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Verschandelung eines Mahnmals

Berliner Mauerweg

Der Berliner Mauerweg im Süden Berlins (Grenzbereich Gropiusstadt Richtung Rudower Allee). Hier tummeln sich Jogger, Walker, Scater, Fahrradfahrer, Spaziergänger und vor allem Hundehalter nebst tierischem Anhang. Sogar als Übungsstrecke zum führerscheinlosen Motorradfahren wird er gelegentlich missbraucht. Er führt rund 160 km um die Stadt herum. Im übertragenen Sinn ist die Strecke deshalb das vielleicht am längsten begehbare Mahnmal der Welt.

Deshalb sind hier - wie auf anderen Teilabschnitten - auch Touristen anzutreffen. Sie haben vielleicht nur einmal im Leben die Gelegenheit, diesen Weg zu laufen. Und dann wollen sie vor allem eins: sich durch die aufgestellten Informationstafeln über den historischen Background informieren. Ich konnte schon beiläufig amerikanischem oder japanischem Geplauder lauschen.

Schmierereien an Info-Tafeln

Und dann das: An Fassadenschmierereien mag sich so mancher im Laufe seines Lebens gewöhnt haben. Manches Gespritzel wird von Hauseigentümern jahrelang oder überhaupt nicht mehr entfernt. Es wäre ein Kampf gegen Windmühlen. Aber nun werden selbst die Info-Tafeln am Mauerweg davon nicht verschont. Was mag nur in den hirnlosen Köpfen solcher Sprayer vorgehen? Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren. Dies sind keine x-beliebigen Schmierereien. Das ist die Verschandelung eines Mahnmals!

Das Haus am Werderschen Markt: Bank, Komitee, Amt

Und nur im Kreml drüben ist noch Licht.“ Mit dieser gleisnerischen Plattitüde erhob der Dichter Erich Weinert (1890-1953)
die Einschlafprobleme des Jossif Stalin in den Rang landesväterlicher Fürsorge. Da buk man in Ostberlin immer schon kleinere Brötchen. Hinter den mittleren Fenstern im zweiten Stock des SED-Zentralkomitees im Haus am Werderschen Markt, durch die Erich Honecker bei der Arbeit in Richtung Schinkels Schlossbrücke blicken konnte, regte sich abends beizeiten nichts mehr, geschweige dass spät noch Licht auf den Vorplatz hinaus gefallen wäre. Spätestens um 19 Uhr war Feierabend. Entweder rief eine Skatrunde oder ein paar zusammengetriebene Trophäenträger warteten an einer Futterstelle in der Schorfheide auf die finalen Schüsse … weiter lesen

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Die Berliner Mauer

Ihr Schicksal nahm 59 Tage vor dem 13. August 1961 mit der dreisten Lüge Walter Ulbrichts (1893-1973) „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“ seinen Lauf. Zu der durchsichtigen Falschaussage hatte sich der Leipziger Tischler mit der dominanten Fistelstimme von der Korrespondentin der Frankfurter Rundschau Annamarie Doherr (1909-1974) hinreißen lassen. [Read more →]