Berlin Blog

Ein Blog für Berliner und Brandenburger

Noch kein befriedigendes Angebot im Charité-Streik

Ohne Krankenschwestern, Pfleger und Techniker geht es nicht in einem Krankenhaus. Auch nicht in einer Uni-Klinik. Diese Erfahrung machen die Patienten der Charité seit mittlerweile fünf Tagen. Seit Montag befindet sich dort das nichtärztliche Personal im Streik – etwa 2.000 der 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legen jeden Tag ihre Arbeit nieder.

Die Gewerkschaften ver.di und dbb Tarifunion verlangen für die nichtärztlichen Berufsgruppen 300 Euro mehr Lohn im Monat. Das klingt nach einer ganzen Menge Geld auf einen Schlag; bei der Bewertung darf man aber nicht vergessen, um was für eine verantwortungsvolle Tätigkeit es hier geht. Das größte Ärgernis für das Personal: Die Charité zahlt ihren nichtärztlichen Angestellten im Vergleich mit anderen Kliniken 14% weniger Gehalt – und liegt damit eben diese 300 Euro unter dem Tariflohn. Dagegen wird nun schon seit fast einer Woche gestreikt – unbefristet. Das heißt, es kann noch lange so weitergehen, wenn Gewerkschaften und Klinikleitung keine Einigung finden.

Vor dem Streik machte die Charité bereits ein Angebot: Das Gehalt sollte bis 2017 schrittweise an den Berliner Tarifvertrag angepasst werden. Das war den Gewerkschaften nicht genug. Am Donnerstag hat es laut Gewerkschaftskreisen ein weiteres Angebot der Charité-Leitung gegeben, das Gewerkschaft und Streikende zumindest diskussionswürdig finden. Ausreichen würde es allerdings noch nicht. Und so gehen die Streiks, heute Vormittag zumindest, noch weiter.
Weitere Krankenhäuser in Berlin

Nachlese zum 1. Mai

Krawalle? Randale? Die gab es kaum an diesem 1. Mai, nicht in Berlin. Der diesjährige Tag der Arbeit blieb überraschend ruhig. So kann Berlin scheidender Polizeipräsident Dieter Glietsch am Ende seiner Amtszeit eine positive Bilanz ziehen.

So ganz ohne die üblichen Krawalle liefen Walpurgisnacht und 1. Mai nicht ab: Am Kottbusser Tor in  Kreuzberg und in Neukölln flogen die Steine, Scheiben gingen zu Bruch und PKWs wurden angezündet. Gut 100 Polizisten wurden leicht verletzt und 1 Randalierer festgenommen. Im Vergleich zu den Vorjahren ist das aber ein äußerst glimpflicher Ablauf des einst so gefürchteten „Chaostages“: Am 1. Mai 2010 wurden noch 490 gewaltbereite Krawallbrüder ( und –schwestern) inhaftiert. Und das, obwohl sich am Sonntag so viele Menschen durch die Kreuzberger Straßen schoben wie noch nie. Mehrere 10.000 Menschen sollen an den Feiern teilgenommen haben.

Glietsch führt die relativ ruhige und kontrollierte Lage auf die Strategie der Polizei zurück, einzelne Gewalttäter per Videoaufnahme zu identifizieren und gezielt aus der Menge zu ziehen. Positiv ausgewirkt haben dürfte sich auch das konsequente Verbot von Glasflaschen auf dem Kreuzberger „Myfest“.  Berlins Innensenator Ehrhardt Körting zeigte sich ebenso zufrieden mit dem Einsatz der 7.000 Polizisten, von den 3.000 aus dem ganzen Bundesgebiet zur Unterstützung herangezogen wurden.

In Kreuzberg ist derweil vom „Myfest“ nichts mehr zu sehen. Die BSR hat bereits am frühen Montagmorgen ganze Arbeit geleistet und den Kiez blitzblank geputzt. Ab 3.00 Uhr früh waren Arbeitskräfte und Reinigungsmaschinen unterwegs, um die Party-Reste zu beseitigen.

30 Jahre Curry 36

Wahrzeichen hat Berlin viele: das Brandenburger Tor, der Fernsehturm, Berliner Dom und Reichstag, um nur einige wenige zu nennen. Aber das einzig wahre Markenzeichen, das ist klein, scharf und wird in einer Pappschale serviert – die Currywurst vom Imbissstand Curry 36.

30 Jahre betreiben Vera und Lutz Stenschke ihren Imbisswagen am Mehringdamm, Ecke Yorkstraße nun schon. 30 Jahre, in denen ihre Wurst zu einem der kulinarischen Highlights der Hauptstadt wurde, ihre Imbissbude zum Treffpunkt von Bauarbeitern, Touristen und Prominenz. Curry mit scharf gibt es für 1,50 Euro, ohne scharf genauso, die Riesenbockwurst gibt es für den gleichen Preis.

Am Montag feierten die Stenschkes ihr Jubiläum. Zur Feier des Tages schaute der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit vorbei und ließ sich eine Currywurst schmecken. Noch weitere Prominenz mischte sich unter die Jubiläums-Gäste, die in noch längeren Schlangen als sonst um ihre Wurst anstanden: Sterneköche wie Kolja Kleeberg und Holger Zurbrücken sind anwesend. Sie verleihen dem ohnehin berühmten Imbiss noch etwas mehr Glanz – und das für einen guten Zweck. Alle Einnahmen des Tages werden gespendet, zur Hälfte an das Kinderzentrum „Gelbe Villa“, die andere Hälfte geht an „Spitzenköche für Afrika“.
( Foto: © Dalmatin.o )

Trauer um Eisbär Knut

Ein Publikumsliebling ist von uns gegangen. Am Wochenende verstarb überraschend der Eisbär Knut mit nur 4 Jahren. Eisbären können normalerweise über 40 Jahre alt werden. Woran die Attraktion des Berliner Zoos verstorben ist, ist noch nicht klar. Spekulationen gibt es viele: Folgte der kleine Eisbär seinem Ziehvater, dem Tierpfleger Thomas Dörflein, der 2008 ebenfalls sehr überraschend starb? Oder schlummerte gar länger eine Krankheit in dem Bären? Seine Mutter verstieß ihn als Jungtier, nachdem auch schon sein Zwillingsbruder verstorben war. Spürte sie da die Krankheit schon?

Auch der Berliner Zoo selbst steht in der Kritik. Nicht artgerecht sei die Haltung dort, mokieren Tierschützer. Knut habe in einem zu kleinen Gehege gelebt, seit einiger Zeit noch dazu mit Eisbärdamen, die von dem Jungspund nicht viel wissen wollten. Klarheit wird die Obduktion am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Friedrichsfelde bringen. Die ersten Untersuchungsergebnisse werden für den heutigen Dienstag erwartet. Mit einem endgültigen Resultat könne man aber erst gegen Ende der Woche rechnen, so der Institutssprecher Steven Seed.

Die Betroffenheit unter den Berliner Zoobesuchern ist groß. Sie legen Blumen an Knuts Gehege nieder, verewigen sich in einem Kondulenzbuch oder einem Online-Gedenkbuch. Viele fühlen sich dem Eisbären verbunden – haben sie ihn doch, begleitet durch ein riesiges Medienspektakel, aufwachsen sehen.

Zynisch betrachtet ähnelt das Schicksal des Eisbären-Popstars Knut dem Schicksal seiner menschlichen Kollegen: Auf frühen Ruhm folgt früher Absturz und früher Tod.

Der Zoo verdiente gut an dem Eisbären. Die Besucherzahlen stiegen, der Verkauf von Merchandising-Artikeln brachte zusätzliches Geld in die Kasse. Nach Knuts Ableben werden die Verkaufszahlen wahrscheinlich noch besser. Neben Kritik an Knuts Vermarktung wird nun auch Kritik an der Eisbärenzucht in Zoos generell laut. Der Zoo solle sein Zuchtprogramm einstellen, fordern einhellig der Berliner Tierschutzverein, die Tierrechtsorganisation Peta und die Grünen.

Öko-Strom statt Atomkraft

Nach dem Gau in Japan ist die Kritik gegenüber Atomkraft größer denn je. Berlin spart an Atomstrom, ob in öffentlichen Einrichtungen oder in Privathaushalten. Beim Marktführer Vattenfall liegt der Anteil an Atomstrom bei etwa 5 Prozent – und damit deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 22 Prozent. Zusätzlich bietet der Konzern auch Tarife völlig ohne Atomstrom an. Öffentliche Einrichtungen werden nach einem Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses ohnehin mit „sauberem“, atomfreiem Strom beliefert.

Vattenfall bietet seinen Kunden den Tarif Berlin Natur aus 100% erneuerbaren Energien an. Unternehmen wie LichtBlick haben sich auf Strom aus regenerativen Energien wie Wind-, Wasser- und Sonnenergergie konzentriert. Wer einen Ökostrom-Tarif abschließt, bezieht seinen Strom zwar aus demselben Netz wie jeder andere Kunde der Energieversorger – auch bei ihm kommt also ein Gemisch aus Strom aus erneuerbaren Energien und klassischen Energien an. Er sorgt aber dafür, dass die Stromversorger eine größere Menge an Energie aus regenerativen Quellen ins Netz einspeisen.

Berlin steht im Bundesvergleich recht gut da: Bei der Nutzung von erneuerbaren Energien liegt das Land auf dem 4. Rang. Insgesamt liegt der Anteil an Strom aus erneuerbaren Quellen in Deutschland bei 11% – wovon die Verwertung von Biomasse mit 7,9% den Löwenanteil ausmacht.

Schlechter schneidet Berlin beim Ausbau des Sektors aus:  In einer Studie zu erneuerbaren Energien von 2010 landete die Hauptstadt auf dem letzten Platz. Ganz anders dagegen Brandenburg: Das Bundesland belegte bei der Studie der Agentur für Erneuerbare Energien die Spitzenposition. Die Studie bezieht nun allerdings auch mit ein, wie viel Öko-Strom in den Bundesländern erzeugt wird und wie viele Arbeitsplätze in diesem Sektor geschaffen werden. Da hat Brandenburg gegenüber der Metropole Berlin strukturelle Vorteile: Die Großstadt eignet sich nicht für großangelegte Windparks oder Wasserkraftwerke.

Berliner zeigen sich betroffen über die Katastrophe in Japan

Auch in Berlin zeigt man sich betroffen über die Naturkatastrophe und den Atom-GAU in Japan.

Seit am Freitag das Atomkraftwerk Fukushima I dem Erdbeben nicht standhielt und täglich neue Schreckensmeldungen über Explosionen im Kernkraftwerk und drohende oder stattfindende Kernschmelzen die Welt erreichen, demonstrieren die Menschen vor dem Kanzleramt in Berlin für die schnelle Abschaltung der deutschen AKWs. Die Laufzeitverlängerung um 12 Jahre, welche die Koalition erlassen hatte, erschien vielen wie Hohn. Schüler der Friedensburg-Oberschule in Charlottenburg schrieben einen Brief an Kanzlerin Angela Merkel, in der sie ihre Angst vor Atomkraft zum Ausdruck brachten.

Am Montag trat Merkel vor die Presse und verkündete, dass die Laufzeitverlängerung der AKWs ausgesetzt werde. Heute ließ die Regierung dann sogar verlauten, dass die sieben Ältesten der deutschen Meiler sowie das Atomkraftwerk Krümmel vorerst abgeschaltet werden.  Von den 17 deutschen Kernkraftwerken bleiben damit noch neun am Netz.

Alle Atomkraftwerke sollen eingehenden Sicherheitsüberprüfungen unterzogen werden. Ist das Wahlkampfstrategie, wie die Opposition mutmaßt? Möchte die schwarz-gelbe Koalition die Bevölkerung lediglich beruhigen und schaltet die Meiler nach dem Moratorium und „erfolgreichem Sicherheitscheck“ wieder an? Oder hat die deutsche Regierung aus der Katastrophe in Japan tatsächlich gelernt?

Letzteres bleibt zu hoffen.
Die Berliner zeigen derweil ihre Betroffenheit und ihr Mitgefühl für die japanische Bevölkerung und legen Blumen, Briefe und Beleidsbekundungen vor der japanischen Botschaft in der Hiroshimastraße nieder.

U-Bahn-Überfall in Lichtenberg

Es erinnert unangenehm an die S-Bahn-Schlägerei von München, bei der zwei Jugendliche einen 50jährigen Geschäftsmann töteten: Am vergangenen Freitag schlugen vier Jugendliche in der Berliner U-Bahnstation in Lichtenberg  ( an der Weitlingstraße ) auf einen Mann ein und verletzten ihn schwer. Der 30jährige Malergeselle liegt zurzeit auf der Intensivstation im künstlichen Koma, seinen Zustand bezeichnet das Klinikpersonal als kritisch.

Angesichts der brutalen Schläge klingt es fast wie Hohn, Wenn Petra Rieger, BVG-Sprecherin, sagt: „Die Verkehrsbetriebe sind sicher.“ Die Statistik gibt ihr da allerdings Recht: Monatlich fahren rund 75 Millionen Menschen mit der BVG; in ganz Berlin geschehen dabei im Monat durchschnittlich 14 Gewaltdelikte an U-Bahnhöfen und Busstationen, die mit Verletzungen enden.

Soweit die Zahlen. Die machen allerdings die einzelnen Überfälle, besonders den vom Freitag, nicht weniger erschreckend und unnötig.
Natürlich konzentriert sich die öffentliche Diskussion wieder einmal auf die Täter. Das muss sie aber auch: Man muss Motive ermitteln, Fragen stellen, die Hintergründe offenlegen, damit ähnliche Überfälle in Zukunft verhindert werden können.

Was bringt Jugendliche, fast noch Kinder, dazu, derart brutal auf einen Passanten einzuprügeln? Eigene Gewalterlebnisse, Frustration? Reicht das als Erklärung aus?
Die Schläger von Lichtenberg sind bisher noch nicht mit größeren Straftaten aufgefallen. Zwei der Täter haben an einem Präventionsprojekt der Polizei teilgenommen, wurden an ihrer Schule von Beamten der Operativen Gruppe Jugendgewalt betreut – ein Teil des Anti-Gewalt-Projekts an der Schule Am Rathaus. Da einer der betreuenden Beamten sich an einen der Jungen erinnerte, konnten die Schläger gefasst werden.

Vor etwa einem Jahr endete das Projekt in seiner damaligen Form, die Polizisten wurden in andere Dienststellen versetzt. Hätte es den Überfall verhindert, wenn die Jungs weiter an einem polizeilich geführten Präventionstraining teilgenommen hätten? Hätte ihr Leben und damit das Leben des Opfers in anderen Bahnen verlaufen können?

Fragen, auf die es leider keine Antwort geben wird. Die Täter können bald im Gefängnis über ihre Tat nachdenken – das Opfer wird wahrscheinlich schwere Behinderungen davontragen.

Grippewelle grassiert in Berlin 2011 ?

2009 war sie der Schrecken des Winters – die Schweinegrippe, das Virus H1N1. Ein paar Monate und heftige Auseinandersetzung über zu viel oder zu wenig angeschafften Impfstoff später verschwand sie scheinbar in der Versenkung, genauso schnell, wie sie gekommen war. Die Angst vor einer Pandemie verschwand mit den letzten Pressemeldungen.
Grippewelle 2011 in Berlin
Vergangene Woche starb nun ein neunjähriges Mädchen aus der Uckermark an der Schweinegrippe. Ist H1N1 wieder da?

Das Virus war nie weg, sagen Mediziner. Der tödliche Verlauf sei allerdings eine seltene Ausnahme. Normalerweise könnten Betroffene die Symptome der Schweinegrippe kaum von den Symptomen der anderen Grippeviren unterscheiden: Alle würden Kopf- und Gliederschmerzen sowie hohes Fieber auslösen.

Grippe in Berlin
Die Grippe ist derzeit auf dem Vormarsch. 670 Influenza-Fälle sind bisher gemeldet, Tendenz steigend. In Berlin wurden 40 Patienten gegen Grippe behandelt. Die meisten Erkrankungen nehmen einen glimpflichen Verlauf – aber wie bei jeder winterlichen Grippewelle gibt es auch Todesopfer. Meistens sind Menschen mit geschwächter Immunabwehr, also chronisch Kranke, Ältere oder kleine Kinder, von den schwersten Erkrankungen betroffen.

Neben H1N1 grassieren auch zwei andere Grippeviren. Ein Kombi-Impfstoff soll vor allen drei Influenza-Auslösern schützen. Mediziner empfehlen die Impfung vor allem den Risikogruppen, zu denen neben den oben genannten noch medizinisches Personal gehört.

Hausärzte in Berlin

Ärzteverzeichnis für Potsdam

Ursula Sarrazin lässt sich vom Grundschullehramt beurlauben

Berlins prominentester Quertreiber Thilo Sarrazin ist Gegenwind gewohnt. Seine Frau, Ursula Sarrazin, nicht unbedingt. Thilo Sarrazins Thesen provozieren, er steht in der Öffentlichkeit und genießt das Blitzlicht, so scheint es. Ursula Sarrazin ist Grundschullehrerin, sie steht vor einem Klassenzimmer, nicht in der Kritik. Eigentlich.

Denn plötzlich fand sich auch die Grundschullehrerin in den Medien wieder. Eltern warfen der 59jährien übermäßige Strenge und Beleidigungen gegen Schüler vor. Was bei anderen Lehrern eine Angelegenheit zwischen Schule, Schulaufsicht und Eltern geblieben wäre, landete bei der Frau Thilo Sarrazins in der Presse.

Ursula Sarrazin verteidigte ihren Unterrichtsstil als konsequent, das Ehepaar bezeichnete die öffentliche Schelte als „Sippenhaft“ – Ursula solle mit für die kontroversen Äußerungen ihres Mannes haften.

Nun lässt sich Ursula Sarrazin bis zum Erreichen der gesetzlichen Pensionsgrenze mit 60 Jahren beurlauben. Mit den Vorwürfen gegen seine Frau habe die Beurlaubung nichts zu tun, versichert Sarrazin der dpa, der Antrag sei schon früher eingereicht worden. Dennoch überrascht der vorzeitige Austritt aus dem Lehramt, hatte Ursula Sarrazin doch immer betont, wie gerne sie unterrichtet.

Positive Bilanz für Tierheimtiere

Ein Haustier zu Weihnachten – das ist immer ein heikler Wunsch. Zunächst steht das kleine plüschige Wesen hoch im Kurs, aber es passiert nicht selten, da bemerken die Familien, dass der Wunsch doch nicht genug durchdacht war, dass zu wenig Zeit oder zu wenig Pflegebereitschaft da ist. Das Tier wandert ins Tierheim.

Das Tierheim Berlin rät daher seit Jahren davon ab, Tiere zu Weihnachten zu verschenken. Die Zeit „zwischen den Jahren“ ist für das ohnehin überfüllte Hauptstadttierheim eine sehr brenzlige: Zwischen 2010 und 2011 haben die Mitarbeiter 155 Tiere aufgenommen, die entweder abgegeben oder bei den eisigen Temperaturen ausgesetzt wurden.

Dennoch fällt die Bilanz für diesen Winter überraschend positiv aus. Denn erstmals hat das Berliner Tierheim um den Jahreswechsel herum mehr Tiere vermittelt als aufgenommen. 249 Tiere, darunter 118 Katzen, konnten in ein neues Zuhause umziehen.

Die Tierheimleitung begründet die hohe Vermittlungsquote auch mit der Maßnahme, zu Weihnachten Gutscheine für ein Tier statt das Tier selbst zu verschenken. So bliebe den Familien noch Zeit, sich weitere Gedanken über die Tierhaltung zu machen.

Fast 1400 Hunde, Katzen und Kleintiere warten aber noch auf eine liebevolle neue Heimat – viel mehr, als das Tierheim eigentlich aufnehmen könnte. Darunter sind viele ältere oder erkrankte Tiere, die es naturgemäß schwerer haben ein Zuhause zu finden, als niedliche Welpen. Doch auch die älteren Semester sollten die Chance bekommen, die Herzen neuer Herrchen und Frauchen zu erobern.