Berlin hat gewählt – und das vorläufige amtliche Endergebnis kommt dem Ergebnis der Umfragen recht nahe. Wenig überraschend ist die SPD weiterhin stärkste Partei in der Hauptstadt, Klaus Wowereit wird damit zum dritten Mal in Folge Regierender Bürgermeister von Berlin. Die Partei kam auf 28,3 Prozent, dahinter landete die CDU mit 23,4 Prozent der Stimmen. Bitter war das Wahlergebnis der FDP: Nur 1,8 aller Wählerstimmen entfielen auf die Liberalen, ein herber Verlust von 5,8 Prozent, den Einzug ins Abgeordnetenhaus verpassten sie damit.
Einen satten Gewinn konnte dagegen die Piraten Partei verzeichnen. Mit 8,9 Prozent der Stimmen zieht die Partei nun zum ersten Mal ins Abgeordnetenhaus ein. In einigen Bezirken wählten mehr Menschen die Piraten als die Grünen – die in gesamt Berlin mit 17,9 Prozent der Stimmen dennoch ein sehr gutes Wahlergebnis erzielten und nun drittstärkste Partei im Abgeordnetenhaus sind. Die Linken erhielten 11,7 Prozent der Stimmen.
Während die Sozialdemokraten schon vor der Verkündung der ersten Hochrechnungen in der Kulturbrauerei feierten, war die Stimmung gestern Abend bei den großen Verlierern der Wahl, der FDP, gedrückt. FDP-Chef Christoph Meyer will dennoch weiter machen – nicht unbedingt zur Zufriedenheit aller Partei-Mitglieder. Einige fordern trotz des von der Parteispitze vorgegebenen Einheitsgebots personelle Konsequenzen aus der Wahlschlappe. Erklärungen für die bitteren Verluste konnte kein FDP-Mitglied finden; das Ergebnis hat die Erwartungen weit unterlaufen.
4,5 Prozent dazu gewonnen haben dagegen die Grünen. In einer Koalition mit der SPD hätten die beiden Parteien dennoch nur zwei Stimmen Mehrheit im Abgeordnetenhaus. Die Frage nach der Koalition bleibt also weiterhin spannend. Rechnerisch möglich wäre immerhin auch ein Bündnis aus drei Parteien – doch das haben sowohl die Linken als auch die SPD schon vor der Wahl ausgeschlossen.