Entries Tagged as 'Kultur'

Startschuss für die 60. Berlinale

Es ist wieder soweit, die Berlinale eröffnet am heutigen Donnerstag ihre Pforten – zum 60. Mal. Um 19.30 Uhr startet das Internationale Filmfestival mit dem chinesischen Streifen „Tuan Yuan“.

Zur Jubiläums-Berlinale haben sich wieder einmal einige Hollywood-Größen und deutsche Filmstars angesagt. Am Freitag werden beispielsweise Ewan McGregor, Kim Catrell und Pierce Brosnan über den roten Teppich vor dem Berlinale-Palast spazieren. Dann feiert nämlich Roman Polanskis neuer Film „Der Ghostwriter“ Premiere, der mit 19 anderen Filmen auch im Wettbewerb um den Goldenen Bären kämpft.

Neben bekannten Größen wie Altmeister Martin Scorsese und Regisseur Michael Winterbottom treten vor allem Newcomer und Berlinale-Entdeckungen aus den letzten Jahren in den Wettstreit um die begehrte Trophäe. Wang Quan’an gewann 2007 mit „Tuyas Hochzeit“ den Goldenen Bären und ist dieses Jahr mit dem Eröffnungsfilm „Tuan Yuan“ dabei und auch die Bosnierin Jasmila Zbanic tritt nach ihrem Sieg im Jahr 2006 zum zweiten Mal an.

Trotz des erwarteten Star-Aufgebots hinkt die Berlinale den Festivals in Cannes und Venedig in den letzten Jahren ein wenig hinterher. Kritik erntete vor allem Berlinale-Direktor Dieter Kosslick: Zu sehr bediene er den Massengeschmack, zu wenig sei vom Glanz der Berlinale als politisches Filmfestival übrig geblieben, zudem gehe der Wettbewerb zu sehr in den zahlreichen Nebenveranstaltungen – „Kulinarisches Kino“, Perspektive Deutsches Kino – unter.

Die Jury-Entscheidungen der letzten Jahre jedoch passten sich nicht dem Mainstream an, sondern waren immer für eine Überraschung gut. Sie zeichneten kleine, feine Filme aus, die sonst wahrscheinlich nie in die Aufmerksamkeit des deutschen Kinopublikums gerückt wären.

Hamburg soll das Tacheles retten

Seit mehr als zehn Jahren gibt es Streit ums Kunsthaus Tacheles und immer wieder ist von Räumung die Rede. Doch nun wird es konkreter: Innerhalb der nächsten Wochen sollen die an der Oranienburger Straße ansässigen Künstler ihre Ateliers verlassen. Die HSV Nordbank möchte die Kaufhausruine zwangsversteigern. Bereits am 5. Januar stellte sie dem Tacheles-Verein ein Ultimatum. Bis jetzt haben die Künstler die Räumungs-Aufforderung ignoriert, doch sie müssen was unternehmen. Auf der Suche nach Unterstützung haben sie sich nun auch an den Hamburger regierenden Bürgermeister Ole von Beust gewandt und ihm 70.000 Unterschriften für den Erhalt des Kulturzentrums überreicht.

In den letzten zehn Jahren zahlte der Tacheles-Verein einen symbolischen Mietpreis von 50 Cent im Monat an die Fundus-Gruppe. Doch der Mietvertrag ist ausgelaufen und die HSV Nordbank, Gläubigerin der Fundus-Gruppe, möchte sich auf einen ähnlich kulanten Vertrag nicht einlassen.

Noch ein anderes Problem hat das Tacheles: Niemand hält es heute noch für künstlerisch relevant, selbst der Berliner Senat nicht. In der Zeit nach der Wende wurde das Haus zum Kult. In dem denkmalgeschütztem ehemaligen Kaufhaus trafen sich Vertreter der Gegenkultur und der Hausbesetzerszene. Heute ist es vor allem ein Anziehungspunkt für Touristen, die Berlins Mitte besuchen. 40 Künstler unterhalten dort ihre Ateliers, es gibt ein kleines Kino, Bars, ein Café. Doch Schlagzeilen macht das Haus nur noch mit der drohenden Räumung, nicht mehr mit künstlerischen Aktionen. Daher gibt es auch keine konkreten Hilfsangebote von Berliner Seite. Nun soll es also der Hamburger Senat, Anteilseigner der HSV Nordbank, richten.

„Futurity now!“ – transmediale.10 in Berlin

Als das Jahr 2010 noch in Ferner Zukunft lag, da waren die Erwartungen an das 21. Jahrhundert groß. Den Menschen würde das Leben mittels intelligenter Maschinen erleichtert, man würde zwischen realen und virtuellen Welten switchen. Wie für Utopien so üblich, malte man sich die digitale Zukunft in den schillernsten Farben aus und hoffte auf eine durch die Technologien zum positiven veränderte Gesellschaftsordnung.

Welche Rolle die digitalen Technologien heute tatsächlich einnehmen und wie sie die Gesellschaft beeinflussen, beleuchtet Jahr für Jahr die transmediale. Heute, am 2. Februar, startet das Festival für Kunst und kreative Anwendung digitaler Medien wieder im Haus der Kulturen der Welt. Bis zum 07. Februar haben Besucher Zeit, Ausstellungen zu besuchen, Filme und Performances anzusehen und sich mit dem Verhältnis von Mensch und Maschine auseinanderzusetzen.

„Futurity now!“ ist das Motto der diesjährigen transmediale.10. Zur großen Eröffnungszeremonie wird die Künstlerin Yvette Mattern den Berliner Abendhimmel mit ihrer Regenbogen-Lichtinstallation „From One To Many“ erhellen.

Berlin Fashion Week

Berlin ist eine Modemetropole – das beweist unter anderem die Berlin Fashion Week, die morgen, am 20. Januar, wieder losgeht. Bis zum Sonntag werden Designer, Models, Modejournalisten und –kitiker wieder den Bebelplatz bevölkern, Entwürfe vorstellen und darüber urteilen. Auf mehr als 30 Modeschauen werden etablierte Label wie Hugo Boss oder Strenesse sowie Newcomer zeigen, was Mensch so anziehen soll.

Die Modewoche ist auch eine große Chance für junge Berliner Designer: Modeschaffende aus der Hauptstadt machen gut ein Drittel der Ausstellenden aus. Parallel zur Fahion Week findet auch dieses Mal wieder die Streetwear-Modemesse Bread & Butter am Flughafen Berlin Tempelhof statt.

Wer sich ein paar schicke Designer-Teile zulegen möchte, sollte während der Modewoche einmal im St. Oberholz in Mitte vorbeischauen: Den  3. und 4. Stock des Cafés nutzen einige Berliner Designer während der Fashion Week als Verkaufsraum.

Trotz aller Vorfreude liegt ein Schatten über der Veranstaltung: Die Modewoche findet eventuell zum letzten Mal am Bebelplatz statt. Der Platz war 1933 Ort der Bücherverbrennung, ein Mahnmal erinnert daran. In einem offenen Brief an den Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit forderten unter anderem die Vorsitzende der Berliner Jüdischen Gemeinde, Lala Süßkind, der Berliner Ehrenbürger Edzard Reuter und CDU-Bundestagsabgeordnete Monika Grütters, den Bebelplatz frei von – Zitat – „trivialisierenden Massenveranstaltungen“ zu halten. Nun wird ein neuer Standort in Mitte gesucht, an dem die nächste Fashion Week im Juli stattfinden kann.

Berlinale: Erste Programm-Details bekannt gegeben

Vom 11. bis zum 22. Februar 2010 ist es wieder soweit, die roten Teppiche werden ausgerollt und vor den Berliner Kinos herrscht Ausnahmezustand: Die Berlinale hält dann wieder Einzug in die Kinosäle – und feiert ihren 60. Geburtstag. Jetzt gaben die Veranstalter erste Programm-Details bekannt.

Die Regiegrößen Martin Scorsese und Roman Polanski werden in Berlin ihre neuen Filme vorstellen. Scorseses „Shutter Island“, in dem unter anderem Leonardo DiCaprio und Ben Kingsley mitspielen, läuft außer Konkurrenz im Wettbewerb. „The Ghostwriter“, der Film von Polanski mit Ewan McGregor und Pierce Brosnan, wird ebenfalls im Wettbewerb gezeigt.

Weiterhin steht schon fest, wer den Goldenen Ehrenbären für das Lebenswerk erhält: Ausgezeichnet werden die deutsche Schauspielerin Hanna Schygulla und der Drehbuchautor und Regisseur Michael Kohlhaase, der sich bereits in der DDR zu DEFA-Zeiten mit Berlin-Filmen wie „Berlin – Ecke Schönhauser“ einen Namen machte.

Anlässlich des 60. Jubiläums werden die Berlinale-Filme im nächsten Jahr nicht nur in den großen Filmspielhäusern gezeigt. Vom 12. bis zum 21. Februar zieht die Berlinale durch die Kiez-Kinos von Weißensee bis Zehlendorf und zeigt dort jeweils zwei Filme aus den unterschiedlichen Sektionen des Festivals. Mit dieser Aktion, die sich „Berlin goes Kiez“ nennt, wolle man den treuen Besuchern danken, sagte Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.

Architekt Stella darf Berliner Stadtschloss bauen

Das Berliner Stadtschloss wird wie geplant wieder aufgebaut – und der Architekt bleibt Franco Stella. So entschied am Mittwoch das Oberlandesgericht Düsseldorf.

Die Vorgeschichte des verzwickten Architektenstreits: Der Italiener Stella ging vor einem Jahr als Sieger aus einem Architekturwettbewerb hervor und sollte das Stadtschloss wieder aufbauen. Dagegen legte jedoch einer der Drittplatzierten beim Wettbewerb, Hans Kollhoff, Beschwerde beim Bundeskartellamt ein. Stella sei nicht ausreichend qualifiziert, um den geschichtsträchtigen Berliner Bau wieder herzustellen. Die Teilnahmehürden für den Wettbewerb waren hoch, 300.000 Euro Jahresumsatz und vier feste Mitarbeiter mussten die Architekten nachweisen. Es gab Zweifel, ob der nahezu unbekannte Stella diese Voraussetzungen wirklich erfüllte. Ein weiterer Stein des Anstoßes war, dass Stella mit zwei Architekturbüros eine GmbH gründete, statt wie üblich Sub-Architekten zu beschäftigen.

Das Kartellamt gab Kollhoff Recht, der Wiederaufbau lag damit erstmal auf Eis. Nun schaltete sich das Bundesbauministerium ein und legte Beschwerde gegen den Entschluss ein – mit Erfolg: Stella darf das 552 Millionen Euro schwere Projekt in Angriff nehmen.

Wegen formaler Fehler muss lediglich der Vertrag zwischen Stella und dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung neu geschlossen werden. Das sei aber schnell und unkompliziert möglich, so das Gericht. Ab Ende 2010, spätestens aber ab 2011 soll nun gebaut werden.

Eiskunst in der O2-World

Sonntag war der erste Advent – die Weihnachtsmärkte haben eröffnet, in den Geschäften stapeln sich Lebkuchen und Spekulatius, Einkaufscenter sind schon seit Wochen mit Weihnachtsbäumen geschmückt und aus dem Radio dudelt das unvermeidliche „Last Christmas“. So richtige Winter- und Weihnachtsstimmung will bei Temperaturen von 10 Grad plus aber nicht aufkommen.

Wer sich einmal abkühlen möchte, sollte da der O2-World einen Besuch abstatten. Dort herrschen konstante -3 Grad Celsius – die sind nötig, um die 20 Modelle chinesischer Eiskunst zu kühlen, die dort bis zum Februar 2010 ausgestellt werden. „Ice Art“ nennt sich die Ausstellung, auf der man die kalten Kunstwerke nicht nur bestaunen, sondern auch anfassen und sogar darauf herumklettern darf: So führt eine Brücke aus Eis über die Halle und eine etwa fünf Meter lange Rutsche wartet auf Besucher, die keine Angst vor einem kühlen Hintern haben. Während der Ausstellung werden die Eiskünstler aus der nordchinesischen Stadt Harbin auch live Skulpturen anfertigen.

Geöffnet ist die Ausstellung von 10 bis 22 Uhr, der Eintritt kostet 10 Euro.

20 Jahre Mauerfall – “Fest der Freiheit” in Berlin

20 Jahre ist es nun her, da fiel die Mauer, da wurden Ost- und Westdeutschland eins. Seit Tagen diskutiert nun die deutsche Presse über die Veränderungen nach 1989, über die „gebrochenen Biographien“ der Ostdeutschen, über die (vermeintlichen?) Vorurteile der Wessis über die Ossis und umgekehrt. Betont wird in erster Linie das Trennende. Dabei findet die Mehrheit der Deutschen die Einheit wohl gar nicht so schlecht, wie eine am Sonntag veröffentlichte Studie des Leipziger Instituts für Marktforschung zeigt: 79% der Westdeutschen und 80% der Ostdeutschen würden sich über den Mauerfall freuen. Die Mauer zurück wünschten sich 12%.

Während Politiker und einige ausgewählte Ost- und Westdeutsche heute die unvermeidlichen Talkshows besuchen werden und das Fernsehen Geschichte aus der Konserve zeigt, da feiert Berlin. Beim „Fest der Freiheit“ am Brandenburger Tor werden 100.000e zusehen, wie zur Erinnerung an den 9. November 1989 überlebensgroße Mauerteile aus Styropor fallen  – eine Art „Domino Day“ der deutschen Geschichte.

Pünktlich zum 20jährigen Jubiläum des Mauerfalls eröffnete vor einigen Tagen auch die East Side Gallery wieder. Die Künstler, die 1990 die Mauerteile bemalten, restaurierten ihre Bilder, fast alle der 106 Kunstwerke zwischen Oberbaumbrücke und Ostbahnhof sind wieder hergestellt.

Links zum Thema:
Geschichte zum Anfassen: das DDR Museum in Berlin
Berliner Mauer – Ulbricht baut nach dreister Lüge, Schabowski öffnet irritiert
Haus Eins – die Stasi-Gedenkstätte Normannenstraße

Schnorrer

Alle reden von der Krise. Könnte ich jetzt auch, wäre nämlich ein prima Aufhänger für das, was ich eigentlich schreiben will. Nämlich über den Freeguide. Das ist ein junges Berliner Internetunternehmen, welches sich zum Ziel gesetzt hat, die Hauptstädter und deren Besucher mit Informationen zu versorgen, wo und wann es welche kostenlosen Events in der Metropole gibt. Gutes Timing. Jetzt, wo alle sparen müssen…

Crash Boom Bang

Wenn reiche Leute Langeweile haben, kommen sie oftmals auf die blödsinnigsten Ideen: Einen Tag als Obdachloser in Paris verbringen oder im Zug als Schaffner reisen sind dabei die seltsamen Höhepunkte der Neuzeit.

Aber schon 1785 haben der Karwer Junker Karl Friedrich Knesebeck und sein Freund, Christian von Zieten aus Wustrau, aus Frust und zuviel Muße
eine Seeschlacht auf dem Ruppiner See zwischen Wustrau und Karwe veranstaltet. Sämtliche Bewohner der beiden Orte mussten in Verkleidung an diesem Spektakel mitwirken.

Zum 310. Geburtstag von Hans Joachim Zieten, dem legendären Vater von Christian, wird gemeinsam mit dem Wustrauer Fliederfest eine Neuauflage der „Seeschlacht“ veranstaltet.
Am Samstag, den 16.5. können sich die Besucher in die Zeit von 1785 zurück versetzten lassen.
Handwerksstände, Spielmöglichkeiten, Barockmusik, Streichelzoo, Ponyreiten und einiges mehr bieten jede Menge Unterhaltung für den Tag.
Und am Abend findet dann die berühmte Seeschlacht statt, gefolgt von einem großen Feuerwerk. Diesmal keine Gaudi für zwei reiche Bengel, sondern für das ganze Volk.