Wie geht es weiter mit dem Theater und der Komödie am Ku’damm?

Der Streit geht weiter

Berlin

Einen schweren Schlag mussten die beiden Ku’damm-Bühnen Anfang der Woche hinnehmen. Das Theater und die Komödie am Kurfürstendamm hatten die Räumungsklage eines Investors erhalten. Eine Zivilkammer am Landgericht erklärte diese Räumungsklage jetzt für rechtskräftig. Die beiden Bühnen müssen demnach ihr Stammhaus am Ku’damm räumen. Da es Zahlungsrückstände von Seiten der Theater gebe, sei auch ein Aufschub nicht gerechtfertigt, urteilte die Zivilkammer. Der Rechtsanwalt der Theater kündigte Revision an.
( Theater in Berlin )

Räumungsklage für rechtmäßig erklärt

Der Investor hatte die Ku’damm-Immobilie erworben, 20.000 Quadratmeter in bester Lage, und „Cells Bauwelt“ mit der Umgestaltung des Areals beauftragt. Das heutige Ku’damm-Karree aus den 1970er Jahren, in dem die beiden Theater untergebracht sind, soll weichen, ein neues, modernes Gebäude soll hier entstehen, den Theatern wurde eine Spielstätte im Keller angeboten. Doch die Betreiber der Ku’damm-Bühnen wehren sich.

Dabei erhalten sie viel Unterstützung. Zur Gerichtsverhandlung waren etliche Schauspieler und viele Berliner Theaterfreunde gekommen, der Verhandlungssaal musste um einige Bänke aufgestockt werden, um allen Zuschauern Platz zu bieten. Das Urteil war für die meisten Anwesenden ein Schock. Die Betreiber der Theater wie auch viele Zuschauer erhofften sich, dass Gericht werde endlich mehr Klarheit in die Frage bringen, wer eigentlich hinter dem Investor steckt. Die Theater könnten überhaupt nicht identifizieren, von wem die Räumungsklage komme, hätten außerdem keine Möglichkeit, mit dem Kläger in Kontakt zu treten.

Notfalls bis vors Verfassungsgericht

Die Theater wollen aber auch nach dem negativen Urteil nicht aufgeben. Das Programm der beiden Bühnen stehe bis 2018 und man sei zuversichtlich, dass die geplanten Vorstellungen stattfinden werden, sagte Theatercheff Martin Woelffer nach der Verhandlung. Der Rechtsvertreter der Bühnen möchte notfalls bis vor das Verfassungsgericht ziehen.
(Foto: © JiSign )

Verkaufsoffener Sonntag am 30.10.2016 in Berlin / Brandenburg