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Ein Blog für Berliner und Brandenburger

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Härteres Durchgreifen gegen Schulschwänzer

27.01.2014

Keinen Bock auf Schule? Wem ging das nicht einmal so? Notorische Schulschwänzer allerdings, die sich kaum in der Schule blicken lassen, und vor allem ihre Eltern sollen in Zukunft härter bestraft werden. Immerhin 3.500 Schüler in Berlin kommen auf mehr als zehn unentschuldigte Fehltage im Jahr. Im Schulhalbjahr 2012/2013 fehlten 630 Schüler sogar mehr als 40 Tage ohne Entschuldigung im Unterricht. Die erste Reaktion der Behörden auf das unentschuldigte Fehlen ist in der Regel ein Bußgeldbescheid.

Doch jeder Bezirk handhabt den Umgang mit Schulschwänzern ein wenig anders. Ob und wann eine Schule das häufige Fehlen eines Schülers dem Jugendamt meldet, ob nach einer Schulversäumnisanzeige überhaupt ein Bußgeldverfahren eingeleitet wird, liegt im Ermessen der Bezirke. Eine Schulversäumnisanzeige wird bislang gestellt, wenn ein Schüler mehr als zehn Tage lang dem Unterricht unentschuldigt fern bleibt – am Stück. Auf Antrag des SPD-Politikers Joschka Langenbrinck wurde dies geändert, eine Anzeige ist nun nach fünf, auch nicht zusammenhängenden Fehltagen möglich. Zudem sollen Jugendamt und Schulpsychologen informiert werden. Doch Langenbrinck reicht das noch nicht, er möchte auch das Bußgeldverfahren der Bezirke vereinheitlichen. Schon nach zwei Schulversäumnisanzeigen sollen Bußgelder verhängt werden – die Bereitschaft der Eltern, mehr auf den Schulbesuch ihrer Sprösslinge zu achten, sei dann am größten, wenn es ums Geld geht, so Langenbrinck.

In Friedrichshain-Kreuzberg versuchen die Schulen bislang, das Problem anders anzugehen. Wie Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) berichtet, wird weniger auf Strafen gesetzt als auf den Einsatz einer Sozialarbeiterin im Schulamt. Diese soll sich um die Schwänzer und ihre Eltern kümmern; laut Aussage der Bezirksbürgermeisterin gebe es kaum rückfällige Schwänzer, seitdem dieses Hilfsangebot bestehe.

 

 

Kita-Bedarfsatlas 2014: In einigen Kiezen fehlt es an Plätzen

23.01.2014

Die gute Nachricht zuerst: Es gibt tatsächlich mehr Kita-Plätze in Berlin. Innerhalb der letzten zwei Jahre hat sich die Situation sehr verbessert, es gibt sogar einen Überschuss von rund 5.000 Plätzen. Das zeigt der Kita-Bedarfsatlas des Senats. Allerdings: Es gibt immer noch einige Kieze, in denen zu wenig freie Kita-Plätze zur Verfügung stehen. In 15 Prozent der Regionen hat sich das Angebot sogar verschlechtert, heißt es im Bedarfsatlas.

142.000 Kita-Plätze gibt es derzeit, eigentlich genug für die 136.692 Kinder in Berlin, die Anspruch auf einen Platz haben. 7.000 neue Plätze sind in den vergangenen zwei Jahren entstanden, hauptsächlich in Pankow, Treptow-Köpenick und Lichtenberg. Jedoch liegt die Kita mit freien Plätzen nicht immer in der Nähe. Von Eltern wird mehr Flexibilität verlangt und die Bereitschaft, auch weitere Wege in Kauf zu nehmen. Von dem Wunsch, eine Kita in der eigenen Nachbarschaft zu finden, müssen sich vor allem Eltern im Wedding, in Kaulsdorf und Neukölln verabschieden. Auch im Märkischen Viertel und in Friedrichshain-Kreuzberg fehlen Plätze. Betroffen sind damit vor allem soziale Brennpunkte, in denen der Kita-Besuch sprachliche Defizite bei den Kindern ausgleichen sollte. In sozial schwachen Kiezen würden sich weniger Elterninitiativen zusammenschließen, Gelder flössen außerdem eher dorthin, wo Eltern ihren Unmut lauter äußerten, vermutet Martin Hoyer vom Paritätischen Wohlfahrtsverband. Gerade in sozialen Brennpunkten allerdings fehlt es auch oft an Möglichkeiten oder der Bereitschaft, bis ans Ende des Kiezes zu fahren, um Kinder in die Kita zu bringen. ( Kindergärten in Berlin)

Der Kita-Bedarfsatlas ermittelt daher auch, welche Regionen beim Ausbau besondere Priorität haben sollen. 18 Millionen Euro stellt der Doppelhaushalt 2014/2015 für die Schaffung neuer Plätze bereit. Experten gehen davon aus, dass der Bedarf in den kommenden Jahren noch steigen wird. Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz besteht seit dem August letzten Jahres ab dem ersten Lebensjahr. 70 Prozent der Kinder unter drei Jahren besuchen in Berlin bereits heute eine Kita – bundesweit sind es nur etwa 39 Prozent.
Tipps zur Kinderbetreuung in Berlin
Sehr beliebt sind zum Beispiel die Waldkindergärten in Berlin!

Elterninitiative für saubere Schulen

09.01.2014

Gerade die Orte der Bildung sind in Berlin oft wenig gepflegt. Viele Eltern und auch Schüler beschweren sich über dreckige Schulen und Klassenzimmer. Eine Elterninitiative möchte nun für mehr Sauberkeit an den Bildungseinrichtungen sorgen. Den Grund für die mangelhafte Reinigung sehen viele Eltern und Lehrer in billigen Putzfirmen. ( Firmen für Gebäudereinigung in Berlin )

Vor allem total verdreckte Toiletten sind in vielen Schulen ein Problem. Die Böden kleben teilweise, Kaugummi verunziert Tische. Wo viel Kinder und Jugendliche zusammenkommen, entsteht eben auch viel Dreck und Müll, das ist nicht anders zu erwarten. Um die Reinigung ist es aber oft schlecht bestellt, einige Klassen fegen daher ihre Klassenräume selbst, nachdem die Putzleute schon durch sind. Besonders laute Klagen kommen aus Friedrichshain-Kreuzberg, der Bezirk Treptow-Köpenick hat die Schulreinigung zum Thema im Bezirksparlament gemacht. In Friedrichshain-Kreuzberg macht nun eine Elterninitiative mobil gegen dreckige Klassenzimmer, Toiletten und Schulflure. Die Initiative strengte ein Treffen mit Schulstadtrat Peter Beckers (SPD) an – und dieser zeigte sich einsichtig. Gegen Reinigungsfirmen laufen derweil fünf Abmahnverfahren, heißt es.

Die Schulreinigung ist eigentlich in professioneller Hand. Der Bezirk, nicht die Schulen selbst, vergibt Aufträge zur Reinigung an spezialisierte Firmen. Die Aufgaben werden klar definiert; ob der Aufgabenkatalog tatsächlich erfüllt wird, wird aber kaum überprüft. Vorzug erhält ohnehin in den meisten Fällen die Putzfirma mit dem günstigsten Preis – verständlich, die öffentlichen Kassen sind noch immer klamm. In Friedrichshain-Kreuzberg ist daher in den Schulen nur eine Grundreinigung vorgesehen: Zweimal in der Woche Böden wischen, täglich die Böden im Toilettenbereich reinigen, einmal im Monat Tische und Schränke reinigen. Zu wenig für eine Schule mit Hunderten von Kindern und Lehrern. In anderen Bezirken wird häufiger gereinigt, gerade in Grundschulen. Unzureichende Putzutensilien und nicht ausreichend geschulte Putzkräfte seien ein weiteres Problem, bemängeln Eltern – und hoffen, an diesen Zuständen etwas ändern zu können.
Freizeitangebote für Kinder in Berlin

Das ändert sich 2014

30.012.2013

SEPA-Überweisungen mit langen IBAN- und BIC-Nummern, elektronische Gesundheitskarte mit Foto, neuer Busgeldkatalog für Autofahrer: Im Jahr 2014 erwarten Verbraucher einmal mehr zahlreiche Änderungen. Höhere Strompreise dürften die Verbraucher verärgern, dafür sollen die Sozialleistungen leicht steigen. Was ändert sich für die Berliner in kommenden Jahr? Ein kleiner Überblick:

  • Die Hartz IV-Sätze steigen ab dem 1. Januar 2014 von 382 Euro auf 391 Euro.
  • Statt wie bisher 15 Prozent, können Riester-Sparer nun 20 Prozent ihrer Altersvorsorgebeiträge von der Steuer absetzen, bis zu einem maximalen Betrag von 2.100 Euro.
  • Der Steuer-Grundfreibetrag steigt von 8130 Euro um 224 Euro auf 8354 Euro.
  • Mehr zahlen müssen viele Verbraucher dagegen wieder einmal für Strom. Die EEG-Umlage steigt, für private Haushalte fallen daher für die Abgabe zur Förderung des Stroms aus erneuerbaren Energien 6,24 Cent pro Kilowattstunde an, rund ein Cent mehr als noch 2013. Gleichzeitig sinken allerdings die Einkaufspreise an der Strombörse. Vattenfall plant daher keine Kostenerhöhung für Berliner Stromkunden zum Jahreswechsel.
  • Teurer wird auch das Porto der Post. Standardbriefe kosten ab Mittwoch 60 Cent statt 58 Cent, Einschreiben 2,15 Euro statt 2,05 Euro der Preis für Päckchen und Pakete steigt um neun Cent.
  • Die Grunderwerbssteuer steigt von fünf auf sechs Prozent.
  • Die Beitragsbemessungsgrenze zur Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt im Westen um 150 Euro, im Osten um 100 Euro. Die Beitragsbemessungsgrenze zur Kranken- und Pflegeversicherung steigert sich bundesweit um 112,50 Euro auf 4050 Euro im Monat.
  • In Berlin tritt die City-Tax in Kraft. Wer nun in einem Berliner Hotel  übernachtet, muss einen Aufschlag von fünf Prozent auf den Netto-Hotelpreis zahlen. Ausgenommen davon sind allerdings Geschäftsreisende, die einen geschäftlichen Grund für ihren Aufenthalt nachweisen können.

Und was ändert sich sonst noch? Zunächst einmal muss jeder gesetzlich Versicherte ab dem neuen Jahr beim Arzt eine elektronische Gesundheitskarte mit Chip und Foto vorzeigen. Die gesetzlichen Krankenkassen in Berlin haben einen Großteil der Versicherten bereits mit den entsprechenden Karten ausgestattet. Wer noch keine elektronische Gesundheitskarte besitzt, kann beim Arzt in Berlin zunächst noch die alte Karte vorzeigen, muss aber innerhalb von zehn Tagen seinen bestehenden Versicherungsschutz nachweisen.

Der Einkauf von Lebensmitteln soll etwas transparenter werden. Das sogenannte Regionalfenster, ein blau-weißer Aufdruck auf den Verpackungen, zeigt an, woher die Zutaten kommen. Werbung für Lebensmittel darf dagegen mit mehr Gesundheitsversprechungen gemacht werden, so dürfen fructosehaltige Produkte zum Beispiel damit beworben werden, dass sie den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen lassen.
Verkaufsoffene Sonntage Berlin 2014 zum Beispiel Sonntag der 26.01.2014
U
pdate vom 01.01.2014:
Auch Sonntag der 05. Januar 2014 ist ein verkaufsoffener Sonntag in Berlin

Weniger als 200 000 Arbeitslose in Berlin

28.11.2013

Erstmals seit 20 Jahren weniger als 200 000 Menschen in Berlin ohne Arbeit!

[ Leider gilt aber jeder achte Berliner als überschuldet! ]

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Chef der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit (BA), Dieter Wagon, kommentierte Arbeitssenatorin Dilek Kolat den Rückgang der Arbeitslosenzahlen auf 198.993: „Heute haben wir das Ziel von BerlinArbeit erreicht: Verringerung der Arbeitslosigkeit auf unter 200.000 Menschen in Berlin. Das war das letzte Mal vor 20 Jahren der Fall. Das zeigt, dass sich jede Anstrengung im Rahmen von BerlinArbeit lohnt. Besonders bemerkenswert ist, dass wir in Berlin Langzeitarbeitslosigkeit abbauen, denn das ist gerade vor dem Hintergrund der Berliner Situation eine schwierige Herausforderung.“

Die Arbeitslosenquote liegt in Berlin im November 2013 mit insgesamt 11,0 Prozent um 0,2 Prozentpunkte unter der des Oktober und um 0,4 Prozentpunkte unter der von November 2012. In Berlin waren im November 198.993 Arbeitslose gemeldet – 2.819 weniger als im Vormonat und 2.332 weniger als im November 2012.
( Die Jobcenter in Berlin )

Im November waren es 67.499 Berlinerinnen und Berliner langzeitarbeitslos, das waren 33,9 Prozent der Arbeitslosen insgesamt. Im Vergleich zum November des Vorjahres sank die Anzahl um 2.255 Langzeitarbeitslose. Auch die Jugendarbeitslosigkeit ist gesunken: 17.362 Jugendliche von 15-25 Jahren waren im November arbeitslos, das sind 665 weniger als im Oktober und 1.753 weniger als im November 2012.

Senatorin Kolat weiter: „Hinter jeder Statistik stehen menschliche Schicksale. 2.819 Arbeitslose weniger bedeutet für fast 3000 Familien, Eltern, Geschwister und Kinder ein ganz besonders Weihnachtsgeschenk. Ich freue mich, dass wir hierzu durch unsere Politik beitragen können.“ (PM Land Berlin )

Lesen Sie auch:
Mobbing in Berlin – Terror am Arbeitsplatz
Rechtsanwälte für Arbeitsrecht in Berlin

 

Die Arbeitslosenzahlen sinken, doch die Zahl der Überschuldeten ist hoch

28.11.2013

Berlin
ist eine Stadt der Gegensätze – auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Die Wirtschaft boomt, das Wachstum hält bereits seit 2005 ungebrochen an. Auch die Zahl der Erwerbstätigen steigt stetig an. Laut den neuesten Arbeitslosenstatistiken, die in dieser Woche veröffentlicht worden sind, liegt die Arbeitslosenzahl in der HauptstadtViele Berliner haben Schulden nun unter 200.000 Personen. Allerdings: Berlin hat auch die höchste Quote an Hartz IV Empfängern in Deutschland und die zweithöchste Schuldnerquote nach Bremen. Was also auf dem Papier nach einem Boom aussieht, kommt bei vielen Haushalten nicht an. ( Wo in Berlin HartzIV beantragen? )

Jeder achte Berliner gilt als überschuldet – das bedeutet, dass er eine Schuldensumme angehäuft hat, die er aus eigener Kraft nicht mehr abtragen kann. Laut Informationen von Creditreform betrifft dies rund 370.200 Berliner. Die Schuldnerquote in Berlin liegt damit weit über dem Bundesdurchschnitt.
Schuldnerberatung in Berlin)
Aber nicht unbedingt Arbeitslosigkeit und geringes Einkommen sind die Hauptursachen für die Überschuldung. Wie Creditreform meldet, rührt das Minus auf dem Konto vor allem von einem übersteigerten Konsum. Heißt: Viele Verbraucher geben mehr aus, als sie einnehmen. Wer sich scheiden lässt oder vom Partner trennt, sieht sich ebenfalls dem Risiko gegenüber, in die Überschuldung zu geraten. Längere Krankheit, die zu Verdienstausfällen führt, ist ein weiterer Grund.

Trotz der weiter wachsenden Wirtschaft möchte Creditreform keine positiven Prognosen für die Schuldnerquote abgeben. Eine „maßgebliche Entspannung“ sei nicht zu erwarten, heißt es aus dem Wirtschaftsinstitut.

Die höchste Schuldnerquote innerhalb Berlins hat Creditreform
( www.creditreform.de ) für den Wedding ermittelt. 19,16 Prozent der Bewohner seien verschuldet, das entspricht jedem fünften Erwachsenen. Den geringsten Anteil an überschuldeten Haushalten gibt es mit 7,82 Prozent in Zehlendorf.
(Foto: © Piotr Marcinski )

Links zum Thema:
- Wo preiswert Lebensmittel in Berlin kaufen?
Ausgabestellen der Tafel in Berlin
Sozialkaufhäuser in Berlin
Familienkasse in Berlin
Adressen der Jobcenter in Berlin

CDU und SPD planen deutliche Entlastung für Mieter

07.11.2013
Offenbar will die Koalition aus CDU und SPD ernst machen mit der Mietpreisbremse. In den Koalitionsverhandlungen einigten sich die beiden Parteien darauf, Mieter in Zukunft mehr zu entlasten. Die Berliner Zeitung veröffentliche heute einige wichtige Fragen und Antworten zur geplanten neuen Mieterpolitik, wie sie aus einem Papier der SPD-Bundestagsfraktion hervorgehen. Die Mietpreisbremse soll für Regionen mit angespanntem Wohnungsmarkt gelten.
Der Berliner Senat hat die Hauptstadt als ein derartiges Gebiet definiert.

Wie soll die Mietenbremse nun funktionieren? Laut dem Papier aus der SPD-Bundestagsfraktion ist vorgesehen, dass die Wohnungsmiete bei Neuvermietung nicht mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Miete liegen darf. Auskunft über die ortsübliche Durchschnittsmiete erhält man im Berliner Mietspiegel. Wer jetzt bereits in einer Wohnung wohnt, die deutlich teurer ist als andere Wohnungen in der Umgebung, hat allerdings Pech: Die Mietenbremse gilt nur für zukünftige Vermietungen. Dafür soll der Mieterhöhung für bestehende Mietverhältnisse ein Riegel vorgeschoben werden, mehr als 15 Prozent Steigerung in vier Jahren sind nicht mehr zulässig. Maklergebühren soll in Zukunft die Partei zahlen, die den Makler beauftragt; gibt der Vermieter den Auftrag an den Makler, muss er auch für die Kosten aufkommen.

Entlastungen soll es auch bei der Modernisierungsumlage geben. Saniert ein Vermieter ein Wohnhaus, konnten die Mieter bislang mit bis zu elf Prozent an den Kosten beteiligt werden; diese Kosten wurden auf die Miete umgelegt. Die Modernisierungsumlage soll nun auf zehn Prozent herabgesetzt werden; haben sich die Kosten der Sanierung amortisiert, muss der Mieter die höhere Miete nicht mehr zahlen. Für Personen mit geringem Einkommen oder geringer Rente sind ein höheres Wohngeld und ein Heizkostenzuschuss geplant. Investitionsanreize sollen zudem den Wohnungsneubau ankurbeln, um einen angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten.

Noch handelt es sich bei dieser Planung um vorläufige Verhandlungsergebnisse, die bei weiteren Verhandlungen nicht zwingend Bestand haben müssen. Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) hat dennoch bereits angekündigt, die Regeln so bald wie möglich umzusetzen.

Berliner Energietisch: Volksentscheid gescheitert

04.11.2013
Verkaufsoffener Sonntag
, nur wenige Tage nach der Wahl, einigermaßen schönes Herbstwetter – es kann viele Erklärungen dafür geben, warum der  Volksentscheid des Berliner Energietisches am Sonntag, 3. November, gescheitert ist. Vielleicht haben die Initiatoren es auch versäumt, den Berlinern zu erklären,welche tatsächlichen Vorteile ein weiterer, kommunaler Stromanbieter in Berlin haben soll, wenn die Strompreise dadurch auch nicht sinken werden. Fakt ist: Am Ende fehlten der Initiative rund 21.374 Stimmen, damit ein Volksentscheid zustande gekommen wäre. 24,1 Prozent aller Berliner Stimmberechtigten votierten für eine Re-Kommunalisierung der Berliner Energiebetriebe – nötig gewesen wären allerdings 25 Prozent der Stimmen. Ein denkbar knappes Ergebnis, letztlich blieben aber doch zu viele Berliner und Berlinerinnen zu Hause oder in den geöffneten Geschäften.

Die abgegebenen Stimmen zeigen ein klares Bild: 83 % der Abstimmenden sprachen sich dafür aus, die Berliner Energiebetriebe wieder in die öffentliche Hand zu geben und ein Stadtwerk aufzubauen. Nur 16,8 Prozent stimmten mit Nein, 0,2 Prozent der Stimmen waren ungültig. Dieses klare Votum ist nun jedoch kein Vorteil mehr für die Aktivisten vom Berliner Energietisch.

Das Ergebnis interpretieren alle Beteiligten ein wenig anders: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sieht die Linie des Senats unterstützt. Das Land Berlin plant bereits die Bewerbung um das Berliner Stromnetz, könnte damit zum landesweiten Grundversorger werden – eine Forderung, die auch der Berliner Energietisch aufgestellt hat. Zudem laufen die Vorarbeiten für den Aufbau eines Berliner Stadtwerks, eine weitere Forderung des Energietisches befindet sich damit in der Umsetzung. Die Vereinigung der Unternehmensverbände deutet das Ergebnis anders, sieht darin eine Ablehnung der Re-Kommunalisierung und fordert den Senat auf, seine Bewerbung um das Berliner Stromnetz zurückzuziehen.
Stromanbieter in Berlin

 

 

Berliner Wohnungsmieten: So teuer sind sie wirklich

Wer in Berlin eine Wohnung sucht, wird vielfach darauf hingewiesen: Die Hauptstadt sei deutlich günstiger als andere Metropolen. Wesentlich weniger Miete als in Köln, Hamburg oder gar München müsste man für sanierten Altbau oder modernen Neubau auf den Tisch legen. Auch im Vergleich mit anderen europäischen Hauptstädten seien Berliner Immobilienpreise fast konkurrenzlos günstig.

Auf den ersten Blick stimmt das sogar – allerdings nur, wenn man außer Acht lässt, dass auch die Berliner Einkommen deutlich niedriger liegen als in vielen anderen deutschen Großstädten. Eine Erhebung des Immobilienportals Immobilienscout24 stellt nun Kaufkraft und Wohnungsmieten in den unterschiedlichen Regionen gegenüber. Es zeigt sich: Der Anteil der Kaufkraft, die für die Miete aufgebracht werden muss, ist in Berlin sogar besonders hoch.

Ballungszentren und Universitätsstädte sind es, in denen prozentual gesehen ein besonders hoher Anteil des Einkommens für Wohnkosten ausgegeben werden muss. Das Ergebnis ist wenig überraschend, suchen doch gerade in diesen Ballungszentren und Universitätsstädten viele Menschen eine Wohnung. In Freiburg geben Mieter laut der Erhebung rund 28,1 Prozent ihrer Kaufkraft für die Wohnung aus, in München 25,5 Prozent. Diese beiden Städte führen damit die Top Ten an.

Doch auch Berlin ist gar nicht so billig, wenn das Einkommen ins Verhältnis zu den Wohnkosten gesetzt wird: 21,1 Prozent der Kaufkraft geben die Berliner im Schnitt für ihre Wohnung aus, damit liegt die Stadt auf Platz 10 im bundesdeutschen Vergleich. Zwischen den Jahren 2007 und 2012 hat sich dieser Wert sogar um vier Prozent erhöht. Gemessen an der Steigerung der Lebenshaltungskosten liegt Berlin auf dem vierten Platz, hinter München, Ingolstadt und Regensburg. Das zeichnet doch ein wesentlich realistischeres Bild vom Wohnungsmarkt in Berlin als die Versprechen vieler Makler.

Pfandbox für Flaschensammler in Charlottenburg-Wilmersdorf

26.09.2013

In Berlin und anderen Großstädten gehören sie längst zum Alltag: Menschen, die in Mülltonnen und an Wegesrändern nach Pfandflaschen suchen. Schon lange sind es nicht mehr nur Obdachlose, die auf 8 oder 25 Cent Pfand hoffen. Wer umsichtig ist und seine Pfandflaschen nicht selbst abgeben möchte, stellt das Leergut schon einmal auf die Müllbehälter. Häufig allerdings bleibt den Flaschensammlern nicht mehr als ein beherzter Griff in die Tonne.
Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf möchte nun etwas Neues ausprobieren, um den Pfandsammlern das Leben leichter zu machen: Im Volkspark Wilmersdorf soll am heutigen Donnerstag ein spezieller Pfandbehälter aufgestellt werden.

Das Projekt soll für zunächst sechs Monate laufen. Die Idee hatten die Grünen im letzten Jahr in die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht. Pfandgut kann einfach in den Behälter gestellt und von Flaschensammlern ebenso leicht wieder entnommen werden – ohne sich durch Abfall wühlen zu müssen. Kritisch sieht das Projekt die BSR, die Berliner Stadtreinigung. Sie befürchtet, dass auch anderer Müll in der Pfandbox landen wird, was den Bezirk nicht unbedingt sauberer mache. Bezirksstadtrat Carsten Engelmann sieht zudem das Risiko, dass sich auch Leute am Pfandgut bedienen, die es eigentlich gar nicht nötig hätten. Nach der Testphase soll weiter diskutiert werden.

Eine andere Alternative für Pfandsammler gibt es bereits seit einiger Zeit online, für Berlin und mehrere andere Großstädte: Auf pfandgeben.de können sich Pfandsammler mit einer Mobilnummer registrieren, anonym. Menschen, die Pfandgut abgeben möchten, rufen einfach bei einer zentralen Hotline ein, Pfandsammler aus der Nähe werden anschließend per SMS informiert. Die Flaschen stellt man an einem vereinbarten Ort ab oder sie können direkt in der Wohnung des Pfandspenders abgeholt werden. Voraussetzung für die Teilnahme ist natürlich, dass der Pfandsammler ein Handy besitzt.
Übersicht der Sozialkaufhäuser in Berlin