Krawalle? Randale? Die gab es kaum an diesem 1. Mai, nicht in Berlin. Der diesjährige Tag der Arbeit blieb überraschend ruhig. So kann Berlin scheidender Polizeipräsident Dieter Glietsch am Ende seiner Amtszeit eine positive Bilanz ziehen.
So ganz ohne die üblichen Krawalle liefen Walpurgisnacht und 1. Mai nicht ab: Am Kottbusser Tor in Kreuzberg und in Neukölln flogen die Steine, Scheiben gingen zu Bruch und PKWs wurden angezündet. Gut 100 Polizisten wurden leicht verletzt und 1 Randalierer festgenommen. Im Vergleich zu den Vorjahren ist das aber ein äußerst glimpflicher Ablauf des einst so gefürchteten „Chaostages“: Am 1. Mai 2010 wurden noch 490 gewaltbereite Krawallbrüder ( und –schwestern) inhaftiert. Und das, obwohl sich am Sonntag so viele Menschen durch die Kreuzberger Straßen schoben wie noch nie. Mehrere 10.000 Menschen sollen an den Feiern teilgenommen haben.
Glietsch führt die relativ ruhige und kontrollierte Lage auf die Strategie der Polizei zurück, einzelne Gewalttäter per Videoaufnahme zu identifizieren und gezielt aus der Menge zu ziehen. Positiv ausgewirkt haben dürfte sich auch das konsequente Verbot von Glasflaschen auf dem Kreuzberger „Myfest“. Berlins Innensenator Ehrhardt Körting zeigte sich ebenso zufrieden mit dem Einsatz der 7.000 Polizisten, von den 3.000 aus dem ganzen Bundesgebiet zur Unterstützung herangezogen wurden.
In Kreuzberg ist derweil vom „Myfest“ nichts mehr zu sehen. Die BSR hat bereits am frühen Montagmorgen ganze Arbeit geleistet und den Kiez blitzblank geputzt. Ab 3.00 Uhr früh waren Arbeitskräfte und Reinigungsmaschinen unterwegs, um die Party-Reste zu beseitigen.
