Es ist noch gute einen Monat hin, bis der Papst Berlin einen Besuch abstatten und im Olympiastadion zu den Katholiken sprechen möchte. Vom 22. Bis zum 25 September wird sich Papst Benedikt XVI in Deutschland aufhalten. Die Sicherheitsvorkehrungen für diese Tage sind hoch, mehr als tausend Polizisten aus Berlin und anderen Bundesländern werden dann ihren Dienst tun, um den Papst vor eventuellen Übergriffen zu schützen. Auch Präzisionsschützen vom Berliner LKA werden am Tag des großen Auftritts auf ihrem Posten sein und den Weg des Papstes zum Olympiastadion bewachen. Ein Attentat, wie es am 13. Mai 1981 auf Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. verübt wurde, soll auf jeden Fall verhindert werden.
Die teuren Sicherheitsmaßnahmen und der Besuch des Papstes selbst stoßen in der Hauptstadt nicht nur auf Gegenliebe. Am 22. September wird das Oberhaupt der katholischen Kirche im Bundestag zu Gast sein; bis zu 20.000 Menschen wollen an diesem Tag protestieren und ihren Unmut über die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik“ des Vatikans ausdrücken. Mehrere Gruppen planen die Veranstaltung, die mit Mottowagen und Kostümen ähnlich bunt wie der Berliner CSD werden soll. Wo die Großdemonstration stattfindet, steht allerdings noch nicht fest. Die Veranstalter würden gerne vor dem Brandenburger Tor demonstrieren, öffentlichkeitswirksam und in der Nähe zum Geschehen; das lehnen die Behörden aus Sicherheitsgründen jedoch ab.
Doch nicht nur die Einstellung der katholischen Kirche zur Homosexualität und zur Verwendung von Kondomen steht in der Kritik; die hohen Kosten, die der Papstbesuch verursachen wird, treiben auch vielen Berlinern ein Stirnrunzeln ins Gesicht. Insgesamt soll der Besuch rund 25 Millionen Euro kosten, allein 3,50 Millionen davon soll die klamme Stadt Berlin tragen.

