Berlin ist reich an Kinos. Ob modernes Multiplex, Originalversionen-Kino oder Filmtempel für Kino abseits des Mainstreams – hier finden eigentlich jeder Filmfan die richtige Leinwand. Noch. Denn so langsam wird die Auswahl knapp, das Kinosterben hat auch die Hauptstadt erreicht. Jetzt muss das Broadway Kino in Charlottenburg schließen. Nach 32 ist Schluss für das Arthouse Kino, das zur Kinogruppe Yorck gehört.
Das Broadway ist bekannt und beliebt bei allen Arthouse-Fans. Nur macht es das anscheinend noch nicht rentabel genug, um den Fortbestand zu sichern. Es liegt am Trauentzien in der so genannten Mini City. Diese wird nun saniert – und damit will der Eigentümer, die Immobiliengruppe Braun, lukrativeren Einzelhandel in die Mini City holen. Der Mietvertrag mit dem Broadway wurde regulär gekündigt.
Damit schrumpft die Anzahl der Programmkinos in Charlottenburg weiter: Rund um den Trauentzien und den Kurfürstendamm gab es Anfang der 1990 noch 22 kleinere Kinos, die Abseits von Multiplex und US-Blockbustern ihr Publikum fanden. Heute gibt es noch ganze zwei: Das Cinema Paris und die Astor Film-Lounge. Die Mieten am Ku-Damm sind für die Filmkunsttheater einfach unerschwinglich geworden.
Bombast-Kinos mit einer unüberschaubaren Anzahl an Kinosälen und Riesenleinwänden gibt es genug. Erst kürzlich eröffnete mit viel Tam-Tam das neueste Mega-Kino seine Pforten, das CineStar Event Cinema am Potsdamer Platz. Der Name sagt schon, in welche Richtung es geht: Neben den Filmen an sich steht Event, Spektakel, auf dem Programm.
Die kleineren Filmtheater haben es daneben schwerer, finden aber immer noch ihr Publikum. Die Yorck-Kinogruppe verhandelt daher über einen neuen Standort für ein Kino in Charlottenburg/Schöneberg.


