut EU-Definition liegt die Armutsgrenze bei 60 Prozent des mittleren Einkommens in einer Region. Wer in Berlin als Alleinstehender weniger als 841 Euro im Monat zum Leben hat, rutscht unter diese Grenze. Bei Haushalten mit zwei Personen liegt die Grenze bei 1.262 Euro. Von absoluter Armut betroffen sind Personen, die mit weniger als 40 Prozent des regionalen Durchschnitteinkommens auskommen müssen, in Berlin sind dies weniger als 561 Euro. 1,1 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger der Hauptstadt fallen unter diese Grenze.

Von Armut gefährdet sind vor allem Langzeitarbeitslose, Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss, Alleinerziehende und Familien mit drei oder mehr Kindern. Überdurchschnittlich häufig seien auch Minderjährige und junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren von Armut bedroht. Bei den Minderjährigen müssen 18 Prozent mit geringen Mitteln auskommen, bei den jungen Erwachsenen, die sich vielfach in Ausbildung oder im Studium befinden, sind es 25,5 Prozent.

Große Unterschiede zwischen den Bezirken

Der Bericht macht zudem die großen Einkommensunterschiede zwischen den Bezirken deutlich. Schlusslicht der Statistik ist Neukölln, wo 21,5 Prozent der Anwohner von Armut gefährdet sind. Darauf folgt der Bezirk Spandau mit 18,6 Prozent von Armut gefährdeten Personen. Spandau ist zudem der einzige Bezirk in Berlin, in dem die Anzahl der von Armut bedrohten Personen steigt. In Pankow leben dagegen nur 6,9 Prozent unter der 60-Prozent-Grenze. Das Amt für Statistik mahnt, dass sich die soziale Ungleichheit in Berlin nicht verfestigen dürfe; die Stadt benötige eine ressortübergreifende Anti-Armutsstrategie. (Foto: © JiSign )