Verschandelung eines Mahnmals
Der Berliner Mauerweg im Süden Berlins (Grenzbereich Gropiusstadt Richtung Rudower Allee). Hier tummeln sich Jogger, Walker, Scater, Fahrradfahrer, Spaziergänger und vor allem Hundehalter nebst tierischem Anhang. Sogar als Übungsstrecke zum führerscheinlosen Motorradfahren wird er gelegentlich missbraucht. Er führt rund 160 km um die Stadt herum. Im übertragenen Sinn ist die Strecke deshalb das vielleicht am längsten begehbare Mahnmal der Welt.
Deshalb sind hier - wie auf anderen Teilabschnitten - auch Touristen anzutreffen. Sie haben vielleicht nur einmal im Leben die Gelegenheit, diesen Weg zu laufen. Und dann wollen sie vor allem eins: sich durch die aufgestellten Informationstafeln über den historischen Background informieren. Ich konnte schon beiläufig amerikanischem oder japanischem Geplauder lauschen.
Und dann das: An Fassadenschmierereien mag sich so mancher im Laufe seines Lebens gewöhnt haben. Manches Gespritzel wird von Hauseigentümern jahrelang oder überhaupt nicht mehr entfernt. Es wäre ein Kampf gegen Windmühlen. Aber nun werden selbst die Info-Tafeln am Mauerweg davon nicht verschont. Was mag nur in den hirnlosen Köpfen solcher Sprayer vorgehen? Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren. Dies sind keine x-beliebigen Schmierereien. Das ist die Verschandelung eines Mahnmals!